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Stockhausens Platt (13)

Sonntag, 23. Juni 2013, 11:11 Uhr
nnz-Leser Horst-Dieter Stockhausen schreibt für sein Leben gern Gedichte. Am liebsten in Nordhäuser Platt. In seinen heutigen Versen widmet er sich einem ganz einem sportlichen Ort...

Fitneßschtudijo

Domols gingk me zun Turnen und so,

hiete nennt me dos Fitneßschtudijo.

Ich kann uch sa´en, dos aes en Schunk,

do kämmet jeder Ballek in Schwungk.

Erscht setzt me sich uff en Felitzepeh*,

doch dos hätt kinne Rädersch, drüm fährts nich meh.

So macht me sich worme, wie bekloppt,

doß einen de Briehe von Nischel troppt,

dann treckt me sich Orme un Beine ruß,

Schtretschink saht me fer dissen Schtuß.

Nune getts luß, es aes aen Jammer,

me fiehlt sich wie inner Folterkammer.

Apperate gitts do, zun Krieschen un Greeln,

do kamme de Knochens einzeln quäeln.

Mol muß me sich bücken, mol muß me sich schtrecken,

de Orme nach owen un ungene recken,

un äwwerall hängen Gewichte dran,

domit me sich färchterlich schinge kann.

Doch ich sa´e uch, wär´s eimol anjefangen,

der hätt donoch aen aechtes Verlangen,

denn disses Gewärje macht mehr Geschick,

als Schpritzen oder anneres Zick.

Nur bin Gesundheitsminister titt me sich schwer,

denn där gitt dofär kinnen Groschen her.

Horst-Dieter Stockhausen

* von Veloziped = Fahrrad
Autor: red

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