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Stockhausens Platt (15)

Sonntag, 14. Juli 2013, 08:48 Uhr
nnz-Leser Horst-Dieter Stockhausen schreibt für sein Leben gern Gedichte. Am liebsten in Nordhäuser Platt. In seinen heutigen Versen widmet er sich einem überaus aktuellen Thema....


Pst, horche mol wagk!


Mie ha´n veer aewwer drissich Johren

hinger veerjehaltener Hand erfohren:

Vun staatlicher Schtelle werd uusschpioniert

wos Ihr so ann Telefone parliert.

Man hotte au aenne Erklärung bereit:

"Das ist zu eurer Sicherheit!"

Dann gungk dos ganze System inne Knie

un mie dochten, nune aes dos Ganze verbie!

Doch pletzlich worde derch Zufall bekannt:

Me horcht wedder! Sugor innen fernen Land!

Do werd met moderner Technik jelauscht,

wos me met Freunden fer Worte tauscht!



In den ohlen Ländern gitts veel Jeschrei!

Fer uns aes dos nich ganz su noi.

Die Gründe mögen verschieden sinn,

trotzdem sitt man das nich inn:

Ob ich krank ben, oder Jesund

dos zu belauschen gitts kinnen Grund!

Wos ich zu erzähl`n ha, kann Jeder wissen,

trotzdem find ich dos Ganze nich scheen!

Horst-Dieter Stockhausen
Autor: red

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