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Am schnellsten geschwommen

Montag, 01. Juli 2013, 06:17 Uhr
Die Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen, die am Wochenende auf der Regattabahn im Sportpark von Duisburg stattfanden, standen zunächst unter keinem guten Stern. Das zu Beginn der Woche gut 21°C "warme" Wasser sollte sich aufgrund der schlechten Witterung zunehmend abkühlen. Bangen auch für Maxo Schorcht...


Beim Einschwimmen am Donnerstag hatte es noch 18,1°C, aber selbst die machten das Atmen nach dem Reinspringen fast unmöglich. Die kalte Nacht zum Freitag ließ das flache Wasser noch weiter abkühlen und als zu Wettkampfbeginn nur noch 16,4°C gemessen wurden, stand fest, dass alle Sportler unter 18 Jahren aus Sicherheitsgründen nicht schwimmen dürfen.

Während Triathleten den Neo für solche Umstände bereithalten, darf ein Schwimmer maximal in einem langen Anzug, nicht aber in einem Neo schwimmen. Und so wurden WK 3, die 5km der Damen unter 18 und der WK 5, die 2,5km der Herren unter 18 ersatzlos gestrichen - auch für die 16jährige Maxi Schorcht, die für den Schimmverein Nordhausen 90. an den Start gehen wollte. Das Schiedsgericht räumte zwar den besonders Traurigen die Möglichkeit ein, den WK am Folgetag beim jeweils anderen Geschlecht nachzuholen, aber wer will schon in 18°C kaltem Wasser erst 5km und eine Stunde später 2,5km schwimmen? Maxi nicht!
Da das Wetter im Verlauf des Freitags und auch in der Nacht zum Samstag nicht besser wurde, rechnete fast jeder mit der Streichung der nächsten Wettkämpfe. Als um 10 Uhr eine Wassertemperatur von gut 17°C gemessen wurde - was wieder den Ausfall der Wettkämpfe für die u18jährigen bedeutet hätte - entschied das Schiedsgericht, eine weitere Messung um 12 Uhr durchzuführen, da der Wetterbericht Besserung angekündigt hatte und tatsächlich - es wurde schon wärmer und trockener.

Und wie durch ein Wunder: Um 12 Uhr hatte das Wasser, gemessen an verschiedenen Stellen der Strecke, exakt 18°C. Es konnte geschwommen werden!

Ganz oben auf der Siegertreppe (Foto: privat) Ganz oben auf der Siegertreppe (Foto: privat)

Zusammen mit 105 weiteren Mädels, die dem schnelleren von zwei Läufen zugeteilt waren, ging Maxi 17.10 Uhr ins Wasser. Das große Starterfeld ergab sich unter anderem aus der Möglichkeit vom Vortag, von 5km auf 2,5km umzusatteln, was viele, vor allem leistungsstarke, Schwimmerinnen nutzten. Wie schon in den letzten beiden Jahren ihrer DM-Teilnahme war der Start sehr brutal: Schlagen, Treten, Festhalten, Zurückziehen und/oder Überschwimmen. Nur gut, dass die Fingernägel ordentlich geschnitten werden mussten!

Dem konnte Frau nur ausweichen, wenn sie von Beginn an vorne war. Das ist Maxi in diesem Jahr gelungen. Nach der 1. Runde lag sie mit einer weiteren Schwimmerin deutlich vor der 1. großen Gruppe mit Tuchfühlung zur Spitze. Diese Position konnte sie in der 2. Runde halten. Zusammen mit zwei weiteren Schwimmerinnen, die sich dem Paar anschlossen, wurde die Arbeitsteilung perfektioniert und am Ende hatte der beste Sprinter die Nase vorn. Mit einer Zeit von 32:25,74 min wurde Maxi Schorcht Deutsche Jahrgangsmeisterin im Freiwasserschwimmen 2013 - herzlichen Glückwunsch!
K. Schanz
Autor: red

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