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„Ich knüpfe Sterne in meinen Teppich“

Samstag, 22. Juni 2013, 16:41 Uhr
Zur Erinnerung an die am 5. Juni 2013 im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein verstorbene Dichterin Sarah Kirsch veranstaltet der Freistaat Thüringen am kommenden Mittwoch in seiner Vertretung beim Bund in Berlin in der Mohrenstraße 64 in Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft Thüringen, Weimar, und dem Förderverein „Dichterstätte Sarah Kirsch“, Limlingerode, eine ehrende Veranstaltung, die um 19.00 Uhr beginnt...


Heidelore Kneffel und Karin Kisker aus Nordhausen tragen Gedichte Sarah Kirschs aus ihren verschiedenen Schaffensperioden vor und Dr. Ulrike Müller, Literatur- und Musikwissenschaftlerin aus Weimar, spricht über die Dichterin. Christian Rosenau, Dichter und Musiker, der Limlingerode kennt, denn er las 2011 zu den „Diskursen“ aus seinem Werk, begleitet das gesprochene Wort mit Musik.

Von der Einladungskarte, in hellblau gehalten, strahlt das Geburtshaus in sommerlichen Farben. Eine Verszeile des Gedichtes „Sieh an“ aus dem Gedichtband „Schneewärme“ gibt das lyrische Motto des Abends: „Ich knüpfe Sterne in meinen Teppich“. Im Inneren zeigt eine Fotografie die signierende Dichterin in der Staatskanzlei in Erfurt, als sie 2006 den Thüringer Verdienstorden als Anerkennung für ihr außergewöhnliches dichterische Schaffen erhielt.

Lange Reihe Nummer 11, Limlingerode (Foto: Archiv Kneffel) Lange Reihe Nummer 11, Limlingerode (Foto: Archiv Kneffel)

Die 1935 in Thüringen in Limlingerode als Ingrid Hella Irmelinde Bernstein geborene Literatin kam 1997 zurück in ihren Geburtsort und sah ihr Geburtshaus, die ehemalige Pfarre, als „Schutthaufen“, wie sie erschüttert sagte. Ende 2002 wurde es als ein Haus für die Lyrik dank mehrerer Helfer unterschiedlicher Art wieder lebendig und ist es bis heute.

In einer Woche, am 29. und 30. Juni, werden ab 10.00 Uhr bereits die 16. „Limlingeröder Diskurse“ stattfinden, dieses Mal mit dem Autor Holger Uske aus Suhl, der Lyrik und Prosa vorträgt, Gedrucktes und noch Unveröffentlichtes. Da er gleichfalls auf dem Gebiet der Musik heimisch ist, gestaltet er auch den musikalischen Part am Samstag. Er wird vorgestellt von Dr. Andreas Seifert, Kulturwissenschaftler und Leiter des Literaturmuseums Baumbachhaus in Meiningen. Wie es Tradition ist, wird eine neue Kunstausstellung eröffnet, die gestaltet wird von Ulrike Heise aus Nordhausen: „Tiefdruckgebiete“ - Malerei und Radierungen. Die HausART dauert bis einschließlich August. Ulrike Heise hat bereits Erfahrungen künstlerischer Art in Limlingerode gesammelt, denn sie malte bei der Restaurierung der evangelischen Dorfkirche mehrere Blumenmotive auf die Empore.

Am Sonntag, 30.6., wird Christoph Martin Wieland (1733-1813) im Jahr seines 280. Geburtstages und 200. Todestages von Karin Kisker vorgestellt. Natürlich wird am Samstagnachmittag auf dem „Grünen Junipfad“ in das bezaubernde Waldgebiet von Limlingerode gewandert, den Sarah Kirsch liebte: „Wer den Juni-Pfad geht, der bleibt grün-ewig.“
Autor: red

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