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nnz-Forum: Welche Fledermäuse?

Donnerstag, 25. März 2004, 13:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Wie weiter nun mit der FFH-Nachmeldung für die Bereiche der Rüdigsdorfer Schweiz? Wird der Winkelberg hineingenommen oder nicht. In der nnz melden sich die Nordhäuser Bündnisgrünen zu Wort.


Am 18. Februar 2004 übergaben Kommunen, Vereine, Arbeitskreis Gipskarst und Bürger an die bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt anläßlich ihres Besuches einer Regionalkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen ihre Petitionen zum Erhalt der Gipskarstlandschaft. Darin enthalten die Bitte, sich für den Erhalt dieser einzigartigen Landschaft beim Thüringer Ministerprasidenten einzusetzen.

In einem Schreiben an den Ministerpräsidenten fordert Frau Göring-Eckardt nachdrücklich die kohärente Meldung des FFH-Gebietes (PSCI) 4430-302 "Rüdigsdorfer Schweiz - Harzfelder Holz" betreffs aller Arten und Lebensräume gemäß FFH-Richtlinie Anhang 1,2 und 4. Diese Forderung schließt auch den Winkelberg ein.

In dem Antwortschreiben des Ministerpräsidenten vom 17. März wird darauf verwiesen, dass aus Sicht der Landesregierung auf die Einbeziehung des Winkelberges verzichtet werden kann, da es sich bei den dort vorkommenden Fledermäusen nicht um Arten des Anhangs II FFH - Richtlinien handelt. Diese Aussage ist naturschutzfachlich falsch und auf Grund der dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz vorliegenden Daten wissentliche Unwahrheit!

Nach Gutachten Rana vom Oktober 2001 und Biedermann, Meyer und Schorcht 2002 ist der Winkelberg ein ganzjährig
hochfrequentiertes Jagdgebiet von 12 verschiedenen Fledermausarten, darunter die Mops- und Bechsteinfledermaus sowie das Große Mausohr (Anhang II). Da die Nachmeldung an das Bundesamt für Naturschutz bis zum 31. März und an die EU in Brüssel bis zum 31. Mai zu erfolgen hat, erwartet
Bündnis 90/Die Grünen von Ministerpräsident Althaus entsprechend der Rechtslage und im Interesse der Mehrheit der Bürger der Stadt und des Landkreises Nordhausen, dass die kohärente Meldung der "Rüdigsdorfer Schweiz - Harzfelder Holz" einschließlich des Winkelberges durch die Landesregierung termingerecht vorgenommen wird.

Die Bevorzugung der Gipsindustrie durch die Landesregierung gegen den Willen der Bevölkerung und die Gegebenheiten des Naturschutzes ist nicht akzeptabel. Es ist nicht zu verstehen, dass die Landesregierung dem kurzlebigen Rohstoffabbau Priorität gegenüber langfristigen regionalen Interessen durch Naherholung und Tourismus einräumt. Die Bürger des Südharzes werden sich weiterhin mit Fantasie und Zivilcourage für ihre und die Interessen ihrer Kinder einsetzen.
Gisela Hartmann, Kreisvorstand Bündnis 90/Die Grünen

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Autor: nnz

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