Sandras Handball-Tagebuch: Zufriedenheit
Sonntag, 16. Juni 2013, 08:39 Uhr
Die D-Jugend-Handballerinnen des Nordhäuser Sportvereins (NSV) nehmen an diesem Wochenende an der Bestenermittlung der Neunen Bundesländer in Wismar teil. Für die nnz begleitet Sandra Arm die NSV-Mädels bei ihrem bis dahin größten sportlichen Abenteuer...
Sie haben lange auf diesen Moment gewartet. Für die D-Jugend-Handballerinnen des Nordhäuser SV (NSV) ging es am Sonnabend beim Wismar-Junior-Cup, die Bestenermittlung der Neuen Bundesländer und Berlin, in der Vorrundengruppe A um eine gute Platzierung. Die Mannschaft von Trainer Alfons Jarmuszewski schloss diese als Dritter ab. Spannung und Kampf bestimmten die Spiele der Nordhäuserinnen. Es wurde dann sozusagen jedes Spiel zum Endspiel. Am Ende dominierte trotz einiger Blessuren bei den Spielerinnen die Zufriedenheit über das Erreichte. Der dritte Rang berechtigt zugleich zur Teilnahme an der großen Finalrunde am heutigen Sonntag.
Der dritte Tag begann mit ganz viel Sonnenschein, Angespanntheit, aber auch viel Vorfreude auf die kommenden Aufgaben. Vor Beginn des Turniers richtete der Trainer noch an der Jugendherberge ein paar abschließende Worte an die Mannschaft, die mit einem kräftigen und los geht´s endeten. Bereits am Vortrag hatten sich die Spielerinnen auf die erste Etappe des Turniers eingeschworen, sie hockten auf dem Basketballfeld zusammen und wollten bei ihrer Besprechung niemanden sehen.
Das große Abenteuer begann dann gegen 9 Uhr. Vor uns lag nur ein kurzer Wegmarsch von der Jugendherberge bis zur Sporthalle Bürgermeister-Haupt-Straße, nach etwa zehn Minuten hatten wir schon unser Ziel erreicht. Das war es auch für die anderen elf Mannschaften mit denen der diesjährige Junior-Cup eröffnet wurde. Der NSV hatte das große Glück, die Halle nicht wechseln zu müssen. Die Mannschaften der Gruppe B mussten hingegen reisen, trugen in der etwa fünf Kilometer entfernten Mehrzweckhalle Dorf Mecklenburg ihre Spiele aus.
Der NSV musste sich auf sein erstes Gruppenspiel gegen die MSG Zwickau ein wenig gedulden, er betrat erst gegen 11 Uhr zum ersten Mal das Parkett. Und das sehr nervös. Die Spielerinnen fanden nie in ihren Rhythmus, lieferten sich zu viele Fehler vor allem im Abschluss, der am Ende ein besseres Resultat zunichte machte. Ein besseres Resultat verhinderte auch eine starke Torfrau der Zwickauer, die aufgrund ihrer Größe (etwa 1,80 Meter) viele gute Angriffe abwehrte. Die mitfiebernden Eltern auf der Tribüne waren sich einig: Die Mannschaft hat nicht das gezeigt, was sie wirklich kann. Es sollten aber noch vier Partien folgen.
Richtige Turniermannschaften können sich steigern, dem NSV gelang das dann im zweiten Spiel gegen den Gastgeber, die TSG Wismar. In der ersten Hälfte zwar noch nicht, aber in der zweiten. Insbesondere Julia Weise übernahm Verantwortung von der Sieben-Meter-Linie. Vier von fünf versenkte die 13-Jährige im Gehäuse. Da war aber auch eine Ella Krieß, die in den fünf Partien richtig viel einstecken musste. Doch sie kämpfte wie das gesamte Team. Da war aber auch eine Anny-Katharina Samel im NSV-Gehäuse, die mitunter nicht immer glücklich agierte, aber sich ebenfalls von Spiel zu Spiel steigerte. Nach 2x10 Minuten die Erlösung, der NSV gewann mit 16:13.
Den wohl schönsten Sieg feierte das Team im dritten Spiel gegen den selbsternannten Angstgegner, die JspG Halle/Magdeburg/Barleben. Die Mannschaft lief regelrecht zur Höchstform auf. Da war beispielsweise Vanessa Michel, die den Torreigen eröffnete und im weiteren Verlauf wichtige Akzente mit ihren Treffern setzte. Da war aber auch eine Julia Weise, die bereits in den vorherigen beiden Partien immer wieder den Gegner früh störte, sich Bälle erkämpfe und davonzog, aber auch ihre Mitspielerinnen suchte. Julia war es, die zur Halbzeit zum 10:10-Ausgleich traf.
Auch nach der Pause drückte sie dem Spiel ihren Stempel auf, traf zur 11:10-Führung und baute diese durch einen tollen Heber von der Sieben-Meter-Linie zum 12:10 weiter aus. Auch als die JspG wie beim 14:15 verkürzte, die Mädels vom NSV hatten immer die passende Antwort in Form von schön herausgespielten Treffern parat. Dieser 20:16-Sieg war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die Freude nach dem Abpfiff grenzenlos.
Diesen Schwung aus der Partie wollte der NSV in die vierte Partie gegen die SG Hermsdorf-Waidmannslust mit herübernehmen. Doch irgendwie geriet der Motor gehörig ins Stottern, Waidmannslust hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Spiel gewonnen, lagen aber zur Halbzeit gegen den NSV mit 11:8 in Front. Das große Manko war, dass die Treffer für die Berlinnerinnen viel zu einfach fielen, es gab kaum Gegenwehr seitens der Nordhäuserinnen. Doch die Mannschaft kämpfte, sie wollte das Spiel noch drehen. Spätestens als Vanessa Michel über Linksaußen zum 12:13 verkürzte (15.), keimte neue Hoffnung auf. Dann kam Julia Weise, die mit einem Hammerwurf von der Sieber-Meter-Linie zum 13:14 verkürzte, sich anschließend erneut den Ball in der Abwehr erkämpfte und frei davonzog – 14:14 (18. Min). Bis zum Schlusspfiff blieb die Partie offen, der letzte Angriff gehörte den Berlinerinnen. Diesen wusste Larissa Förster, sie riss die Arme weit nach oben und wehrte den Ball ab, zu verhindern. Das 15:15-Unentschieden sowie der Punkt sollten am Ende goldwert sein.
Bereits zu diesem Zeitpunkt stand nämlich fest, dass die Nordhäuserinnen in die große Finalrunde eingezogen sind. Doch auch im letzten Spiel des Turniers wollte das Team vom NSV noch einmal alles geben, doch die vorherigen Partien hatten ihren Tribut gefordert. Die Mädchen wirkten mit ihren Kräften am Ende, so dass der SSV Schwedt kaum Mühe hatte, die Partie mit 15:10 für sich zu entscheiden.
Dennoch, der dritte Platz in der Vorrunde und zugleich die Qualifikation für das große Finale am Sonntag, kann sich mehr als sehen lassen. Alle wirkten am Ende mehr als zufrieden. Auch wenn uns auf dem Heimweg eine kalte Dusche erwischte, die soll es wenn möglich morgen nicht geben, wenn die Gegner dann HC Leipzig, Rostocker Handball Club sowie SV Grün Weiß Schwerin heißen. Alles sollen am Ende zufrieden mit dem Erreichten sein. So wie sie es heute bereits waren.
Sandra Arm
Autor: redSie haben lange auf diesen Moment gewartet. Für die D-Jugend-Handballerinnen des Nordhäuser SV (NSV) ging es am Sonnabend beim Wismar-Junior-Cup, die Bestenermittlung der Neuen Bundesländer und Berlin, in der Vorrundengruppe A um eine gute Platzierung. Die Mannschaft von Trainer Alfons Jarmuszewski schloss diese als Dritter ab. Spannung und Kampf bestimmten die Spiele der Nordhäuserinnen. Es wurde dann sozusagen jedes Spiel zum Endspiel. Am Ende dominierte trotz einiger Blessuren bei den Spielerinnen die Zufriedenheit über das Erreichte. Der dritte Rang berechtigt zugleich zur Teilnahme an der großen Finalrunde am heutigen Sonntag.
Der dritte Tag begann mit ganz viel Sonnenschein, Angespanntheit, aber auch viel Vorfreude auf die kommenden Aufgaben. Vor Beginn des Turniers richtete der Trainer noch an der Jugendherberge ein paar abschließende Worte an die Mannschaft, die mit einem kräftigen und los geht´s endeten. Bereits am Vortrag hatten sich die Spielerinnen auf die erste Etappe des Turniers eingeschworen, sie hockten auf dem Basketballfeld zusammen und wollten bei ihrer Besprechung niemanden sehen.
Das große Abenteuer begann dann gegen 9 Uhr. Vor uns lag nur ein kurzer Wegmarsch von der Jugendherberge bis zur Sporthalle Bürgermeister-Haupt-Straße, nach etwa zehn Minuten hatten wir schon unser Ziel erreicht. Das war es auch für die anderen elf Mannschaften mit denen der diesjährige Junior-Cup eröffnet wurde. Der NSV hatte das große Glück, die Halle nicht wechseln zu müssen. Die Mannschaften der Gruppe B mussten hingegen reisen, trugen in der etwa fünf Kilometer entfernten Mehrzweckhalle Dorf Mecklenburg ihre Spiele aus.
Der NSV musste sich auf sein erstes Gruppenspiel gegen die MSG Zwickau ein wenig gedulden, er betrat erst gegen 11 Uhr zum ersten Mal das Parkett. Und das sehr nervös. Die Spielerinnen fanden nie in ihren Rhythmus, lieferten sich zu viele Fehler vor allem im Abschluss, der am Ende ein besseres Resultat zunichte machte. Ein besseres Resultat verhinderte auch eine starke Torfrau der Zwickauer, die aufgrund ihrer Größe (etwa 1,80 Meter) viele gute Angriffe abwehrte. Die mitfiebernden Eltern auf der Tribüne waren sich einig: Die Mannschaft hat nicht das gezeigt, was sie wirklich kann. Es sollten aber noch vier Partien folgen.
Richtige Turniermannschaften können sich steigern, dem NSV gelang das dann im zweiten Spiel gegen den Gastgeber, die TSG Wismar. In der ersten Hälfte zwar noch nicht, aber in der zweiten. Insbesondere Julia Weise übernahm Verantwortung von der Sieben-Meter-Linie. Vier von fünf versenkte die 13-Jährige im Gehäuse. Da war aber auch eine Ella Krieß, die in den fünf Partien richtig viel einstecken musste. Doch sie kämpfte wie das gesamte Team. Da war aber auch eine Anny-Katharina Samel im NSV-Gehäuse, die mitunter nicht immer glücklich agierte, aber sich ebenfalls von Spiel zu Spiel steigerte. Nach 2x10 Minuten die Erlösung, der NSV gewann mit 16:13.
Den wohl schönsten Sieg feierte das Team im dritten Spiel gegen den selbsternannten Angstgegner, die JspG Halle/Magdeburg/Barleben. Die Mannschaft lief regelrecht zur Höchstform auf. Da war beispielsweise Vanessa Michel, die den Torreigen eröffnete und im weiteren Verlauf wichtige Akzente mit ihren Treffern setzte. Da war aber auch eine Julia Weise, die bereits in den vorherigen beiden Partien immer wieder den Gegner früh störte, sich Bälle erkämpfe und davonzog, aber auch ihre Mitspielerinnen suchte. Julia war es, die zur Halbzeit zum 10:10-Ausgleich traf.
Auch nach der Pause drückte sie dem Spiel ihren Stempel auf, traf zur 11:10-Führung und baute diese durch einen tollen Heber von der Sieben-Meter-Linie zum 12:10 weiter aus. Auch als die JspG wie beim 14:15 verkürzte, die Mädels vom NSV hatten immer die passende Antwort in Form von schön herausgespielten Treffern parat. Dieser 20:16-Sieg war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die Freude nach dem Abpfiff grenzenlos.
Diesen Schwung aus der Partie wollte der NSV in die vierte Partie gegen die SG Hermsdorf-Waidmannslust mit herübernehmen. Doch irgendwie geriet der Motor gehörig ins Stottern, Waidmannslust hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Spiel gewonnen, lagen aber zur Halbzeit gegen den NSV mit 11:8 in Front. Das große Manko war, dass die Treffer für die Berlinnerinnen viel zu einfach fielen, es gab kaum Gegenwehr seitens der Nordhäuserinnen. Doch die Mannschaft kämpfte, sie wollte das Spiel noch drehen. Spätestens als Vanessa Michel über Linksaußen zum 12:13 verkürzte (15.), keimte neue Hoffnung auf. Dann kam Julia Weise, die mit einem Hammerwurf von der Sieber-Meter-Linie zum 13:14 verkürzte, sich anschließend erneut den Ball in der Abwehr erkämpfte und frei davonzog – 14:14 (18. Min). Bis zum Schlusspfiff blieb die Partie offen, der letzte Angriff gehörte den Berlinerinnen. Diesen wusste Larissa Förster, sie riss die Arme weit nach oben und wehrte den Ball ab, zu verhindern. Das 15:15-Unentschieden sowie der Punkt sollten am Ende goldwert sein.
Bereits zu diesem Zeitpunkt stand nämlich fest, dass die Nordhäuserinnen in die große Finalrunde eingezogen sind. Doch auch im letzten Spiel des Turniers wollte das Team vom NSV noch einmal alles geben, doch die vorherigen Partien hatten ihren Tribut gefordert. Die Mädchen wirkten mit ihren Kräften am Ende, so dass der SSV Schwedt kaum Mühe hatte, die Partie mit 15:10 für sich zu entscheiden.
Dennoch, der dritte Platz in der Vorrunde und zugleich die Qualifikation für das große Finale am Sonntag, kann sich mehr als sehen lassen. Alle wirkten am Ende mehr als zufrieden. Auch wenn uns auf dem Heimweg eine kalte Dusche erwischte, die soll es wenn möglich morgen nicht geben, wenn die Gegner dann HC Leipzig, Rostocker Handball Club sowie SV Grün Weiß Schwerin heißen. Alles sollen am Ende zufrieden mit dem Erreichten sein. So wie sie es heute bereits waren.
Sandra Arm










