Liebe, Lust und Tabus
Montag, 20. Mai 2013, 13:45 Uhr
Am 23. Mai lädt Museumsleiter Jürgen Rennebach zu einem Vortag über die erotische Geschichte der Kunst im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kunst, Gott und die Welt in das Museum Tabakspeicher ein...
Als Künstler, der sich selbst intensiv mit Erotik in seinen Werken beschäftigt und auseinandersetzt, geht Rennebach in seinem Bildervortrag ab 19.30 Uhr mit Musik auf eine Lustreise durch die erotische Geschichte der Kunst von der Renaissance bis in die Gegenwart.
Durch alle Zeiten hindurch ist die Erotik starke Triebfeder für das Schaffen von Malern, Bildhauern, Fotografen und Filmemachern. Wühlt man sich durch die Laken der europäischen Kunstgeschichte, erfährt man, was die bildenden Künstler auf ihren Leinwänden dazwischen so alles trieben, sagt er. Während in außereuropäischen Kulturen mit der Darstellung von Sinnenfreude und Sexualität über die Jahrhunderte hinweg recht locker umgegangen worden sei, waren sie im Abendland spätestens mit dem Durchbruch des Christentums tabuisiert.
Doch Künstler fanden Vorwände, um ganz unschuldig nackte Haut zu zeigen. Mythologische und biblische Motive gaben dazu einiges her. Verschlüsselter Sex also, wohin man blickt, so Rennebach. In der religiösen Kunst habe man sich an ungezügelte optische Genussfreuden gehalten. So dienten göttliche Ausschweifungen ab der antikenverliebten Renaissance überhaupt als beste Ausrede, sich Erotisches vor Augen zu führen. Selbst Entblößungen an Kirchendecken habe man damals mitunter akzeptiert, erklärt er.
Im Barock beherrschten dann charmante, leicht frivole Kabinettstückchen mit ihren verfeinerten Spielweisen des Begehrens die Szenerie. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die sexuellen Motive eindeutiger. Dann brachen alle Dämme: Große Meister malten ihre sexuellen Fantasien, die Künstler rebellierten gegen die bürgerliche Moral.
Vor einem halben Jahrhundert wirkte dann das Bild des nackten Körpers wie Sprengstoff in den Nachkriegsgesellschaften Europas und der USA. Kunsttaktionen führten zu Skandalen, denen bisweilen Haftstrafen folgten. Seit der sexuellen Revolution in den sechziger Jahren schien dann die Epoche totaler Freiheit angebrochen zu sein: Provokateure hatten Mühe, überhaupt noch Skandale auszulösen.
Sex in der Kunst sei in dieser Zeit selbstverständlich geworden, manchmal geradezu niedlich, so Rennebach. Die Künstler werden zu Schaustellern ihrer Intimität und der Betrachter übernimmt nun die Rolle als Voyeur. Das Kulturamt und die Jugendkunstschule freuen sich auf zahlreiche Besucher. Aphrodisierende Getränke werden auf Wunsch dazu gereicht.
Nordhausen, Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße, Kartenvorbestellungen: ab sofort unter Telefon: 98 27 37, Eintritt:3 Euro.
Autor: redAls Künstler, der sich selbst intensiv mit Erotik in seinen Werken beschäftigt und auseinandersetzt, geht Rennebach in seinem Bildervortrag ab 19.30 Uhr mit Musik auf eine Lustreise durch die erotische Geschichte der Kunst von der Renaissance bis in die Gegenwart.
Durch alle Zeiten hindurch ist die Erotik starke Triebfeder für das Schaffen von Malern, Bildhauern, Fotografen und Filmemachern. Wühlt man sich durch die Laken der europäischen Kunstgeschichte, erfährt man, was die bildenden Künstler auf ihren Leinwänden dazwischen so alles trieben, sagt er. Während in außereuropäischen Kulturen mit der Darstellung von Sinnenfreude und Sexualität über die Jahrhunderte hinweg recht locker umgegangen worden sei, waren sie im Abendland spätestens mit dem Durchbruch des Christentums tabuisiert.
Doch Künstler fanden Vorwände, um ganz unschuldig nackte Haut zu zeigen. Mythologische und biblische Motive gaben dazu einiges her. Verschlüsselter Sex also, wohin man blickt, so Rennebach. In der religiösen Kunst habe man sich an ungezügelte optische Genussfreuden gehalten. So dienten göttliche Ausschweifungen ab der antikenverliebten Renaissance überhaupt als beste Ausrede, sich Erotisches vor Augen zu führen. Selbst Entblößungen an Kirchendecken habe man damals mitunter akzeptiert, erklärt er.
Im Barock beherrschten dann charmante, leicht frivole Kabinettstückchen mit ihren verfeinerten Spielweisen des Begehrens die Szenerie. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die sexuellen Motive eindeutiger. Dann brachen alle Dämme: Große Meister malten ihre sexuellen Fantasien, die Künstler rebellierten gegen die bürgerliche Moral.
Vor einem halben Jahrhundert wirkte dann das Bild des nackten Körpers wie Sprengstoff in den Nachkriegsgesellschaften Europas und der USA. Kunsttaktionen führten zu Skandalen, denen bisweilen Haftstrafen folgten. Seit der sexuellen Revolution in den sechziger Jahren schien dann die Epoche totaler Freiheit angebrochen zu sein: Provokateure hatten Mühe, überhaupt noch Skandale auszulösen.
Sex in der Kunst sei in dieser Zeit selbstverständlich geworden, manchmal geradezu niedlich, so Rennebach. Die Künstler werden zu Schaustellern ihrer Intimität und der Betrachter übernimmt nun die Rolle als Voyeur. Das Kulturamt und die Jugendkunstschule freuen sich auf zahlreiche Besucher. Aphrodisierende Getränke werden auf Wunsch dazu gereicht.
Nordhausen, Museum Tabakspeicher, Bäckerstraße, Kartenvorbestellungen: ab sofort unter Telefon: 98 27 37, Eintritt:3 Euro.









