nnz-online

Junger Widerstand

Dienstag, 11. Juni 2013, 17:51 Uhr
„Es lebe die Freiheit!“ rief Hans Scholl unmittelbar vor seiner Hinrichtung am 22. Februar 1943 seinen Henkern entgegen. Diese Worte waren das Leitmotiv vieler junger Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise gegen den Nationalsozialismus kämpften. Und sie sind das Motto einer Ausstellung, die vor wenigen Minuten in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora eröffnet wurde...

Ausstellung eröffnet: Preim, Wagner (Foto: nnz) Ausstellung eröffnet: Preim, Wagner (Foto: nnz)

Die Wanderausstellung des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945, die bis zum 14. Juli 2013 in der Gedenkstätte Mittelbau-Dora präsentiert wird, ist allen jungen Menschen gewidmet, die auf vielfältige Weise gegen das menschenverachtende nationalsozialistische Regime kämpften.

Preim (Foto: nnz) Preim (Foto: nnz) „Exemplarisch werden die Wege ihres oppositionellen und widerständigen Handelns während der NS-Zeit dokumentiert. Dabei handelt es sich um die Schicksale von jungen Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft: Jugendliche, die eine parteiliche oder religiöse Bindung hatten, die aus bestimmten sozialen Gruppen – etwa der Jugendbewegung – kamen oder aber ganz allein aus eigener Initiative handelten“, so Gabriele Preim, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Studienkreises, die im weiteren Verlauf der Vernissage zur Entstehung und zur Konzeption der Exposition referierte.

Es gehe hier um junge Menschen, die sich gegen das bestehende System gestellt haben. Und mit denen wollte und will sich der Studienkreis auseinandersetzen, den es seit rund vier Jahrzehnten gibt. „Wir wollen und wollten den Faschismus vor der eigenen Haustür sichtbar machen, in der Region forschen“, sagte Preim. Und immer wieder seien es die initiierten Ausstellungen gewesen, mit denen der Studienkreis Deutscher Widerstand in die Breite geht.

Gedenkstättenleiter Dr. Wagner (Foto: nnz) Gedenkstättenleiter Dr. Wagner (Foto: nnz) Zurück zur Ausstellung: Vielseitig sei hier vor allem die Bandbreite des jungen Widerstands gewesen, erläuterte Gedenkstättenleiter Dr. Jans-Christian Wagner: von jugendlicher Auflehnung über politischen und moralischen Dissens bis zum organisierten Widerstand. Allem widerständigen Verhalten lag eine hohe Bereitschaft zum Risiko zugrunde. Viele der in der Ausstellung vorgestellten jungen Menschen haben ihr mutiges Handeln mit dem Leben bezahlt. Gezeigt werden die Schicksale von 19 einzelnen jungen Menschen und von fünf Gruppen.

Ausstellung in KZ-Gedenkstätte eröffnet (Foto: nnz) Ausstellung in KZ-Gedenkstätte eröffnet (Foto: nnz)

Mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten ist es an der Zeit, der unterschiedlichen Aufarbeitung des deutschen Widerstandes einen breiteren Raum zukommen zu lassen. Es werde denen gerecht, die einfach nicht nur nicht mitgemacht, sondern die sich aufgelehnt haben – auch und gerade im Angesichts des möglichen Todes.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de