Trennung ist keine Scheidung
Freitag, 12. Juli 2013, 14:53 Uhr
Im besten Einvernehmen trennten sich heute JugendSozialwerk und die beiden diakonischen Einrichtungen Nordhausens. Beziehungsweise wird ihr gemeinsamer Geschäftsbesorgungsvertrag gekündigt. Aber warum?
Prof. Dr. Jörg Wagner, der nicht nur Rektor der FH sondern auch Vorstandsvorsitzender des JugendSozialwerk Nordhausen ist, lobte die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre ausführlich. Superintendent Michael Bornschein, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Diakonie / Stiftung Maria im Elende GmbH, sprach von gewachsenen Strukturen und positiven Synergien der Kooperation.
Wechselseitig habe man davon profitiert, dass die Diakonie sich in den Neunziger Jahren unter das schützende Dach des erstarkenden Vereins JugendSozialwerk begeben habe. Nun aber sei man wieder solvent, freute sich der Kirchenmann und werde ab 2014 auf eigenen verwaltungstechnischen Füßen stehen. Dies verursache einiges an Mehrkosten und es muss auch ein neuer Geschäftsführer bestellt und finanziert werden, aber das ist die Trennung der Diakonie wert.
Die bestens mit ihren JuSoWe-Kollegen eingespielten Mitarbeiter werden in das St. Jakob Haus umgelagert und komplett neue Technik für die neue Geschäftsbestellung angeschafft. Mit einem fünfstelligen Betrag rechnet Michael Bornschein dabei.
Gehen ab 2014 getrennte Wege: Jugendsozialwerk mit Vorstandsvorsitzendem Prof. Dr. Wagner und Nordhäuser Diakonie mit dem Superintenden Michael Bornschein
Während der JuSo We-Geschäftsführer Andreas Weigel entlastet wird, soll Michael Görk aus dem Nordhäuser Kirchenvorstand den Neuaufbau koordinieren und als Geschäftsführer fungieren, bis ein neu auszuschreibender Geschäftsführer bzw. eine Geschäftsführerin auserkoren sein wird. Bleibt immer noch die Frage nach dem Warum?
Die Diakonie möchte ihre Eigenständigkeit in der sozialen Arbeit erlangen. Beide Partner möchten Verwechslungen der Zuständigkeiten vorbeugen . Sie wollen auch weiterhin gut zusammenarbeiten, man sei getrennt, aber nicht geschieden hieß es dazu. Vor allem aber werden die einstigen Partner weiterhin im lukrativen und zukunftsträchtigen Sektor der Altenpflege agieren – ohne, dass der eine Ex-Partner die genauen Zahlen des anderen kennt.
So endet eine Ära, die nach der Wende in einer stürmischen und mitunter auch anarchischen Zeit von Leuten wie dem umtriebigen JuSoWe-Gründer Thomas Pape initiiert wurde. Gegen den allgemeinen Trend des Sparens, Zusammenlegens und Wegrationalisierens entsteht eine eigenständige Verwaltung in der Nordhäuser Diakonie, die seit kurzem auch ans Diakonische Werk angekoppelt ist.
Für die Patienten, Zöglinge und Pflegebedürftige beider Organisationen wird sich durch diesen Schritt nichts ändern, betonten Vertreter von JuSoWe und Diakonie unisono. Ungewöhnlich erscheint er in Zeiten des globalen Sparwahns um jeden Preis schon. Oder erleben wir hier im beschaulichen Nordhausen erste Anzeichen einer Trendwende?
Autor: nnzProf. Dr. Jörg Wagner, der nicht nur Rektor der FH sondern auch Vorstandsvorsitzender des JugendSozialwerk Nordhausen ist, lobte die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre ausführlich. Superintendent Michael Bornschein, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Diakonie / Stiftung Maria im Elende GmbH, sprach von gewachsenen Strukturen und positiven Synergien der Kooperation.
Wechselseitig habe man davon profitiert, dass die Diakonie sich in den Neunziger Jahren unter das schützende Dach des erstarkenden Vereins JugendSozialwerk begeben habe. Nun aber sei man wieder solvent, freute sich der Kirchenmann und werde ab 2014 auf eigenen verwaltungstechnischen Füßen stehen. Dies verursache einiges an Mehrkosten und es muss auch ein neuer Geschäftsführer bestellt und finanziert werden, aber das ist die Trennung der Diakonie wert.
Die bestens mit ihren JuSoWe-Kollegen eingespielten Mitarbeiter werden in das St. Jakob Haus umgelagert und komplett neue Technik für die neue Geschäftsbestellung angeschafft. Mit einem fünfstelligen Betrag rechnet Michael Bornschein dabei.
Gehen ab 2014 getrennte Wege: Jugendsozialwerk mit Vorstandsvorsitzendem Prof. Dr. Wagner und Nordhäuser Diakonie mit dem Superintenden Michael Bornschein
Während der JuSo We-Geschäftsführer Andreas Weigel entlastet wird, soll Michael Görk aus dem Nordhäuser Kirchenvorstand den Neuaufbau koordinieren und als Geschäftsführer fungieren, bis ein neu auszuschreibender Geschäftsführer bzw. eine Geschäftsführerin auserkoren sein wird. Bleibt immer noch die Frage nach dem Warum?
Die Diakonie möchte ihre Eigenständigkeit in der sozialen Arbeit erlangen. Beide Partner möchten Verwechslungen der Zuständigkeiten vorbeugen . Sie wollen auch weiterhin gut zusammenarbeiten, man sei getrennt, aber nicht geschieden hieß es dazu. Vor allem aber werden die einstigen Partner weiterhin im lukrativen und zukunftsträchtigen Sektor der Altenpflege agieren – ohne, dass der eine Ex-Partner die genauen Zahlen des anderen kennt.
So endet eine Ära, die nach der Wende in einer stürmischen und mitunter auch anarchischen Zeit von Leuten wie dem umtriebigen JuSoWe-Gründer Thomas Pape initiiert wurde. Gegen den allgemeinen Trend des Sparens, Zusammenlegens und Wegrationalisierens entsteht eine eigenständige Verwaltung in der Nordhäuser Diakonie, die seit kurzem auch ans Diakonische Werk angekoppelt ist.
Für die Patienten, Zöglinge und Pflegebedürftige beider Organisationen wird sich durch diesen Schritt nichts ändern, betonten Vertreter von JuSoWe und Diakonie unisono. Ungewöhnlich erscheint er in Zeiten des globalen Sparwahns um jeden Preis schon. Oder erleben wir hier im beschaulichen Nordhausen erste Anzeichen einer Trendwende?

