Weitere Hilfe für Grunau
Sonntag, 23. Juni 2013, 11:56 Uhr
Die Entscheidung fiel am vergangenen Mittwoch spontan: am Samstag kann man die Hecke schneiden oder den Rasen mähen – oder eben mit Hilfsgütern und Spenden beladen nach Gruna fahren. Schnell war klar, was wir machen würden...
Und ebenso schnell waren auch der geborgte T4 und mein Kombi voll bis unter die Decke. Die Hilfsbereitschaft in Harztor ist genial! Wie es uns so ergangen ist am gestrigen Tag, ist nun hier zu lesen.
Nachdem die letzten Sachen im T4 und im Kombi verstaut waren (nur eine Dunstabzugshaube passte irgendwie nicht mehr rein), machten wir uns auf die Reise. Knapp 200 Kilometer hatten wir vor uns, zum größten Teil Autobahn. In gut zwei Stunden Fahrzeit hatten wir die geschafft. Als wir in Eilenburg über die Mulde fuhren, sagte ich zu meiner Tochter Lucy, dass dieser unscheinbare Fluss für das Hochwasser gesorgt hatte. Sie schaute mich nur verständnislos an.
Je näher wir Gruna kamen, desto größer wurde die Spannung. Kurz vor dem Ort hielten wir an und orientierten uns an der von Hand gezeichneten Karte von Petra Gerlach. Wir beschlossen, erst einmal zum Bürgerhaus an die Kirche zu fahren. Auf dem Weg dorthin konnten wir einen gebrochenen Deich, einige Trümmer – und viele werkelnde Menschen sehen. Und dann waren wir da.
Es war kurz vor der Mittagszeit, und ein Koch (also ein echter, so richtig mit ordentlicher Berufskleidung!) stand am Grill und bereitete das Essen vor. Wir sagten hallo und wurden von einem freundlichen Mann begrüßt, der uns gleich mal den Zustand der Radfahrer-Kirche” zeigte. Es stellte sich dann raus, dass er auch ein Helfer war, aber aus dem fernen Dürkheim. Seine Tochter gehört übrigens zu den 3 Engel für Gruna, drei junge Frauen aus Dürkheim in Rheinland-Pfalz.
Dann trafen wir den Bürgermeister Schneider, der eigentlich schon wieder im Wegfahren war, weil er am Abriss der Feuerwehr arbeitete. Wir stellten uns vor, richteten Grüße aus und beschlossen, einfach loszufahren und die Spenden zu den Empfängern zu bringen. Dabei war uns klar, dass wir manche Häuser mehrmals anfahren mussten, den wir hatten einfach nur nach dem Tetris-Prinzip” gepackt – und nicht der Reihe nach.
Ja, und dann waren wir bei den Menschen. Menschen, die sich freuten über die Dinge, die wir ihnen mitgebracht haben. Menschen, die sich vielleicht etwas schämten dafür, dass sie in solch einer Lage sein mussten. Menschen, die Zuversicht ausstrahlten und alle Hände voll zu tun hatten. Menschen, die verzweifelt waren, weinten und doch nach vorn schauten. Und Menschen, die uns viel zu erzählen hatten.
Das war am beeindruckendsten für uns: gespannt hörten wir zu, was uns die Leute in Gruna zu berichten hatten. Familie Fleischer, Maria, Familie Montag, Oma Erna, Familie Köhler, die Tagesmutti, die Lehmanns, Stefanie … die Liste ist lang. Sie alle haben in dem kleinen Ort ihre Heimat, wollen dort bleiben. Aber sie wollen so ein Hochwasser nie wieder erleben und möchten nun endlich die schon 2002 versprochenen Taten sehen.
Als wir nach über fünf Stunden dann den Weg in Richtung Harztor antraten, waren wir um eine Menge Eindrücke reicher und sicher, das Richtige getan zu haben. Wir werden wiederkommen und neue Hilfe bringen. Für uns hat die Hilfe so ein Gesicht und kommt da an, wo sie wirklich gebraucht wird. Und wir können mit Fug und Recht behaupten: Harztor für Gruna 2013” ist eine gute Idee!!
An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die für den tollen Transport gestern gesorgt haben: Mirko Hüllenhagen, Dirk Dettke, Ina Landgraf, Yvonne Angelstein, Enric Winkler, Günter Steikert, Beate Wackerhagen, Familie Militzer, Familie Lange, Familie Grosser, den unbekannten Eltern beim Bauchtanzfest vorgestern, die mir spontan Geld mitgegeben haben, der Firma Sokratherm aus Nordhausen für den T4, Petra Gerlach für die moralische und kulinarische Unterstützung und allen, die ich hier vielleicht jetzt vergessen habe!
Wer "Harztor für Gruna 2013" unterstützen möchte, findet alle Infos hier: www.facebook.com/harztorfuergruna2013
Autor: redUnd ebenso schnell waren auch der geborgte T4 und mein Kombi voll bis unter die Decke. Die Hilfsbereitschaft in Harztor ist genial! Wie es uns so ergangen ist am gestrigen Tag, ist nun hier zu lesen.
Nachdem die letzten Sachen im T4 und im Kombi verstaut waren (nur eine Dunstabzugshaube passte irgendwie nicht mehr rein), machten wir uns auf die Reise. Knapp 200 Kilometer hatten wir vor uns, zum größten Teil Autobahn. In gut zwei Stunden Fahrzeit hatten wir die geschafft. Als wir in Eilenburg über die Mulde fuhren, sagte ich zu meiner Tochter Lucy, dass dieser unscheinbare Fluss für das Hochwasser gesorgt hatte. Sie schaute mich nur verständnislos an.
Je näher wir Gruna kamen, desto größer wurde die Spannung. Kurz vor dem Ort hielten wir an und orientierten uns an der von Hand gezeichneten Karte von Petra Gerlach. Wir beschlossen, erst einmal zum Bürgerhaus an die Kirche zu fahren. Auf dem Weg dorthin konnten wir einen gebrochenen Deich, einige Trümmer – und viele werkelnde Menschen sehen. Und dann waren wir da.
Es war kurz vor der Mittagszeit, und ein Koch (also ein echter, so richtig mit ordentlicher Berufskleidung!) stand am Grill und bereitete das Essen vor. Wir sagten hallo und wurden von einem freundlichen Mann begrüßt, der uns gleich mal den Zustand der Radfahrer-Kirche” zeigte. Es stellte sich dann raus, dass er auch ein Helfer war, aber aus dem fernen Dürkheim. Seine Tochter gehört übrigens zu den 3 Engel für Gruna, drei junge Frauen aus Dürkheim in Rheinland-Pfalz.
Dann trafen wir den Bürgermeister Schneider, der eigentlich schon wieder im Wegfahren war, weil er am Abriss der Feuerwehr arbeitete. Wir stellten uns vor, richteten Grüße aus und beschlossen, einfach loszufahren und die Spenden zu den Empfängern zu bringen. Dabei war uns klar, dass wir manche Häuser mehrmals anfahren mussten, den wir hatten einfach nur nach dem Tetris-Prinzip” gepackt – und nicht der Reihe nach.
Ja, und dann waren wir bei den Menschen. Menschen, die sich freuten über die Dinge, die wir ihnen mitgebracht haben. Menschen, die sich vielleicht etwas schämten dafür, dass sie in solch einer Lage sein mussten. Menschen, die Zuversicht ausstrahlten und alle Hände voll zu tun hatten. Menschen, die verzweifelt waren, weinten und doch nach vorn schauten. Und Menschen, die uns viel zu erzählen hatten.
Das war am beeindruckendsten für uns: gespannt hörten wir zu, was uns die Leute in Gruna zu berichten hatten. Familie Fleischer, Maria, Familie Montag, Oma Erna, Familie Köhler, die Tagesmutti, die Lehmanns, Stefanie … die Liste ist lang. Sie alle haben in dem kleinen Ort ihre Heimat, wollen dort bleiben. Aber sie wollen so ein Hochwasser nie wieder erleben und möchten nun endlich die schon 2002 versprochenen Taten sehen.
Als wir nach über fünf Stunden dann den Weg in Richtung Harztor antraten, waren wir um eine Menge Eindrücke reicher und sicher, das Richtige getan zu haben. Wir werden wiederkommen und neue Hilfe bringen. Für uns hat die Hilfe so ein Gesicht und kommt da an, wo sie wirklich gebraucht wird. Und wir können mit Fug und Recht behaupten: Harztor für Gruna 2013” ist eine gute Idee!!
An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die für den tollen Transport gestern gesorgt haben: Mirko Hüllenhagen, Dirk Dettke, Ina Landgraf, Yvonne Angelstein, Enric Winkler, Günter Steikert, Beate Wackerhagen, Familie Militzer, Familie Lange, Familie Grosser, den unbekannten Eltern beim Bauchtanzfest vorgestern, die mir spontan Geld mitgegeben haben, der Firma Sokratherm aus Nordhausen für den T4, Petra Gerlach für die moralische und kulinarische Unterstützung und allen, die ich hier vielleicht jetzt vergessen habe!
Wer "Harztor für Gruna 2013" unterstützen möchte, findet alle Infos hier: www.facebook.com/harztorfuergruna2013













