Ein nicht eingebildeter Komödiant
Donnerstag, 13. Juni 2013, 08:00 Uhr
Günter Schoßböck spielt die Hauptrolle und führt Regie im Sommertheaterstück "Der eingebildete Kranke", das am 21. Juni Premiere hat. Hier ein Porträt des Mimen.
Erst zu Pfingsten machte Günter Schoßböck noch eine Motorradtour durch den Harz. Ein schöner Zufall! Denn dass er jetzt Sommertheater in Nordhausen spielen wird, war ursprünglich so nicht geplant. Frank Sieckel hatte das Stück von Molière Der eingebildete Kranke für das Sommertheater ausgewählt und vorbereitet und war dann kurzfristig verhindert. Günter Schoßböck und Frank Sieckel kennen sich von der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig. Den Dozentenkollegen, der auch ein erfahrener Schauspieler ist, um eine Übernahme zu bitten, war die optimale Lösung. Und Günter Schoßböck hatte genau in diesem Monat Zeit, da sich sein Familienurlaub überraschend verschoben hatte: Frank hat für die Inszenierung eine brillante Fassung erarbeitet und alles super vorbereitet. Da konnte ich nur einwilligen, zumal es eine Traumrolle ist.
Die Traumrolle ist Argan, ein Mann, der nur glaubt, dass er krank ist, was viele um ihn herum ausnutzen wollen. Günter Schoßböck ist Schauspieler, Profisprecher und Hochschuldozent, fährt Motorrad und macht Aikido – keine Spur von einem Kranken, hypochondrisch oder echt! Was reizt Günter Schoßböck an diesem Theaterstück und an der Titelrolle? Die tiefe Komik, wie ein Mensch sich mit Medizin und Geiz durch sein Leben feilscht. Und Komödien spielt der 1959 in Töging am Inn geborene Bayer nur zu gern.
Foto: Rolf Arnold
Günter Schoßböck studierte Schauspiel von der Pike auf mit allem, was an Handwerk notwendig ist, an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Er trat als Schauspieler und Sänger an vielen Theatern auf ¬– u. a. Kammerspiele München, Stadttheater Heilbronn und Schauspiel Leipzig. In Leipzig lebt und arbeitet er bis heute. Dort an der Hochschule unterrichtet Schoßböck auch klassische Sänger und Musicaldarsteller und bereitet sie auf das Bühnenleben vor. Soweit die Theaterengagements es ihm zeitlich erlauben, tritt er im Fernsehen auf: Wer Bergdoktor, In aller Freundschaft, Polizeiruf 110 und Soko Leipzig regelmäßig schaut, hat ihn garantiert schon einmal erlebt, aber weiß es vielleicht nicht. Denn unter seinen Rollen gleicht keine der anderen; ein brutaler Radsporttrainer ist genauso vertreten wie ein schüchterner Pfarrer.
Ich schätze am Schauspielen die Verwandlung. Das betrifft nicht nur Kostüm und Maske, sondern die ganze Körpersprache und Spreche. Verwandlung und Komik – wenn diese zwei Bühnenstars zusammen kamen, war Günter Schoßböck auch manchmal für eine Regie zu haben. Obwohl er sich als Spieler empfindet und es für schwer hält, beide Aufgaben zusammenzuführen. Das ist insofern eine Weltpremiere für mich in Nordhausen, Regie und Hauptrolle gleichzeitig. Ohne das gute Team und ohne die gute Vorarbeit von Frank Sieckel wäre das schwierig geworden!
Die Probenarbeit ist aufwändig. Jede einzelne Szene muss intensiv entwickelt werden, denn gerade komische Situationen müssen im Timing und in den Pointen besonders gut sitzen. Du lachst ja am meisten, wenn du jemandem seinen tragischen Ernst glaubst! Bei Günter Schoßböck steht Text wiederholen jeden Morgen schon zum Frühstück auf dem Programm, Nordhausen kennenlernen und die Ecken für gutes Essen finden, zwischendurch. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, damit er sich als Argan, trotz Sonne in dicke Decken gehüllt, auf die Bühne schleppen und sagen kann: Mein lieber Herr Apotheker, bei diesen Preisen macht selbst die schönste Krankheit keinen Spaß. Und Sie werden ihm glauben!
Eintrittskarten für alle Vorstellungen (außer 29.6. und 5.7.) gibt es im TicketCenter Thüringen in der Rautenstr. 2 oder in der Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei in der Grimmelallee 11 oder unter info@extempore-theater.de
Autor: nnzErst zu Pfingsten machte Günter Schoßböck noch eine Motorradtour durch den Harz. Ein schöner Zufall! Denn dass er jetzt Sommertheater in Nordhausen spielen wird, war ursprünglich so nicht geplant. Frank Sieckel hatte das Stück von Molière Der eingebildete Kranke für das Sommertheater ausgewählt und vorbereitet und war dann kurzfristig verhindert. Günter Schoßböck und Frank Sieckel kennen sich von der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig. Den Dozentenkollegen, der auch ein erfahrener Schauspieler ist, um eine Übernahme zu bitten, war die optimale Lösung. Und Günter Schoßböck hatte genau in diesem Monat Zeit, da sich sein Familienurlaub überraschend verschoben hatte: Frank hat für die Inszenierung eine brillante Fassung erarbeitet und alles super vorbereitet. Da konnte ich nur einwilligen, zumal es eine Traumrolle ist.
Die Traumrolle ist Argan, ein Mann, der nur glaubt, dass er krank ist, was viele um ihn herum ausnutzen wollen. Günter Schoßböck ist Schauspieler, Profisprecher und Hochschuldozent, fährt Motorrad und macht Aikido – keine Spur von einem Kranken, hypochondrisch oder echt! Was reizt Günter Schoßböck an diesem Theaterstück und an der Titelrolle? Die tiefe Komik, wie ein Mensch sich mit Medizin und Geiz durch sein Leben feilscht. Und Komödien spielt der 1959 in Töging am Inn geborene Bayer nur zu gern.
Foto: Rolf Arnold
Günter Schoßböck studierte Schauspiel von der Pike auf mit allem, was an Handwerk notwendig ist, an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Er trat als Schauspieler und Sänger an vielen Theatern auf ¬– u. a. Kammerspiele München, Stadttheater Heilbronn und Schauspiel Leipzig. In Leipzig lebt und arbeitet er bis heute. Dort an der Hochschule unterrichtet Schoßböck auch klassische Sänger und Musicaldarsteller und bereitet sie auf das Bühnenleben vor. Soweit die Theaterengagements es ihm zeitlich erlauben, tritt er im Fernsehen auf: Wer Bergdoktor, In aller Freundschaft, Polizeiruf 110 und Soko Leipzig regelmäßig schaut, hat ihn garantiert schon einmal erlebt, aber weiß es vielleicht nicht. Denn unter seinen Rollen gleicht keine der anderen; ein brutaler Radsporttrainer ist genauso vertreten wie ein schüchterner Pfarrer.
Ich schätze am Schauspielen die Verwandlung. Das betrifft nicht nur Kostüm und Maske, sondern die ganze Körpersprache und Spreche. Verwandlung und Komik – wenn diese zwei Bühnenstars zusammen kamen, war Günter Schoßböck auch manchmal für eine Regie zu haben. Obwohl er sich als Spieler empfindet und es für schwer hält, beide Aufgaben zusammenzuführen. Das ist insofern eine Weltpremiere für mich in Nordhausen, Regie und Hauptrolle gleichzeitig. Ohne das gute Team und ohne die gute Vorarbeit von Frank Sieckel wäre das schwierig geworden!
Die Probenarbeit ist aufwändig. Jede einzelne Szene muss intensiv entwickelt werden, denn gerade komische Situationen müssen im Timing und in den Pointen besonders gut sitzen. Du lachst ja am meisten, wenn du jemandem seinen tragischen Ernst glaubst! Bei Günter Schoßböck steht Text wiederholen jeden Morgen schon zum Frühstück auf dem Programm, Nordhausen kennenlernen und die Ecken für gutes Essen finden, zwischendurch. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen, damit er sich als Argan, trotz Sonne in dicke Decken gehüllt, auf die Bühne schleppen und sagen kann: Mein lieber Herr Apotheker, bei diesen Preisen macht selbst die schönste Krankheit keinen Spaß. Und Sie werden ihm glauben!
Eintrittskarten für alle Vorstellungen (außer 29.6. und 5.7.) gibt es im TicketCenter Thüringen in der Rautenstr. 2 oder in der Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei in der Grimmelallee 11 oder unter info@extempore-theater.de

