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Es darf geträumt werden

Sonntag, 28. März 2004, 14:16 Uhr
Nordhausen (nnz). In der Nordhäuser Sportwelt darf wieder von der Bundesliga geträumt werden. Die Volleyballer des SVC Nordhausen haben am Samstagabend die Tür zur zweiten Bundesliga ganz weit aufgestoßen. Doch vor dem Traum standen Kampf und Freunde.


Rekord Vor der Rekordkulisse von 950 Zuschauern gelang am gestrigen Abend den Volleyballern des SVC Nordhausen der große Erfolg. Nach einem klaren Sieg gegen den VC Gotha wurde der 1. Platz in der Regionalliga und damit die Berechtigung zur Teilnahme an den Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga erreicht.

Vor Beginn des Spieles wurden drei verdienstvolle Spieler vom SVC-Vorstand und unter dem Beifall der Zuschauer verabschiedet: Daniel Rensing und Jens Liebold beenden ihre sportliche Laufbahn und Andreas Mann wird in der kommenden Saison als Trainer und Spieler in der zweiten Mannschaft aktiv sein.

Das Spiel begann danach sehr verhalten. Mit Giso Gewalt auf Zuspiel und Alexander Wedler, Dominik Rieger, Sören Klause, Marek Cibula und Jens Liebold in der weiteren Folge sowie Thomas Rzepus als Libero stand der Stammsechser auf dem Parkett. Keiner Mannschaft gelang es sich einen Punktevorsprung zu erkämpfen, die Führung wechselte ständig hin und her. Mitte des ersten Satzes hatte sich der SVC dann gefangen. Die Annahme klappte sehr gut und dadurch konnte ein sehr variables Angriffsspiel aufgezogen werden. Die Gothaer hatten dem nicht viel entgegenzusetzen. Mit dem Satzgewinn war dann auch endgültig der erste Platz in der Tabelle gesichert.

Der Jubel war aber noch verhalten. Ab dem 2. Satz begann dann das Schaulaufen für die Spieler. Der Trainer gab allen Gelegenheit sich zum Saisonschluss noch einmal dem Publikum zu zeigen. Daniel Rensing, Andreas Mann, Michal Slodicka und Daniel Gropp wurden eingewechselt. Da Gotha sich mit dem Schicksal der Niederlage scheinbar abgefunden hatte wurden noch zwei weitere klare Satzgewinne eingefahren. Mit dem Abpfiff gab es dann kein Halten mehr. Tosender Beifall von den Rängen, Sektduschen unter den Spielern, Freude bei den Offiziellen des SVC und Freibier für die Zuschauer.

Durst Trotz dieses Erfolges steht aber eine große Aufgabe noch aus. Vom 23. – 25. April findet in Wiesbaden die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga statt. Gegner sind dann mit Marktredwitz und Schmiden alte Bekannte aus Bundesligazeiten und mit Wiesbaden eine unbekannte Mannschaft. Von diesen vier Mannschaften werden sich drei für die Bundesliga qualifizieren.

Der SVC Nordhausen hat es geschafft, sich nach seiner Krise vor drei Jahren selbst aus der Tiefe nach oben zu ziehen. Das Präsidium ohne Präsident versprach vor zweieinhalb Jahren im Hotel Zur Sonne, die Mannschaft wieder ins zweite Oberhaus zu führen. An seiner Seite waren damals und heute Sponsoren, die zusammen den Wiederaufstieg ruhig und kontinuierlich begleiteten.

Jetzt ist es geschafft. Wenn allerdings die Nordhäuser in der kommenden Saison dort spielen, wo sie eigentlich seit Jahren hingehören, dann sind nicht nur wenige Mitstreiter gefragt, dann ist die ganze Region „dran“. Da müssen kommunale und Landespolitiker ebenso im Boot sitzen wie Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Es wird in den kommenden Wochen im Präsidium darum gehen, neue Spieler nach Nordhausen zu verpflichten, neue Sponsoren zu finden, noch mehr Akzeptanz zu finden.

Die nnz hat den SVC in der zurückliegenden Saison redaktionell begleiten können. Möglich war dies nur, da der Club über eine ausgezeichnete Pressearbeit verfügt. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle vor allem an Rainer Pfennig, der die nnz immer mit den nötigen Informationen versorgte. In dieser Beziehung war der SVC schon lange Zeit „zweitligatauglich“. Im Gegensatz zu anderen Sportvereinen, deren Vision in der Fußballoberliga zu finden ist, deren Marketing aber nicht einmal für die Bezirksliga taugt.
Autor: nnz

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