Rechtzeitig entdeckt
Dienstag, 20. August 2013, 10:57 Uhr
Am Freitagnachmittag findet im Museum Flohburg die dritte Führung in der Sonderausstellung Persönlichkeiten der Familie Förstemann vom 18. bis 20. Jahrhundert, gebürtig aus Nordhausen statt...
Auf 30 Collage-Tafeln im Format A1 werden die ausgewählten Familienmitglieder vorgestellt. Hinzu kommen bekannte Persönlichkeiten aus Nordhausen, mit denen die Förstemanns/Foerstemanns bekannt waren, besondere Ereignisse werden beleuchtet und der Besucher erfährt anhand zahlreicher Bilder, wie Nordhausen in der jeweiligen Lebenszeit der Familienmitglieder ausgesehen hat.
Nordhausen auf einer Karte von 1733 (Foto: Archiv Kneffel)
Man begleitet sie durch die Stadt, denn im Stadtarchiv gibt es Karten und Bücher darüber, die nicht viele Bürger kennen. In sechs Vitrinen sind Bücher ausgestellt, die von Mitgliedern der Familie Förstemann verfasst und in Nordhausen gedruckt worden sind, denn ein Familienmitglied war Mitte des 19. Jahrhunderts Verlagsbuchhändler am Kornmarkt.
In der Zeit der Ausstellungskonzeption konnte manche unerwartete Entdeckung gemacht werden, so dass die Besucher einiges zu sehen bekommen, was normaler Weise nicht offenkundig ist. In einer kleinen Gemäldeausstellung mit Ansichten Nordhausens ist ein größeres Ölgemälde des bekannten Thüringer Malers und Grafikers Otto Knöpfer zu sehen, das er Anfang der 1950er Jahre vom Aufbau der Rautenstraße schuf und das sonst im Rathaus/Stadthaus im Treppenaufgang hängt und nicht so im Focus der Öffentlichkeit steht. Einige Mitglieder der Familie Förstemann haben diesen Zustand Nordhausens nach dem Krieg miterlebt.
Im Depot im Walkenrieder Hof kamen in der Kunstsammlung zwei Porträts zum Vorschein, die Familienmitglieder zeigen. Nach der Restaurierung schauen die Abgebildeten, die Frau eines Brennherrn aus der Neustadt und ein Direktor der Realschule in Elberfeld, auf die Betrachter.
Nun kommt eine Geschichte, die zeigt, wie Zufälle helfen, Historie anschaulich zu gestalten. Für das Lapidarium des Museums Flohburg wurden mehrere Grabsteinrudimente aus der kleinen Ruine des Spendekirchhofes geborgen, die dort seit Zeiten ungeordnet lagen. Einige lagern noch vor der Ruine, wurden aber so platziert, dass man auch Inschriften lesen kann. Und, siehe da, ein größerer Grabstein gehört zu der Familie Förstemann, die ursprünglich Fürstemann hieß.
Anhand der Ahnentafel der Familie, die in vielfacher Vergrößerung in der Ausstellung gezeigt wird, konnte erkundet werden, dass unter diesem Stein die Schwiegereltern der Frau begraben lagen, deren Ölgemälde, wie beschrieben, gezeigt wird. Eine nächste Entdeckung war eine Künstlerin, Elisabeth Tappert-Foerstemann, die in Berlin geboren wurde und vielleicht von einer aus Nordhausen ausgewanderten Bäckersfamilie stammen könnte, so wurde vermutet.
Sie war mit dem bekannten Maler Georg Tappert, einem Expressionisten, verheiratet, der sie oft zeichnete und malte, und starb bereits mit 28 Jahren. Durch Recherchen gelang es, mehr Licht in ihr kurzes Leben zu bringen und ihre Abstammung aus der Nordhäuser Familie nachzuweisen.
Heidelore Kneffel
Wen solche Entdeckungen anhand einer Familie interessieren, ist am Freitag (23. August) um 16.00 Uhr in der Barfüßerstraße 6 / Ecke Blasiistraße an der richtigen Stelle.
Autor: redAuf 30 Collage-Tafeln im Format A1 werden die ausgewählten Familienmitglieder vorgestellt. Hinzu kommen bekannte Persönlichkeiten aus Nordhausen, mit denen die Förstemanns/Foerstemanns bekannt waren, besondere Ereignisse werden beleuchtet und der Besucher erfährt anhand zahlreicher Bilder, wie Nordhausen in der jeweiligen Lebenszeit der Familienmitglieder ausgesehen hat.
Nordhausen auf einer Karte von 1733 (Foto: Archiv Kneffel)
Man begleitet sie durch die Stadt, denn im Stadtarchiv gibt es Karten und Bücher darüber, die nicht viele Bürger kennen. In sechs Vitrinen sind Bücher ausgestellt, die von Mitgliedern der Familie Förstemann verfasst und in Nordhausen gedruckt worden sind, denn ein Familienmitglied war Mitte des 19. Jahrhunderts Verlagsbuchhändler am Kornmarkt.In der Zeit der Ausstellungskonzeption konnte manche unerwartete Entdeckung gemacht werden, so dass die Besucher einiges zu sehen bekommen, was normaler Weise nicht offenkundig ist. In einer kleinen Gemäldeausstellung mit Ansichten Nordhausens ist ein größeres Ölgemälde des bekannten Thüringer Malers und Grafikers Otto Knöpfer zu sehen, das er Anfang der 1950er Jahre vom Aufbau der Rautenstraße schuf und das sonst im Rathaus/Stadthaus im Treppenaufgang hängt und nicht so im Focus der Öffentlichkeit steht. Einige Mitglieder der Familie Förstemann haben diesen Zustand Nordhausens nach dem Krieg miterlebt.
Im Depot im Walkenrieder Hof kamen in der Kunstsammlung zwei Porträts zum Vorschein, die Familienmitglieder zeigen. Nach der Restaurierung schauen die Abgebildeten, die Frau eines Brennherrn aus der Neustadt und ein Direktor der Realschule in Elberfeld, auf die Betrachter.
Nun kommt eine Geschichte, die zeigt, wie Zufälle helfen, Historie anschaulich zu gestalten. Für das Lapidarium des Museums Flohburg wurden mehrere Grabsteinrudimente aus der kleinen Ruine des Spendekirchhofes geborgen, die dort seit Zeiten ungeordnet lagen. Einige lagern noch vor der Ruine, wurden aber so platziert, dass man auch Inschriften lesen kann. Und, siehe da, ein größerer Grabstein gehört zu der Familie Förstemann, die ursprünglich Fürstemann hieß.
Anhand der Ahnentafel der Familie, die in vielfacher Vergrößerung in der Ausstellung gezeigt wird, konnte erkundet werden, dass unter diesem Stein die Schwiegereltern der Frau begraben lagen, deren Ölgemälde, wie beschrieben, gezeigt wird. Eine nächste Entdeckung war eine Künstlerin, Elisabeth Tappert-Foerstemann, die in Berlin geboren wurde und vielleicht von einer aus Nordhausen ausgewanderten Bäckersfamilie stammen könnte, so wurde vermutet.
Sie war mit dem bekannten Maler Georg Tappert, einem Expressionisten, verheiratet, der sie oft zeichnete und malte, und starb bereits mit 28 Jahren. Durch Recherchen gelang es, mehr Licht in ihr kurzes Leben zu bringen und ihre Abstammung aus der Nordhäuser Familie nachzuweisen.
Heidelore Kneffel
Wen solche Entdeckungen anhand einer Familie interessieren, ist am Freitag (23. August) um 16.00 Uhr in der Barfüßerstraße 6 / Ecke Blasiistraße an der richtigen Stelle.


