Wanderwege unterm Pflug
Montag, 24. Juni 2013, 06:44 Uhr
Eingebettet zwischen Hamsterberg im Süden und dem Buchenwald im Norden, liegt Günzerode in einer Landschaft, die danach ruft, gestreichelt und bewandert zu werden. Zum Leidwesen wanderfreudiger Dörfler und Besucher enden heute viele der einstigen wunderschönen Wanderwege vor einem Acker. Eine Bestandsaufnahme von Kurt Frank...
An dieser Stelle führte einst ein Wanderweg, mit Steinklee bewachsen, der keine Pflege erforderte, um den Holzberg. Meterhohes Grünzeug verhindert heute jedes Weiterkommen.
Welch eine herrliche Landschaft!, soll vor über 300 Jahren Rittmeister Matthias von Rehmern ausgerufen haben, als er mit seinen Reitern an einem Sommertag auf der Höhe des Hamsterberges stand und im Tal das kleine Dörfchen erblickte. Der Rittmeister sah blühende Wiesen, durch die sich ein kleiner Fluss schlängelte. Im Hintergrund herrliche Waldungen. Der Mann war von dieser Idylle so entzückt, dass er seine Gemahlin bat, einst seinen Leichnam in dieser Gegend zur letzten Ruhe zu betten. Anna, seine Frau, erfüllte seinen Wunsch und ließ ihren Mann 1673 in einer Gruft neben dem Altar der Kirch beisetzen, wo seine Gebeine heute noch ruhen.
Wenn auch nicht hoch zu Ross wie damals der Rittmeister, so durchwanderten und erkundeten auch viele Einheimische und Besucher auf Schusters Rappen die landschaftlich reizvolle Gegend. Die Freude ist heute mehr als getrübt. Nicht der Wille am Wandern fehlt, wohl aber die Möglichkeiten. Wanderpfade verschwanden.
Ein beliebter Spazier-und Wanderweg führte um den Holzberg, einem Pappel- und Fichtenwäldchen, und von dort in das Borntal. Löblich die Bemühungen des Ortsteilbürgermeisters Gerold Reinhardt, der selbst Hand anlegt, um den Weg, den einige Bänke zieren, bis zum Wäldchen und ein Stück darüber hinaus freizuhalten, letztlich aber steht der Wanderer vor einem Acker. I n den letzten Jahren der DDR wurde der Pflug bis an die Waldränder geführt, um jeden Quadratmeter Boden für die Volksernährung, wie es hieß, zu bestellen.
Die DDR ist lange Geschichte. Eine Flurneuordnung ist überfällig. Wanderfreunde und Spaziergänger wie Jürgen Kucher oder Georg Hackert setzten schon vor Jahren auf den damaligen Bürgermeister der Einheitsgemeinde Werther, zu der Günzerode gehört, Klaus Hummitzsch. Er, war zu hören, habe mit der Agrar GmbH Mauderode gesprochen, die Gesprächsbereitschaft signalisierte. Um das Anliegen wolle er sich intensiver kümmern. Hummitzsch enttäuschte. Nichts geschah..
Sein Nachfolger Klaus-Jürgen Weidt sieht die Sache pragmatisch: Ortsteilbürgermeister Gerold Reinhardt aus Günzerode soll in einer Flurkarte die Wanderwege kenntlich machen, die man gern wieder haben möchte. Sei das geschehen wolle er sich als Bürgermeister mit dem Ortschaftsrat und dem Landwirtschaftsbetrieb bemühen, sie wieder begehbar zu machen. Ein Mann, ein Wort.
Ortschef Reinhardt zeigte sich verwundert. Man habe seine Vorstellungen im Ortserneuerungsprogramm. Reinhardt nannte den Weg zur ehemaligen Freilichtbühne und lobte Dieter Rzepus, der sich um die Begehbarkeit des Pfades, der von der Lehmkuhle zum Hagen führt, bemühe. Reinhardt nannte den Bahndamm zur Flarichsmühle bzw. Richtung Pützlingen. Um den brauche man sich nicht groß bemühen, hört man im Ort. Ihm, dem Ortsteilbürgermeister, habe noch keiner gesagt, einen Spazierweg um den Holzberg wieder zu ermöglichen. Vielleicht liegt das daran, dass Wanderwillige den Glauben, ihnen das zu ermöglichen, nach all den Jahren schon verloren.
Alle Pfade, die noch in den Flurkarten eingezeichnet sind, werden wohl für immer verschwunden bleiben. Der Aufwand lohne sich nicht, sagt Klaus-Jürgen Weidt. Die Mühen für ehemalige einladende Wanderwege wie rund um den Holzberg und von dort zum Borntal sollte man nicht scheuen. Weidts Vorschlag würde die Tür öffnen. Gefordert ist jetzt Ortsteilbürgermeister Reinhardt, diesem Ratschlag zu folgen.
Wenn in dem 220-Seelen-Ort auch Konsum und Grundschule schon lange dicht sind und der Schützenverein sich auflöste, der Karneval hingegen eine Blütezeit erlebte, so sollte man den Menschen, die die Natur erkunden wollen, die Freude am Wandern wieder geben, so wie es in früheren Zeiten war. Steffi Spieß, die Wirtin der Gaststätte Am Hagen, freut sich über jeden Wanderer, der bei ihr einkehrt.
Autor: redAn dieser Stelle führte einst ein Wanderweg, mit Steinklee bewachsen, der keine Pflege erforderte, um den Holzberg. Meterhohes Grünzeug verhindert heute jedes Weiterkommen.
Welch eine herrliche Landschaft!, soll vor über 300 Jahren Rittmeister Matthias von Rehmern ausgerufen haben, als er mit seinen Reitern an einem Sommertag auf der Höhe des Hamsterberges stand und im Tal das kleine Dörfchen erblickte. Der Rittmeister sah blühende Wiesen, durch die sich ein kleiner Fluss schlängelte. Im Hintergrund herrliche Waldungen. Der Mann war von dieser Idylle so entzückt, dass er seine Gemahlin bat, einst seinen Leichnam in dieser Gegend zur letzten Ruhe zu betten. Anna, seine Frau, erfüllte seinen Wunsch und ließ ihren Mann 1673 in einer Gruft neben dem Altar der Kirch beisetzen, wo seine Gebeine heute noch ruhen.
Wenn auch nicht hoch zu Ross wie damals der Rittmeister, so durchwanderten und erkundeten auch viele Einheimische und Besucher auf Schusters Rappen die landschaftlich reizvolle Gegend. Die Freude ist heute mehr als getrübt. Nicht der Wille am Wandern fehlt, wohl aber die Möglichkeiten. Wanderpfade verschwanden.
Ein beliebter Spazier-und Wanderweg führte um den Holzberg, einem Pappel- und Fichtenwäldchen, und von dort in das Borntal. Löblich die Bemühungen des Ortsteilbürgermeisters Gerold Reinhardt, der selbst Hand anlegt, um den Weg, den einige Bänke zieren, bis zum Wäldchen und ein Stück darüber hinaus freizuhalten, letztlich aber steht der Wanderer vor einem Acker. I n den letzten Jahren der DDR wurde der Pflug bis an die Waldränder geführt, um jeden Quadratmeter Boden für die Volksernährung, wie es hieß, zu bestellen.
Die DDR ist lange Geschichte. Eine Flurneuordnung ist überfällig. Wanderfreunde und Spaziergänger wie Jürgen Kucher oder Georg Hackert setzten schon vor Jahren auf den damaligen Bürgermeister der Einheitsgemeinde Werther, zu der Günzerode gehört, Klaus Hummitzsch. Er, war zu hören, habe mit der Agrar GmbH Mauderode gesprochen, die Gesprächsbereitschaft signalisierte. Um das Anliegen wolle er sich intensiver kümmern. Hummitzsch enttäuschte. Nichts geschah..
Sein Nachfolger Klaus-Jürgen Weidt sieht die Sache pragmatisch: Ortsteilbürgermeister Gerold Reinhardt aus Günzerode soll in einer Flurkarte die Wanderwege kenntlich machen, die man gern wieder haben möchte. Sei das geschehen wolle er sich als Bürgermeister mit dem Ortschaftsrat und dem Landwirtschaftsbetrieb bemühen, sie wieder begehbar zu machen. Ein Mann, ein Wort.
Ortschef Reinhardt zeigte sich verwundert. Man habe seine Vorstellungen im Ortserneuerungsprogramm. Reinhardt nannte den Weg zur ehemaligen Freilichtbühne und lobte Dieter Rzepus, der sich um die Begehbarkeit des Pfades, der von der Lehmkuhle zum Hagen führt, bemühe. Reinhardt nannte den Bahndamm zur Flarichsmühle bzw. Richtung Pützlingen. Um den brauche man sich nicht groß bemühen, hört man im Ort. Ihm, dem Ortsteilbürgermeister, habe noch keiner gesagt, einen Spazierweg um den Holzberg wieder zu ermöglichen. Vielleicht liegt das daran, dass Wanderwillige den Glauben, ihnen das zu ermöglichen, nach all den Jahren schon verloren.
Alle Pfade, die noch in den Flurkarten eingezeichnet sind, werden wohl für immer verschwunden bleiben. Der Aufwand lohne sich nicht, sagt Klaus-Jürgen Weidt. Die Mühen für ehemalige einladende Wanderwege wie rund um den Holzberg und von dort zum Borntal sollte man nicht scheuen. Weidts Vorschlag würde die Tür öffnen. Gefordert ist jetzt Ortsteilbürgermeister Reinhardt, diesem Ratschlag zu folgen.
Wenn in dem 220-Seelen-Ort auch Konsum und Grundschule schon lange dicht sind und der Schützenverein sich auflöste, der Karneval hingegen eine Blütezeit erlebte, so sollte man den Menschen, die die Natur erkunden wollen, die Freude am Wandern wieder geben, so wie es in früheren Zeiten war. Steffi Spieß, die Wirtin der Gaststätte Am Hagen, freut sich über jeden Wanderer, der bei ihr einkehrt.

