nnz-online

Der Wald bedarf der Hilfe

Sonntag, 04. April 2004, 15:29 Uhr
Nordhausen (nnz). Eine Infoveranstaltung für alle Jäger, Jagdsportbegeisterten und auch Mitarbeiter des Thüringischen Forstamtes gab es am Freitagabend in der Gaststätte „Zur Krone“ in Ilfeld. Geladen hatte der Thüringer Forstamtsleiter, Klaus Brüggemann. Themen Gesetze, die irgendwie mit dem Jagen und dem Wald zu tun haben.


Gerade die Wälder im Thüringischen Raum müssen mehr Beachtung finden, der Forstschutz ist da ein sehr wichtiges Thema. Durch Borkenkäfer und Kupferstecher, aber auch durch klimatische Erscheinungen wie etwa die Hitzeperiode im vergangenen Jahr ist der Bestand des Waldes teilweise akut gefährdet. Es muss reagiert werden, erklärte Brüggemann und zeigte geeignete Möglichkeiten auf. Sinnvolle Holzbewirtschaftung, Verkauf des Stammholzes und dessen Zwischenlagerung an geeigneten Plätzen fernab der durch Schädlinge befallenen Bestände gehören zu diesen Maßnahmen. Wobei der Amtsleiter die prekäre Wirtschaftslage beklagte, die einen raschen Verkauf behinderten.

Die aktuelle Entwicklung von Wald, Flur und Gewässern mit seinen Tier- und Fischbeständen war ein weiteres Thema der Infoveranstaltung und da stand das neue Thüringer Jagd- und Waldgesetz in seiner Bedeutung ganz vorn. Gespannt verfolgten die Jäger die dazu gemachten Ausführungen des Vorsitzenden des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Thüringer Landtag, Egon Primas (CDU). Nachdem er in seinen Ausführungen zunächst die nunmehrigen Regelungen zum Waffenbesitz darlegte, informierte er ausführlich über die weitere Fassung dieses Jagdgesetzes. Über 50 Änderungen und Ergänzungen mussten vom Fachausschuss und dem Kabinett in dem Bemühen vorgenommen werden, den unterschiedlichen Forderungen und Vorschlägen der verschiedenen Interessenverbände zu entsprechen. Schließlich wurde es vom Landtag mehrheitlich beschlossen. „Die Jagd ist nicht nur Selbstzweck, sondern Landeskultur“, stellte Primas abschließend zum Thema Jagdgesetz fest, nicht ohne auch noch auf die Wichtigkeit der Ausbildung des Jägernachwuchses hingewiesen zu haben.

Es gab aber auch im Thüringer Waldgesetz Ergänzungen und Änderungen, die für Jäger, Waldbesitzer und Nutzer wichtig sind. So wurde die forstliche Rahmenplanung neu definiert, Vorkaufsrechte enger gefasst und die Böschungs- und Gebüscherhaltung als Lebensraum für Niederwild neu definiert. Zur besseren Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben wurde schließlich auch die Rechtsverordnung zur Forsteinrichtung aktualisiert. Einen statistischen Überblick zum Rotwild in Thüringens Wäldern, deren Bestand im Schnitt zwei Tiere je hundert Hektar betragen sollte, deren Abschusszahlen und weitere Entwicklung machte Klaus Thiemrodt, Revierförster in Ilfeld. Die Veranstaltung klang in geselliger Weise aus, wie man das von Jägern kennt.
Monique Schlegel
Autor: nnz

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de