Einmaliges im "kleinen Körbchen"
Montag, 08. Juli 2013, 16:54 Uhr
Im kleinen Körbchen passierte etwas Großes für die Region. Kaum ein Jahr nach dem ersten Spatenstich für die Biogasanlage der Eichsfeldwerke wird auf dem Grundstück nahe Weißenborn-Lüderode Tag für Tag auf umweltschonende und nachhaltige Weise aus regionalen Energiepflanzen Biogas mit Erdgasqualität erzeugt...
Im Beisein der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Landrat Dr. Werner Henning, Bürgermeister Peter Trappe sowie zahlreicher Gäste fand vor einer Stunde die offizielle Inbetriebnahme des bislang größten Energieeffizienz-Projekts der Unternehmensgruppe statt. Am 25. August 2013 sind alle Interessierten dazu eingeladen, sich vor Ort davon zu überzeugen, wie die hocheffiziente Biogastechnologie funktioniert.
Die Biogasanlage Weißenborn-Lüderode ist ein echter Umweltschützer.10.000 Tonnen Kohlendioxid werden durch sie jährlich eingespart. Mit 13 Millionen Euro ist das Gemeinschaftsprojekt der drei Tochterunternehmen EW Eichsfeldgas GmbH, EW Wärme GmbH und EW Projekt GmbH die größte Einzelinvestition seit Gründung der Eichsfeldwerke. Eine nachhaltige Investition in den Klimaschutz und die Lebensqualität in der Region.
Im Gegensatz zu vielen anderen Biogasanlagen wird nicht nur Biogas erzeugt, sondern dies auch auf Erdgasqualität veredelt. Dieses Gas hat eine der besten Ökobilanzen. So wird bei der Nutzung nur so viel Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben, wie die eingesetzten Pflanzen beim Wachstum aus der Umgebung aufgenommen haben. Diese alternative Energieform steht ganzjährig zur Verfügung und kann in das bestehende Erdgasnetz der EW Eichsfeldgas eingespeist, bei Bedarf gespeichert und schließlich kundennah zur Anwendung gebracht werden. Dies wird in den Blockheizkraftwerken der Unternehmensgruppe erfolgen. Durch die gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung ist der Effizienzgrad besonders hoch.
Hierfür konnten mit der Agrargenossenschaft Am Ohmberg eG aus Bischofferode, der Agrargesellschaft Stöckey GbR und der APH Agrar Produkt & Handels GmbH & Co. KG aus Weißenborn-Lüderode drei leistungsfähige und zuverlässige regionale Partner gefunden werden.
Für den Betrieb der Anlage liefern die Landwirte von 700 Hektar Anbaufläche jährlich etwa 28.000 Tonnen Biomasse, die zu rund 45 Prozent aus Maissilage und
45 Prozent aus Ganzpflanzensilage (Gerste und Roggen) besteht. Der Rest sind Gras, Gülle und Festmist.
10.000 Quadratmeter großen Silo gelagert. In zwei Fermentern und einem Nachgärer wird der klein gehäckselten Biomasse durch biologische Prozesse die Energie, das heißt das Biogas, entzogen. Unzählige Mikroorganismen wandeln die Biomasse Schritt für Schritt zu einem Gasgemisch um. So wird sie zunächst von Hefen in Zucker und Alkohole zerlegt.
Eine andere Gruppe von Bakterien bildet daraus organische Säuren (zum Beispiel Essigsäure und Wasserstoff). Von diesen Säuren ernähren sich die Methanbakterien, die dabei schließlich Biogas ausatmen. In diesem Gas ist zu einem großen Teil das gewünschte Methan enthalten. Damit die Organismen ideale Lebensbedingungen haben, finden die Prozesse unter ständigem Rühren und Luftabschluss sowie bei einer konstanten Temperatur von etwa 38°C statt. Das erzeugte Biogas wird unterhalb der Folienhauben der Behälter gespeichert.
Der übrig bleibende Gärrest wird in zwei abgedeckten Behältern gelagert und von den Substratlieferanten auf die zu bestellenden Flächen wieder als natürlicher, geruchsarmer Dünger ausgebracht. Dadurch wird der lokale Nährstoffkreislauf geschlossen und der Einsatz von Kunstdünger deutlich reduziert.
Das von den Fermentern kommende Biogas besteht etwa zu gleichen Teilen aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2). In der zweiten Kernkomponente, der Biogasaufbereitungsanlage, wird es gereinigt und so aufbereitet, dass es die gleichen Eigenschaften wie Erdgas vorweist. Nach einer Analyse erfolgen die Entschwefelung, die Abtrennung von möglichen Feststoffpartikeln sowie die Reduzierung von Spurengasen mittels Aktivkohlefiltern. Im weiteren Aufbereitungsprozess wird das CO2 mithilfe einer Waschlösung abgetrennt und das nun zu 99 Prozent methanhaltige Gas getrocknet.
Damit das so auf Erdgasqualität veredelte Biogas in das Netz der EW Eichsfeldgas eingespeist werden kann, fließt es anschließend in die Biogaseinspeiseanlage. Dort wird der Biogasstrom gemessen und mittels Kompressoren auf den notwendigen Leitungsdruck (zwischen 6 und 16 bar) verdichtet. Durch Zugabe von Flüssiggas wird der Brennwert, das heißt der Energiegehalt, exakt dem des in der Leitung vorhandenen Erdgases angepasst.
Durch den kontinuierlichen Betrieb der Anlage wird jährlich eine Menge von etwa 30 Millionen Kilowattstunden Biogas mit Erdgasqualität in das Erdgasnetz eingespeist. Rund 5 Prozent des Erdgasbedarfs im Landkreis Eichsfeld werden damit gedeckt. In den Blockheizkraftwerken der Eichsfeldwerke werden daraus rund 11 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt. Dies reicht für eine Versorgung von circa 2.800 Haushalten. Durch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung findet die im Biogas enthaltene Energie vollständig Verwendung. So wird die gleichzeitig anfallende Wärme – rund 14 Millionen Kilowattstunden jährlich – in den angeschlossenen Fernwärmenetzen genutzt. Die produzierte Wärmemenge entspricht dem Bedarf von etwa 1.000 Eigenheimen.
Mit der Biogasanlage Weißenborn-Lüderode hat die Unternehmensgruppe ein Großprojekt realisiert, das für den nachhaltigen und umweltschonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen steht. Durch die Nutzung des Biogases hat sie die gesamte Wertschöpfungskette für die Region erschlossen.
Autor: redIm Beisein der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Landrat Dr. Werner Henning, Bürgermeister Peter Trappe sowie zahlreicher Gäste fand vor einer Stunde die offizielle Inbetriebnahme des bislang größten Energieeffizienz-Projekts der Unternehmensgruppe statt. Am 25. August 2013 sind alle Interessierten dazu eingeladen, sich vor Ort davon zu überzeugen, wie die hocheffiziente Biogastechnologie funktioniert.
Die Biogasanlage Weißenborn-Lüderode ist ein echter Umweltschützer.10.000 Tonnen Kohlendioxid werden durch sie jährlich eingespart. Mit 13 Millionen Euro ist das Gemeinschaftsprojekt der drei Tochterunternehmen EW Eichsfeldgas GmbH, EW Wärme GmbH und EW Projekt GmbH die größte Einzelinvestition seit Gründung der Eichsfeldwerke. Eine nachhaltige Investition in den Klimaschutz und die Lebensqualität in der Region.
Im Gegensatz zu vielen anderen Biogasanlagen wird nicht nur Biogas erzeugt, sondern dies auch auf Erdgasqualität veredelt. Dieses Gas hat eine der besten Ökobilanzen. So wird bei der Nutzung nur so viel Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben, wie die eingesetzten Pflanzen beim Wachstum aus der Umgebung aufgenommen haben. Diese alternative Energieform steht ganzjährig zur Verfügung und kann in das bestehende Erdgasnetz der EW Eichsfeldgas eingespeist, bei Bedarf gespeichert und schließlich kundennah zur Anwendung gebracht werden. Dies wird in den Blockheizkraftwerken der Unternehmensgruppe erfolgen. Durch die gekoppelte Strom- und Wärmeerzeugung ist der Effizienzgrad besonders hoch.
Starker Standort. Starke regionale Partnerschaft.
Hinter einem ehemaligen Bahndamm und 1,7 Kilometer von der nächsten Ortslage entfernt liegt das 4 Hektar große Grundstück für die Anlage. Ideal sind an diesem Standort nicht nur die Nähe zur Erdgasleitung und die Anbindung an die Strom- und Wasserversorgung. Ein wesentliches Kriterium für die Standortwahl war die optimale Bereitstellung und Zulieferung der Energiepflanzen.Hierfür konnten mit der Agrargenossenschaft Am Ohmberg eG aus Bischofferode, der Agrargesellschaft Stöckey GbR und der APH Agrar Produkt & Handels GmbH & Co. KG aus Weißenborn-Lüderode drei leistungsfähige und zuverlässige regionale Partner gefunden werden.
Für den Betrieb der Anlage liefern die Landwirte von 700 Hektar Anbaufläche jährlich etwa 28.000 Tonnen Biomasse, die zu rund 45 Prozent aus Maissilage und
45 Prozent aus Ganzpflanzensilage (Gerste und Roggen) besteht. Der Rest sind Gras, Gülle und Festmist.
Strom und Wärme vom Feld
Die Biogasanlage besteht aus drei Hauptkomponenten: Biogaserzeugung, -aufbereitung und -einspeisung. Von den Landwirten angelieferte Substrate werden in einem etwa10.000 Quadratmeter großen Silo gelagert. In zwei Fermentern und einem Nachgärer wird der klein gehäckselten Biomasse durch biologische Prozesse die Energie, das heißt das Biogas, entzogen. Unzählige Mikroorganismen wandeln die Biomasse Schritt für Schritt zu einem Gasgemisch um. So wird sie zunächst von Hefen in Zucker und Alkohole zerlegt.
Eine andere Gruppe von Bakterien bildet daraus organische Säuren (zum Beispiel Essigsäure und Wasserstoff). Von diesen Säuren ernähren sich die Methanbakterien, die dabei schließlich Biogas ausatmen. In diesem Gas ist zu einem großen Teil das gewünschte Methan enthalten. Damit die Organismen ideale Lebensbedingungen haben, finden die Prozesse unter ständigem Rühren und Luftabschluss sowie bei einer konstanten Temperatur von etwa 38°C statt. Das erzeugte Biogas wird unterhalb der Folienhauben der Behälter gespeichert.
Der übrig bleibende Gärrest wird in zwei abgedeckten Behältern gelagert und von den Substratlieferanten auf die zu bestellenden Flächen wieder als natürlicher, geruchsarmer Dünger ausgebracht. Dadurch wird der lokale Nährstoffkreislauf geschlossen und der Einsatz von Kunstdünger deutlich reduziert.
Das von den Fermentern kommende Biogas besteht etwa zu gleichen Teilen aus Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2). In der zweiten Kernkomponente, der Biogasaufbereitungsanlage, wird es gereinigt und so aufbereitet, dass es die gleichen Eigenschaften wie Erdgas vorweist. Nach einer Analyse erfolgen die Entschwefelung, die Abtrennung von möglichen Feststoffpartikeln sowie die Reduzierung von Spurengasen mittels Aktivkohlefiltern. Im weiteren Aufbereitungsprozess wird das CO2 mithilfe einer Waschlösung abgetrennt und das nun zu 99 Prozent methanhaltige Gas getrocknet.
Damit das so auf Erdgasqualität veredelte Biogas in das Netz der EW Eichsfeldgas eingespeist werden kann, fließt es anschließend in die Biogaseinspeiseanlage. Dort wird der Biogasstrom gemessen und mittels Kompressoren auf den notwendigen Leitungsdruck (zwischen 6 und 16 bar) verdichtet. Durch Zugabe von Flüssiggas wird der Brennwert, das heißt der Energiegehalt, exakt dem des in der Leitung vorhandenen Erdgases angepasst.
Durch den kontinuierlichen Betrieb der Anlage wird jährlich eine Menge von etwa 30 Millionen Kilowattstunden Biogas mit Erdgasqualität in das Erdgasnetz eingespeist. Rund 5 Prozent des Erdgasbedarfs im Landkreis Eichsfeld werden damit gedeckt. In den Blockheizkraftwerken der Eichsfeldwerke werden daraus rund 11 Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt. Dies reicht für eine Versorgung von circa 2.800 Haushalten. Durch das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung findet die im Biogas enthaltene Energie vollständig Verwendung. So wird die gleichzeitig anfallende Wärme – rund 14 Millionen Kilowattstunden jährlich – in den angeschlossenen Fernwärmenetzen genutzt. Die produzierte Wärmemenge entspricht dem Bedarf von etwa 1.000 Eigenheimen.
Mit der Biogasanlage Weißenborn-Lüderode hat die Unternehmensgruppe ein Großprojekt realisiert, das für den nachhaltigen und umweltschonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen steht. Durch die Nutzung des Biogases hat sie die gesamte Wertschöpfungskette für die Region erschlossen.



















