Geheimnissen auf der Spur
Dienstag, 13. April 2004, 10:49 Uhr
Nordhausen/Limlingerode (nnz). Es gibt interessante und ab und zu auch überflüssige Dialoge zwischen Menschen. Doch es soll auch Dialoge zwischen Mensch und Blume geben. Einem solchen ist derzeit die nnz auf der Spur. Erste Ergebnisse der Suche gibt es mit dem bekannten Klick auf MEHR.
In ihrem Buch Alice im Wunderland lässt Lewis Carroll das Mädchen sagen: Oh du Feuerlilie, denn eine solche wuchs da und schaukelte anmutig im Wind, wenn du doch nur reden könntest! Wir können schon, sagte die Feuerlilie, solange jemand da ist, mit dem es sich lohnt. Am kommenden Sonnabend (17. April) wird es ab 14.30 Uhr Gelegenheit geben, den Blumen und ihrer geheimnisvollen Sprache in der Dichterstätte Sarah Kirsch nahe zu kommen. Die Zahl der Dichterinnen und Dichter ist nicht zu benennen, die Gedichte schrieben, in denen sie Blumen Stimmen verleihen.
Und was gäbe es Sinnreicheres, als in einer Dichterstätte eine Vielzahl der Verse erklingen zu lassen, wenn es im nahen Nordhausen die Landesgartenschau Thüringens gibt. Eine Auswahl musste aus der Fülle getroffen werden und da lag es nahe, Dichter auszuwählen, deren Namen von Straßen in der Südharzstadt getragen werden. Goethe, Heine, Eichendorff, Möricke, Storm, Uhland und Rückert wurden auserkoren.
Ende des 18. Jahrhunderts begann, ausgelöst vom dichtenden Philosophen Jean-Jacques Rousseau die Diskussion darüber, ob die Blumen über Seele und Sprache verfügen. Schon in der Antike hatte Aristoteles ein Nachdenken über die Pflanzenseele angeregt. Er stellte eine Hierarchie des Lebendigen auf, und die Pflanze hatte eine Stellung zwischen unbelebter Natur und dem Tier trotz der Unfähigkeit, sich von der Stelle zu bewegen.
Im Ägypten der Pharaonen glaubte man, dass im Duft der Blumen göttliche Kraft stecke. Auf den ägyptischen Fresken sind sehr, sehr oft Menschen zu sehen, die an den köstlich duftenden blauen Seerosen riechen. Im antiken Griechenland schmückten Kränze aus Rosen, Hyazinthen, Veilchen und Lotos die Gäste beim festlichen Gelage. Die berühmte Sappho dichtete: Viele Kränze von Veilchen hast, und von Rosen und Krokus du, bei mir dir ins Haar gewunden.
Die Göttin Flora gehört als Beschützerin der Gärten zu den ältesten Gestalten der römischen Religionsgeschichte. In der Mythologie ist es möglich, dass Menschen in Pflanzen verwandelt werden. Die frühen Christen betrachteten die Blumen mit großem Misstrauen, sie sahen in ihnen Sinnbilder der heidnischen Kultur. In den Klöstern allerdings bewahrte sich die Blumenzucht und Gartenkultur der Antike, auch die von den Heilpflanzen. Erst unter Karl dem Großen änderten die Christen ihre Haltung. Durch seine Feldzüge nach Spanien lernte er maurische Gartenkultur kennen. Im Islam sind die Blumen Sinnbild für den Geist Gottes.
Am 17. April wird es ab 14.30 Uhr insgesamt sehr blütenreich in der Dichterstätte zugehen. Wie das genau geschieht, wird noch nicht verraten, denn, wie beschrieben, die Sprache der Blumen birgt so manches Geheimnis.
Autor: nnz
In ihrem Buch Alice im Wunderland lässt Lewis Carroll das Mädchen sagen: Oh du Feuerlilie, denn eine solche wuchs da und schaukelte anmutig im Wind, wenn du doch nur reden könntest! Wir können schon, sagte die Feuerlilie, solange jemand da ist, mit dem es sich lohnt. Am kommenden Sonnabend (17. April) wird es ab 14.30 Uhr Gelegenheit geben, den Blumen und ihrer geheimnisvollen Sprache in der Dichterstätte Sarah Kirsch nahe zu kommen. Die Zahl der Dichterinnen und Dichter ist nicht zu benennen, die Gedichte schrieben, in denen sie Blumen Stimmen verleihen. Und was gäbe es Sinnreicheres, als in einer Dichterstätte eine Vielzahl der Verse erklingen zu lassen, wenn es im nahen Nordhausen die Landesgartenschau Thüringens gibt. Eine Auswahl musste aus der Fülle getroffen werden und da lag es nahe, Dichter auszuwählen, deren Namen von Straßen in der Südharzstadt getragen werden. Goethe, Heine, Eichendorff, Möricke, Storm, Uhland und Rückert wurden auserkoren.
Ende des 18. Jahrhunderts begann, ausgelöst vom dichtenden Philosophen Jean-Jacques Rousseau die Diskussion darüber, ob die Blumen über Seele und Sprache verfügen. Schon in der Antike hatte Aristoteles ein Nachdenken über die Pflanzenseele angeregt. Er stellte eine Hierarchie des Lebendigen auf, und die Pflanze hatte eine Stellung zwischen unbelebter Natur und dem Tier trotz der Unfähigkeit, sich von der Stelle zu bewegen.
Im Ägypten der Pharaonen glaubte man, dass im Duft der Blumen göttliche Kraft stecke. Auf den ägyptischen Fresken sind sehr, sehr oft Menschen zu sehen, die an den köstlich duftenden blauen Seerosen riechen. Im antiken Griechenland schmückten Kränze aus Rosen, Hyazinthen, Veilchen und Lotos die Gäste beim festlichen Gelage. Die berühmte Sappho dichtete: Viele Kränze von Veilchen hast, und von Rosen und Krokus du, bei mir dir ins Haar gewunden.
Die Göttin Flora gehört als Beschützerin der Gärten zu den ältesten Gestalten der römischen Religionsgeschichte. In der Mythologie ist es möglich, dass Menschen in Pflanzen verwandelt werden. Die frühen Christen betrachteten die Blumen mit großem Misstrauen, sie sahen in ihnen Sinnbilder der heidnischen Kultur. In den Klöstern allerdings bewahrte sich die Blumenzucht und Gartenkultur der Antike, auch die von den Heilpflanzen. Erst unter Karl dem Großen änderten die Christen ihre Haltung. Durch seine Feldzüge nach Spanien lernte er maurische Gartenkultur kennen. Im Islam sind die Blumen Sinnbild für den Geist Gottes.
Am 17. April wird es ab 14.30 Uhr insgesamt sehr blütenreich in der Dichterstätte zugehen. Wie das genau geschieht, wird noch nicht verraten, denn, wie beschrieben, die Sprache der Blumen birgt so manches Geheimnis.
