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Immer weniger Verurteilte

Montag, 01. Juli 2013, 11:31 Uhr
Nach ersten Ergebnissen der Strafverfolgungsstatistik 2012 standen 25 865 Personen wegen einer Straftat oder einem Vergehen vor einem Thüringer Gericht. Das waren 422 Personen bzw. 1,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor...


Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, wurden 20 335 Angeklagte rechtskräftig verurteilt, d. h. gegen sie wurde eine Freiheitsstrafe, Strafarrest oder Geldstrafe (bei allgemeinem Strafrecht) bzw. eine Jugendstrafe, Zuchtmittel oder Erziehungsmaßregel (bei Jugendstrafe) verhängt. Verurteilt werden kann nur, wer zur Tatzeit strafmündig, das heißt 14 Jahre oder älter, ist.

Grafik (Foto: TLS) Grafik (Foto: TLS)
Die rückläufige Entwicklung der letzten Jahre setzt sich somit fort. Sowohl die Zahl der Abgeurteilten als auch die der Verurteilten waren im Jahr 2012 so gering, wie noch nie seit Einführung der Thüringer Strafverfolgungsstatistik. In den letzten zehn Jahren sanken die Verurteiltenzahlen um ein Fünftel.

In weiteren 823 Fällen entschieden die Gerichte auf Freispruch, in 4 691 Fällen wurde das Verfahren eingestellt und von einer Strafe abgesehen, gegen 16 Personen wurde eine Maßregel ausgesprochen. Die Verurteilungsquote betrug 78,6 Prozent.

Gründe für Verurteilungen

Die meisten Verurteilten (16 686 Personen) hatten im vergangenen Jahr gegen das Strafgesetzbuch
und 3 649 Personen gegen andere Gesetze verstoßen. An der Spitze der Verurteiltenzahlen standen, wie in den Vorjahren die so genannten „anderen Vermögens- und Eigentumsdelikte“ mit einem Anteil von 26 Prozent (hier insbesondere Betrug und Untreue) und Straftaten im Straßenverkehr mit 23 Prozent.

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) aller wegen Straftaten im Straßenverkehr Verurteilten stand zur Tatzeit unter Einfluss von Alkohol oder einem anderen berauschenden Mittel.

Vorverurteilungen

54 Prozent aller Verurteilten (10 999 Personen) waren bereits wegen eines oder mehrerer anderer Verbrechen oder Vergehen vorverurteilt, ein Drittel von ihnen sogar fünfmal oder häufiger. Der Anteil der Verurteilten mit Vorverurteilungen ist nach 15 Jahren permanenten Anstiegs erstmals mit einem Prozent leicht zurückgegangen. 48 Prozent der nach Jugendstrafrecht verurteilten Jugendlichen und Heranwachsenden hatten zuvor bereits eine Strafe verbüßt. Überwiegend handelte es sich hier um Zuchtmittel.
Autor: red

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