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Gleichstellung aller Mütter gefordert

Samstag, 03. August 2013, 18:50 Uhr
Altersarmut wird in Zukunft stark zunehmen, auch in Thüringen. Frauen sind jetzt schon stärker davon betroffen als Männer. So erhielten die deutschen Rentnerinnen 2012 durchschnittlich nur 564 Euro monatlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung...



„Dieser Wert ist beängstigend niedrig“, sagt Bernd Reiber (Artern), Vorsitzender des VdK-Kreisverbands Nordthüringen (Kreise Nordhausen und Kyffhäuser). „Bei der Altersversorgung von Frauen muss die Politik jetzt endlich handeln.“ Dringenden Bedarf sieht der VdK bei der rentenrechtlichen Anerkennung von Zeiten der Kindererziehung. „Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, dürfen nicht mehr länger benachteiligt werden“, sagt auch Heidrun Tschee (Bleicherode), Kreisfrauenvertreterin.

„Auch sie müssen für die Rente pro Kind drei Erziehungsjahre anerkannt bekommen.“ Bisher erhalten nur Frauen, deren Kinder nach 1991 geboren wurden, drei Kindererziehungsjahre angerechnet, für Kinder, die vor 1992 zur Welt kamen, wird der Rente nur ein Jahr gutgeschrieben.

„Die Politik muss dieser Ungerechtigkeit ein Ende machen“, fordert fordern beide übereinstimmend und erhalten dabei Unterstützung aus den 13 Ortsverbänden mit über 1.100 Mitgliedern „Es darf nicht länger Mütter erster und zweiter Klasse geben.“ Vielen Frauen, die vor 1992 Kinder bekommen hätten, sei es wegen fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten nicht möglich gewesen, eine ausreichend hohe Rente zu erwirtschaften. „Ihnen muss geholfen werden, weil sie heute keine Chance mehr haben, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern“, betonen sie. Würden auch bei Frauen, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, für die Rente pro Kind drei Erziehungsjahre angerechnet statt wie bisher nur ein Erziehungsjahr, bekämen sie jeden Monat deutlich mehr Geld von der Deutschen Rentenversicherung: Pro Kind wären es dann 75 statt 25 Euro (im Osten).

Die rentenrechtliche Gleichstellung aller Mütter ist eine zentrale Forderung des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen. Im Rahmen seiner Kampagne gegen (Alters-)Armut und soziale Spaltung wendet er sich damit direkt an die am 22. September zur Wahl stehenden Parteien und Kandidaten.
Autor: red

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