Schwacher Tourismus
Dienstag, 20. August 2013, 14:12 Uhr
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt hat im Rahmen einer Studie untersucht, ob und wie die 13 Mittelzentren Nord- und Mittelthüringens für die Zukunft gerüstet sind. Anhand von 42 Indikatoren, welche ausschließlich auf statistischem Material beruhen, erfolgte ein Städtevergleich, auch für den Landkreis Nordhausen...
Die Bevölkerung des Freistaats Thüringen schrumpft, wird aber gleichzeitig immer älter. Die ländlichen Räume dünnen merkbar aus. Vor allem junge Menschen verlassen die Dörfer und Kleinstädte, weil dort für sie die Zukunftsperspektiven fehlen, erklärt Udo Rockmann, Leiter des Regionalen Service-Centers Nordhausen, Heilbad Heiligenstadt und Artern der IHK Erfurt.
Der Fokus richte sich daher immer stärker auf die zentralen Orte, vor allem die Mittelzentren, weil dort harte und weiche Standortfaktoren vorgehalten werden können, die das Umfeld teilweise schon jetzt nicht mehr aufweise. Zudem stehen sie untereinander in einem Wettbewerb um Investoren, Touristen und Einwohner. Da bislang keine vergleichenden Studien existieren, habe die IHK Erfurt erstmals eine empirische Untersuchung vorgenommen. Mit dieser wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse der 13 Städte erstellt, die laut Rockmann interessante Ergebnisse hervorbrachte.
Die Stadt Nordhausen erzielte im Städteranking den 8. Platz, was unter anderem den unterdurchschnittlichen Platzierungen im Bereich Tourismus zuzuschreiben sei. Hier ermittelte die Studie, dass Nordhausen lediglich 33 Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zum Jahr 2001 erreichte. Die nahe gelegene Konkurrenz in Sondershausen konnte eine 338-prozentige Steigerung erzielen.
Ein verstärktes Marketing für Nordhausen ist erforderlich, um die touristischen Potenziale besser zu erschließen, empfiehlt Rockmann. In der Kategorie Wirtschaft, in der 13 Indikatoren herangezogen wurden, habe die Rolandstadt insgesamt gut abgeschnitten. Udo Rockmann freut sich über die wirtschaftliche Dynamik, welche auch durch den positiven Saldo bei den Gewerbean- und -abmeldungen bekräftigt werde. Bemerkenswert sei auch, dass Nordhausen seine Verkaufsflächen im Zeitraum 2010 gegenüber 2001 um 32 Prozent erhöhen konnte und damit den Spitzenplatz im Ranking erreiche. Allerdings rangiert die Stadt bei dem Indikator Einzelhandelsunternehmen je 1.000 Einwohner auf dem letzten Platz und weist zudem einen geringen Kaufkraftindex auf, so der RSC-Leiter.
Zur Herangehensweise an die Studie erläutert Rockmann, dass aus einer Vielzahl statistischer Angaben zu den Mittelzentren 42 Indikatoren ausgewählt und sieben Themenbereichen zugeordnet wurden. Neben der Untersuchung wirtschaftsrelevanter Faktoren standen auch die Bevölkerung, die Verkehrs- und die soziale Infrastruktur im Fokus.
Sowohl für die Einzelindikatoren als auch die jeweiligen Themenbereiche erfolgte neben einer Punktevergabe auf einer Skala von 0 bis 100 eine farbliche Kennzeichnung entsprechend einer Ampel. Zur Ermittlung des Gesamtergebnisses wurden je Stadt die Mittelwerte der sieben Themenbereiche herangezogen beschreibt Rockmann das Ranking.
Aus den Gesamtergebnissen haben wir entsprechende Schlussfolgerungen formuliert, um den politischen Entscheidern Handlungsempfehlungen zu geben resümiert Rockmann. Die Studie solle, so der IHK-Vertreter, den Diskussionsprozess konstruktiv begleiten und Bereiche aufzeigen, in denen die Politik in Form aktiver Wirtschaftshilfe positive Impulse setzten könne
Autor: redDie Bevölkerung des Freistaats Thüringen schrumpft, wird aber gleichzeitig immer älter. Die ländlichen Räume dünnen merkbar aus. Vor allem junge Menschen verlassen die Dörfer und Kleinstädte, weil dort für sie die Zukunftsperspektiven fehlen, erklärt Udo Rockmann, Leiter des Regionalen Service-Centers Nordhausen, Heilbad Heiligenstadt und Artern der IHK Erfurt.
Der Fokus richte sich daher immer stärker auf die zentralen Orte, vor allem die Mittelzentren, weil dort harte und weiche Standortfaktoren vorgehalten werden können, die das Umfeld teilweise schon jetzt nicht mehr aufweise. Zudem stehen sie untereinander in einem Wettbewerb um Investoren, Touristen und Einwohner. Da bislang keine vergleichenden Studien existieren, habe die IHK Erfurt erstmals eine empirische Untersuchung vorgenommen. Mit dieser wurde eine Stärken-Schwächen-Analyse der 13 Städte erstellt, die laut Rockmann interessante Ergebnisse hervorbrachte.
Die Stadt Nordhausen erzielte im Städteranking den 8. Platz, was unter anderem den unterdurchschnittlichen Platzierungen im Bereich Tourismus zuzuschreiben sei. Hier ermittelte die Studie, dass Nordhausen lediglich 33 Prozent mehr Übernachtungen im Vergleich zum Jahr 2001 erreichte. Die nahe gelegene Konkurrenz in Sondershausen konnte eine 338-prozentige Steigerung erzielen.
Ein verstärktes Marketing für Nordhausen ist erforderlich, um die touristischen Potenziale besser zu erschließen, empfiehlt Rockmann. In der Kategorie Wirtschaft, in der 13 Indikatoren herangezogen wurden, habe die Rolandstadt insgesamt gut abgeschnitten. Udo Rockmann freut sich über die wirtschaftliche Dynamik, welche auch durch den positiven Saldo bei den Gewerbean- und -abmeldungen bekräftigt werde. Bemerkenswert sei auch, dass Nordhausen seine Verkaufsflächen im Zeitraum 2010 gegenüber 2001 um 32 Prozent erhöhen konnte und damit den Spitzenplatz im Ranking erreiche. Allerdings rangiert die Stadt bei dem Indikator Einzelhandelsunternehmen je 1.000 Einwohner auf dem letzten Platz und weist zudem einen geringen Kaufkraftindex auf, so der RSC-Leiter.
Zur Herangehensweise an die Studie erläutert Rockmann, dass aus einer Vielzahl statistischer Angaben zu den Mittelzentren 42 Indikatoren ausgewählt und sieben Themenbereichen zugeordnet wurden. Neben der Untersuchung wirtschaftsrelevanter Faktoren standen auch die Bevölkerung, die Verkehrs- und die soziale Infrastruktur im Fokus.
Sowohl für die Einzelindikatoren als auch die jeweiligen Themenbereiche erfolgte neben einer Punktevergabe auf einer Skala von 0 bis 100 eine farbliche Kennzeichnung entsprechend einer Ampel. Zur Ermittlung des Gesamtergebnisses wurden je Stadt die Mittelwerte der sieben Themenbereiche herangezogen beschreibt Rockmann das Ranking.
Aus den Gesamtergebnissen haben wir entsprechende Schlussfolgerungen formuliert, um den politischen Entscheidern Handlungsempfehlungen zu geben resümiert Rockmann. Die Studie solle, so der IHK-Vertreter, den Diskussionsprozess konstruktiv begleiten und Bereiche aufzeigen, in denen die Politik in Form aktiver Wirtschaftshilfe positive Impulse setzten könne
