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Die Stille der Musik

Samstag, 10. April 2004, 14:44 Uhr
Sondershausen (nnz). Das Violoncello gilt als Instrument der Melancholie und der Leidenschaft. Doch was passiert, wenn 4 Celli aufeinander treffen? Musik für Karfreitag. Musik voll tiefster Entsinnung und Hoffnung. Musik voll Traurigkeit. Musik zum Nachdenken. Katrin Landgraf hat in Sondershausen zugehört.


All das wurde vom traditionellen Cello-Meisterkurs zum Passionskonzert gespielt. Eigentlich ist Zeit der Stille und bis zur Zeit Heinrich Schütz mussten auch Instrumente schweigen. Diese Stille wurde durch Verhaltenheit der Stückwahl zum Meisterkurs gewahrt. Sie strahlte Ruhe und Meditation aus, in einem nicht enden wollenden Fluss von Tönen. Doch diese Verhaltenheit hat auf keinen Fall an der Schwierigkeit der Technik zweifeln lassen. Im Gegenteil. Gerade die Ruhe und die damit verbundene und erforderliche konstante Bogenführung ist es, was einen guten Cellisten ausmacht. Meisterhaft gelungen ist das den Cellisten Yasuko Ogata (die auch letztes Jahr schon beim Passionskonzert zu hören war), Lorena Nitsch, Meinhard Nitsch und ihrem Dozenten Professor Klaus Storck.

Unterstützt wurde der weiche Ton der Celli hervorragend von der Kirchenraumakustik und den Flötenregistern der Orgel, gespielt von Jens Goldhardt, der auch das Konzert mit "Präludium c-moll" von Johann Sebastian Bach eröffnete. Gefolgt von Worten der Pastorin Angelika Greim-Harland, die während des Konzerts über die Geschehnisse auf Golgatha sprach. Neben dem Cello waren auch Violine (Ai Kato) und Flöte (Kerstin Heidenreich) zu hören, um den schwermütigen Klang der Celli Abwechslung zu bieten.

Nicht nur die Musiker waren an Verhaltenheit gebunden, auch das Publikum wurde gebeten, keinen Applaus zu spenden um der Zeit der Stille zu wahren.
Katrin Landgraf
Autor: nnz

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