nnz-online

Die Relativitätstheorie des Glücks

Donnerstag, 15. August 2013, 19:26 Uhr
Wer in der Lotterie gewinnt, kann sich durchaus als Glückspilz bezeichnen. Schließlich liegt die Wahrscheinlichkeit, sechs Richtige zu haben, bei knapp 1 zu 14 Millionen. Aber was macht man mit dem unglaublichen Glück, zu dem kleinen Prozentsatz der Gewinner zu gehören...


Christoph Lau, Diplom-Sozialpädagoge und Autor des Buches "Relativitätstheorie des Glücks", meint, dass Gewinner der Glücksspirale natürlich kurzfristig immer glücklich sind. Aber auch langfristig kann das Geld ein Garant für ein erfülltes Leben sein – man muss nur wissen, wie man es einsetzt. Der Berliner Autor hat für sein Buch 14 Lottomillionäre befragt. Einige davon haben den Lottogewinn so genutzt, dass sie ein glückliches Leben führen.

Was machen mit dem vielen Geld? (Foto: Creatas/Thinkstock) Was machen mit dem vielen Geld? (Foto: Creatas/Thinkstock)

Dafür muss man sich lediglich bewusst machen, was im Leben wirklich zählt. Psychologisch gesehen erzeugt Verschwendung nämlich keine Glücksgefühle. Aber wenn sich der Gewinner beispielsweise einen Kindheitstraum erfüllt oder mit dem Geld etwas Sinnstiftendes tut, ist er nachweislich glücklich. Deswegen rät der Glücksexperte dazu, erst mal nichts zu überstürzen. Wer tatsächlich im Lotto gewinnt, sollte mit wenigen, sehr vertrauten Menschen überlegen, wie das Schöne im Leben durch den Gewinn unterstützt werden könnte. Auf keinen Fall solle man jedem von dem vielen Geld erzählen, denn das zieht manchmal falsche Freunde an.

Die befragten Millionäre

Im Buch wird außerdem beschrieben, dass die meisten Lottogewinner, die den Millionen-Jackpot geknackt haben, auch weiterhin Lotto spielen – aber nicht des Geldes wegen, davon haben sie ja mehr als genug. Es geht vielmehr und die Hoffnung, Aufregung und das Glücksgefühl beim Lottospielen. Lau hat für die Forschungsarbeit mit 14 Großgewinnern Kontakt aufgenommen – seiner Meinung nach war niemandem von ihnen der Reichtum anzumerken.

Dabei hatten sie 500.000 bis 10,2 Millionen Euro gewonnen. Drei von ihnen haben nicht einmal ihren Ehepartnern oder Kindern Bescheid gesagt. Viele wollen nämlich nicht, dass die Familienmitglieder einfach nur auf das Erbe lauern und genießen stattdessen die Zeit mit ihren Lieben. Fünf Lottogewinner haben sich und ihrer Familie deswegen ein Haus gebaut und genießen die Ruhe, anstatt das Geld auf den Kopf zu hauen.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de