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Gipfelstürmer

Montag, 08. Juli 2013, 21:31 Uhr
Neben der Unterrichtsarbeit laut Stundentafel fordert der Lehrplan einen Regional- und Fachbezug mit Hilfe von Exkursionen. Und so tauschten die Schüler des Biologiekurses 11/2 Tafel, Hefter und Bücher gegen einen praxisbezogenen Unterrichtsgang auf den Brocken...

Gruppenfoto (Foto: H. Roeder) Gruppenfoto (Foto: H. Roeder)

Das Ökosystem Hochharz stand dabei im Fokus und wurde dabei exemplarisch geologisch und botanisch untersucht. Vom Torfhaus als Ausgangspunkt ging es über den Goetheweg zum Goethemoor. Individuell vorbereitete Schülerreferate über das Moor und den Nationalpark Harz schufen die Verbindung von Theorie und Praxis.

So konnten die Gymnasiasten die sechs Vegetationshöhenstufen des Nationalparks in Augenschein nehmen und einen Eindruck der 96prozentigen Bewaldung erhalten.
Nach einem mehrstündigen Aufstieg erreichten die Gipfelstürmer das Ziel, das Brockenplateau. Dr. Karste von der Universität Göttingen/Halle empfing die Kursteilnehmer im Brockengarten, zeigte und erklärte die Hochgebirgspflanzen und legte dabei viel Wert auf deren lateinische Fachbezeichnung. Umfassend informierte er über spezifische Pflanzenarten, die es nur noch auf dem Brocken gibt. Als Vertreter der endemischen Arten hob er die das Alpenhabichtskraut, die Schweizer Weide sowie die Brockenanemone hervor.

Einen breiten Raum nahm die Diskussion über die Beziehung der Lebewesen zur natürlichen Umwelt ein. Vor allem die Auswirkungen des Klimawandels auf die höchste Erhebung des Nationalparks wurden thematisiert. So erfuhren die Schüler, dass sich die Vegetationsphasen von Pflanzen verlängern und dies wiederum das biologische Gleichgewicht von Produzenten, Konsumenten und Destruenten stört. Dr. Karste veranschaulichte dies mit Hilfe des Huflattichs, der als Pflanzenart eigentlich nicht in das Hochharz-Ökosystem gehört, dessen Vermehrung auf dem Gipfel aber dokumentiert wurde.

Der Einfluss von Tourismus sowie intensiver Nährstoffeinbringung aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung des Harzvorlandes beeinflusst/e die biotischen und abiotischen Bedingungen und damit die Vegetation auf dem Brocken. So erfuhren die Gymnasiasten beispielhaft, dass Pflanzenarten aussterben und sich neue Arten ansiedeln.

Nachfolgend erhielten die Schüler Zeit für eigene Erkundungen, Recherchen und Fragen. Nach einem mehrstündigen Abstieg und vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen über den so nahe gelegenen Nationalpark endete dieser Unterrichtsgang, welcher für die Teilnehmer nicht nur eine praxisorientierte Vorbereitung auf das Abitur oder auch Studium darstellte, sondern auch in Erinnerung bleiben wird.
Heike Roeder
Autor: red

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