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Geschichte eines Nordhäuser Eiscafés

Dienstag, 23. Juli 2013, 13:09 Uhr
Jeder ältere Nordhäuser kennt die ehemalige Eisdiele Heidmeyer, das heutige Verona in der Bahnhofstraße, ehemals Karl-Marx-Straße. Hierbei handelt es sich um die älteste Eisdiele, mit langer Tradition in Nordhausen. Dazu eine Historie...


Wie lange die Eisdiele unter der Leitung der Familie Heidmeyer war, ist nicht bekannt. Nach dem Ende der Eisdiele, soll in dem Geschäft, der Verkauf von Modelleisenbahnen statt gefunden haben.

Die Geschichte der Eisdiele erfuhr mit dem Jahr 1978 in der Nordhäuser Karl-Marx-Straße ihre Fortsetzung, nachdem die Familie Brehm von der HO das Angebot bekam, die Eisdiele zu übernehmen. Die HO als Träger war unausweichlich, da es, auf Grund des Namens Karl-Marx-Straße, dort „keine privat geführten Geschäfte geben dürfe“, erklärte Holger Brehm.

Dennoch nahm er das Angebot an und war damit ab 1979 der Objektleiter und Angestellter des staatlichen Handelsbetriebes. Unter den Händen der bis zu fünf Mitarbeiterinnen, darunter Ehefrau Evelin, entstanden große Mengen Schoko-, Vanille- und Erdbeereis, welche sich so gut wie von allein verkauften.
Nach der Umgestaltung der Karl-Marx-Straße zum Boulevard im Jahr 1985, konnten sich die Kunden ihr Eis erstmals an unter dem Nordhäuser Himmel aufgestellten Tischen schmecken lassen. Den Zusammenbruch des Sozialismus, haben Holger Brehm und seine Familie sehr begrüßt. Immer wieder wurden seine Wünsche für eine Modernisierung der Eisdiele von den zuständigen Behörden abgelehnt.

Nun kamen endlich bessere Zeiten. Die Familie erreichte eine Reprivatisierung ihrer Firma In Großwechsungen und kaufte das Gebäude von den Alteigentümern. Der altbekannte Flachbau fiel 1993 der Abrissbirne zum Opfer. Ein Jahr später erstrahlte das neue Eiscafé Brehm, von nun an „VERONA“ genannt, in einem neuen zukunftsfähigen Glanz.

Mit dem Namen der italienischen Stadt wollte Holger Brehm auf die besondere Qualität seiner Eisspezialitäten aufmerksam machen. Mit 65 Plätzen im Haus, verteilt auf zwei Etagen, sowie 65 Plätzen an Tischen draußen in der Einkaufsmeile. Zu Schoko-, Vanille-, und Erdbeereis kamen 23 weitere Sorten hinzu.

Anknüpfend an ihre Großwechsunger Tradition etablierte die Familie vor einigen Jahren zudem wieder eine kleine Eisproduktion. Sie ermöglicht es den Nordhäusern und ihren Gästen, dass sie in zahlreichen Gaststätten und Cafés der Stadt Eis aus der Bahnhofstraße 8 genießen können. Hinzu kommen Abnehmer aus dem Eichsfeld und Stolberg.

Das Eiscafé ist so gut besucht, das man sich entschlossen hat, es noch einmal zu erweitern. Heute verfügt das Eiscafé über 160 Plätze und das Angebot hat sich auf 37 Eissorten erhöht. Diese rasante Entwicklung wäre ohne den Sohn von Holger Brehm, Sebastian, kaum möglich gewesen.
Ein Stammkunde
Autor: red

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