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Fragen an die Leser (Update)

Sonntag, 28. Juli 2013, 21:01 Uhr
Frank Kiesewetter ist ein aufmerksamer Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen. Am gestrigen Abend machte er am östlichen Himmel eine Entdeckung und hat Fragen...


Die Bilder entstanden in der Nähe von Sangerhausen mit Blickrichtung Halle/Saale. Vielleicht kennt sich ja ein Leser mit dieser Erscheinung aus und gibt interessante Hinweise! Wie heißt diese Wolkenform und wie entsteht sie?
Frank Kiesewetter

1. Antwort

Ich bin kein Meteorologe, hoffe aber, die Frage doch beantworten zu können. Falls ich danebenliegen sollte, können mich sicher andere Leser korrigieren und so lerne auch ich noch etwas dazu.

Vom Aufbau her und nach den Bildern sollte es sich um eine klassische Kumuluswolke handeln. Wer den Wetterbericht gestern gut verfolgt hat, hat sicher auch erfahren können, dass derzeit eine Kaltfront und eine Warmfront sich über Deutschland befinden und sich die Grenzen auch verschieben.

Zum Teil ist das auch auf den Bildern schon erkennbar, indem sich die auf den ersten Bildern doch klar erkennbare Abgrenzung der Luftmassen (fast wie mit dem Lineal gezogen, dann merklich verschieben und sich die Ausbreitung der Wolken in weitere und höhere Luftschichten vollzieht.

T. Leipold

2. Antwort

Hierbei handelt es sich um die klassische Wolkenformation eines Gewitters, das gestern Abend über dem Großraum Leipzig stand. Im Grunde genommen ist es nichts anderes als eine riesige, vertikal mächtige Quellwolke (in den unteren Teilen ist das bekannte Blumenkohlmuster zu sehen), die vertikal so mächtig ist, dass die oberen Wolkenteile die Tropopause erreichen (grob: Bereich der Wettererscheinungen innerhalb der Troposphäre, Begrenzung nach oben Tropopause).

Weil der Auftrieb der Wolke, bis auf wenige Ausnahmen, dort vorbei ist und eine Art Sperrschicht besteht, gibt es nur eine Möglichkeit, sich nicht mehr vertikal, sondern horizontal auszubreiten. Im Gesamten erinnert die Form dann an einen Amboss. Der fachliche Name dieser Beobachtung läuft übrigens auf den netten Namen "Cumulonimbus capillatus incus" hinaus.

Mathias Rudolph
Autor: red

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