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nnz-Forum: Gold vergraben

Mittwoch, 07. April 2004, 15:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Auf dem Gelände der Abfalldeponie in Nentzelsrode soll künftig ein beachtlicher Teil des Restabfall weiterverarbeitet werden. Dazu eine Wortmeldung der Bündnisgrünen aus dem Eichsfeld.


Gerne folgten am Anfang dieser Woche Vertreter der Nordthüringer GRÜNEN einer Einladung des Ex-CDU-Landrates von Mühlhausen, Hilfreich Reinhold, und der Vogteier Kompost GmbH in Niederdorla zu einer Betriebsbesichtigung und anschließendem Meinungsaustausch über die Zukunft des Rohstoffs Restmüll in Nordthüringen. Dabei wurde auch das von der Fa. Rethmann neu vorgelegte Konzept einer MBA in Nentzelsrode mit einer Kugelmühle als Herzstück gemeinsam mit weiteren Abfallexperten von CDU und SPD aus dem Verbandsgebiet des ZAN diskutiert.

Als übereinstimmendes Ergebnis konnte dabei festgestellt werden, dass es vollkommen in die falsche Richtung führt, das Wirtschaftsgut Bio-Abfall auf einer Deponie zu vergraben, was aber das von Rethmann im Januar vorgestellte Konzept vorsieht. "Das ist ja, als ob man Gold vergräbt und hat überhaupt nichts mit Nachhaltigkeit zu tun", brachte es Reinhold auf den Punkt. Damit würde Wertschöpfung in der Region und teurer Deponieraum - in doppelter Weise - verschwendet. Deshalb muss - so die einhellige Forderung - endlich flächendeckend die Biotonne für Haushalte, die nicht selbst kompostieren, eingeführt werden, was nicht nur ökologischer, sondern auch kostendämpfend ist.

Leider sind die Christdemokraten im Eichsfeld hier zu einer konstruktiven Diskussion zu diesem Thema nicht bereit und negieren damit auch geltendes Recht. Selbst der Verbandsvorsitzende des ZAN, Dr. Werner Henning, verkündet sogar mit Stolz, dass er froh sei, im Eichsfeld keine Biotonne zu haben. "Das kann nur bedeuten, dass er entweder von der Materie keine Ahnung hat oder dass Rethman höhere Entsorgungsmengen zugeschanzt werden sollen", so Michael Hoffmeier von den EichsfeldGRÜNEN. Denn Bio-Abfälle können nur dann zu einem hochwertigen Wirtschaftsgut verarbeitet werden, wenn sie getrennt erfasst werden.

Die Nordthüringer GRÜNEN treten deshalb für ein innovatives Konzept mit Bio-Tonne und Verwertung ein, das zukunftsweisend auch noch den gesetzlichen Vorgaben in fünfzehn, zwanzig Jahren genügt, wenn nämlich alles sinnvoll verwertet werden soll. Für eine Pilotprojekt-Förderung eines solchen Konzeptes, das auch durch seinen Modellcharakter über die Region hinaus wirtschaftliche Bedeutung erhalten wird, haben sich die Nordthüringer GRÜNEN bereits im Bundesumweltministerium bei Jürgen Trittin stark gemacht.
Michael Hoffmeier, Bündnis90/Die Grünen

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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