nnz-online

Aufgestellt für 2020

Donnerstag, 11. Juli 2013, 12:45 Uhr
Zur Vertreterversammlung im vergangenen Monat konnte der Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz den Vertretern einen überaus positive Jahresabschluss vorlegen und erläutern. Heute wurden noch einige Details und Hintergründe erläutert...


So berichtete Finanz-Vorstand Steffen Loup, dass das Geschäftsjahr 2012 mit einem Überschuss von fast 500.000 Euro abgeschlossen werden konnte. Das zielgerichtete und vorausschauende Wirtschaften der Genossenschaft wird zum Beispiel mit dem Blick auf die Schulden deutlich. So konnten im vergangenen Jahr rund 780.000 Euro an Sondertilgungen getätigt, die zu den planmäßigen Tilgungen von 4,75 Millionen Euro noch hinzukommen. Dadurch wurden die Verbindlichkeiten der Genossenschaft auf rund 93,5 Millionen Euro abgeschmolzen. "So konnte zum Beispiel die Zinsaufwandsquote auf unter 22 Prozent gesenkt werden. Das bedeutet, dass von jedem eingenommenen Euro aktuell nur noch 22 Cent für Zinszahlung und Tilgung aufgewendet werden", führte Steffen Loup heute aus.

Für den technischen Bereich resümierte Harald Eisentraut als verantwortlicher Vorstand, dass alle geplanten Investitionen und Instandhaltungsmaßnahmen im zurückliegenden Jahr realisiert wurden. Unter anderem konnte durch den Anbau von Balkonen und Aufzügen an verschiedenen Standorten der Wohnkomfort weiter erhöht werden. Die gesamten Aufwendungen betrugen über sechs Millionen Euro. In der Neustadtstraße in Nordhausen oder an den Standorten in Bleicherode wurden im vergangenen Jahr rund 1,5 Millionen Euro eingesetzt. Geld, das in Form von Aufträgen hauptsächlich an Unternehmen der Nordhäuser Region floss.

Auf eine Vermietungsquote von 97 Prozent wies Vorstand Sven Dörman hin. Mit einem Gesamtbestand von mehr als 8.000 Wohnungen sei die WBG mit ihrer Tochterunternehmung in der Lage Wohnraumwünsche in allen Kategorien zu erfüllen. Allein im vergangenen Jahr, dem Jahr des 111jährigen Bestehens der Genossenschaft, wurden mehr als 1.000 neue Nutzungsverträge realisiert. Auch hier geht der Blick des Vorstandes nach vorn.

Die Erfahrungen aus der begonnenen Optimierung der Arbeitsabläufe sollen im Projekt “Vermietungsservice 2013” ständig angepasst und verbessert werden. So wird die Genossenschaft ihrem Motto “Wohnen mit Service” in diesem und in den kommenden Jahren gerecht.

Eine der größten Herausforderungen für die Genossenschaft wird die immer älter werdende Gesellschaft sein. Sie macht auch um die Nordhäuser Region keinen Bogen. Neben allen Akteuren des politischen und wirtschaftlichen Lebens müssen sich auch die Vermieter von Wohnungen diesem Fakt stellen. In der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz wird der demografische Faktor immer stärker in den Fokus des Leitbildes “WBG 2020” rücken, denn immerhin sind rund 2.000 Mitglieder der Genossenschaft älter als 70 Jahre.

In diesem Jahr sollen mit dem Umbau der Geschäftsstelle in der Bochumer Straße sowie am Wohnungsstandort Aueblick weitere Maßnahmen umgesetzt werden. Am Aueblick wird an diesem Standort mit dem Bau einer Seniorenresidenz und der Wohnanlage An der Zichorienmühle begonnene Weg konsequent fortgesetzt. Hier können nach dem Umbau von Wohnungen am Aueblick 9 bis 12 Synergien wie die Dienste einer Hausdame oder ein mobiler Pflegedienst perspektivisch genutzt werden.

Beim Umbau der Wohnungen beschreitet die Genossenschaft Neuland in zweierlei Hinsicht. Zum einen werden für die Wohnungen im Erdgeschoss Mietergärten angelegt, zum anderen wird zum ersten Mal in einen Plattenbau vom Typ WBS 70 ein Fahrstuhl nicht an-, sondern eingebaut. Dazu ist es notwendig, dass elf Mieter aus ihren Wohnungen ausziehen müssen. Die ersten Mieter haben sich bereits ihren neuen genossenschaftlichen Wohnraum ausgesucht.

Für Architekten, Planer und für Bauleute wird diese gesamte Maßnahme eine Herausforderung sein.

Ein weiteres Vorhaben, das sich in die demografischen Herausforderungen einordnen lässt, ist der in diesem Jahr beginnende Umbau der Geschäftsstelle der WBG. Er startet im nächsten Monat mit dem Abriss der Lagerhalle am Standort in der Bochumer Straße. Der den Vertretern der Genossenschaft mehrfach vorgestellte Entwurf sieht vor, in einem Kunden-Service-Center alle Mitarbeiter zu integrieren, die unmittelbaren Kundenkontakt haben. Die entsprechenden Dienstzimmer der Mitarbeiter können per Fahrstuhl barrierefrei erreicht werden. Bislang gab es in der Verwaltung weder einen Fahrstuhl noch eine barrierefreie Erreichbarkeit der jeweiligen Ansprechparter. Stattdessen waren die Dienstzimmer auf fünf Ebenen verteilt.

Der Umbau wird ersten Schätzungen zufolge rund 1,9 Millionen Euro kosten und wird aus dem Eigenkapital der Genossenschaft finanziert.

Fazit: Die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz will sich den Herausforderungen stellen. Sie ist kerngesund und hat damit die besten Chancen, die in der Strategie WBG 2020 gesteckten Ziele zu erreichen. Der Weg wird nicht einfach, weil einige nicht zu beeinflussende Faktoren in der Gesamt-Gleichung eventuell eine Unbekannte sein könnten. In den kommenden Jahren wird deshalb auch wieder die Politik gefragt sein, um in den Kommunen das Wohnen attraktiv und sozial zu gestalten.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de