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"Erst fragen, dann fahren!"

Mittwoch, 29. Mai 2013, 10:54 Uhr
Nicht nur Alkohol, auch Arzneimittel können die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Der diesjährige "Tag der Apotheke" am 13. Juni steht daher unter dem Motto "Erst fragen, dann fahren!" Der bundesweite Aktionstag ist Auftakt einer Kampagne, in der auch Thüringens Apothekerinnen und Apotheker ihre Patienten verstärkt über die Auswirkungen von Medikamenten auf die Fahrsicherheit informieren werden...

Lieber erst fragen (Foto: Apothekenkammer) Lieber erst fragen (Foto: Apothekenkammer)

"Die Mehrzahl der täglich rund vier Millionen deutschen Apothekenkunden nimmt als Kraftfahrer aktiv am Straßenverkehr teil. Vielen ist aber nicht bewusst, welche Risiken mit der Einnahme von Medikamenten verbunden sein können", erklärt Apothekerin Andrea Seifert, Pressesprecherin im Landkreis Nordhausen: "Als Experten für Arzneimittel sehen die Apotheker es deshalb als ihre ureigene Aufgabe an, hier durch aktive Aufklärungsarbeit zur Sicherheit im Straßenverkehr beizutragen."

Bis zu zehn Prozent aller Verkehrsunfälle sind ganz oder teilweise auf Arzneimittel-Nebenwirkungen zurückzuführen. Anders als für Alkohol gibt es hier keine Grenzwerte oder Verbote: jeder Verkehrsteilnehmer muss selbst beurteilen, ob und wie sehr die eigene Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist. Hinweise gibt schon der Beipackzettel, Vorsicht ist vor allem zu Behandlungsbeginn geboten. Wer aufgrund von Krankheit oder Medikamenteneinwirkung einen Unfall verursacht, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. "Nutzen Sie die Kompetenz und das individuelle Beratungsangebot der wohnortnahen Apotheken – zu Ihrer eigenen Sicherheit und der der übrigen Verkehrsteilnehmer", rät Seifert.

Da auch rezeptfrei erhältliche Präparate nicht immer harmlos sind, ist gerade bei der Selbstmedikation vorherige Beratung ein Muss: "Kritisch sind alle Präparate, die die Sehfähigkeit beeinträchtigen, auf das zentrale Nervensystem wirken oder Blutdruck und Blutzuckerspiegel senken. Sie schränken das Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen ein. Anzeichen hierfür sind u. a. Müdigkeit, Schwindel, Unruhe oder Benommenheit", warnt die Apothekerin. Neben Augenpräparaten, Psychopharmaka sowie Schlaf- und Beruhigungsmitteln (die durchaus noch am nächsten Morgen wirken können) zählen hierzu auch Aufputsch- und Schmerzmittel, Hustenblocker und Mittel zur Muskelentspannung. Auch bei dauerhafter Einnahme von Heuschnupfen- und Epilepsiepräparaten, Blutdrucksenkern und Antidiabetika sollte man sich nur nach Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker ans Steuer setzen.

Gefährlich sind laut Seifert auch Kombinationen mehrerer Medikamente: Die unerwünschten Wirkungen können sich gegenseitig verstärken. "Ob das der Fall ist, kann das Fachpersonal in der Apotheke am besten beurteilen", so der die Apothekerin: "Auch eigenmächtige Veränderungen der verordneten Dosis sollte man besser unterlassen. Tabu ist nicht zuletzt der gleichzeitige Konsum von Arzneimitteln und Alkohol, da dieser die Wirkung ebenfalls beeinflussen kann."

Kraftfahrer sollten sich in ihrer Apotheke über mögliche Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit informieren. Getragen wird die aktuelle Kampagne von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und dem ADAC.
Autor: red

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