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Insolvenz "dank" Hartz

Montag, 22. März 2004, 11:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Hartz-Gesetze sollen eigentlich Arbeitsplätze schaffen, sollen den Arbeitsmarkt flexibler gestalten. In Nordhausen sind Auswirkungen gänzlich anderer Art zu spüren. Hier gehen Arbeitsplätze verloren. Insolvenzen sind faktisch vorprogrammiert.


Die nnz hatte in diesem Jahr bereits mehrfach über die Auswirkungen der Gesetze auf den Weiterbildungsmarkt berichtet. Bildungsträger mussten Personal entlassen (siehe nnz-Archiv), jetzt hat einer Insolvenz angemeldet. Das Ende von Arbeit und Bildung e.V. gab heute das Amtsgericht in Mühlhausen bekannt. Trocken und nüchtern in einer amtlichen Bekanntmachung.

Für den Vereinsvorsitzenden Thorsten Hoppe sind die Ursachen eindeutig: „Die Hartz-Papiere!“ Bis zum Ende des Jahres 2003 wurden bei Arbeit und Bildung e.V. fast ausschließlich junge Frauen und Männer unter 25 Jahren umgeschult und weitergebildet. Auftraggeber und Finanzier war das Arbeitsamt. Das aber hat die weiteren Maßnahmen nicht mehr lokal oder regional ausgeschrieben, sondern bundesweit. „Wir haben uns immer mit beworben, haben aber immer eine Absage erhalten“, so Hoppe resignierend.

Die Zuschläge gingen an die Giganten des deutschen und europäischen Weiterbildungsmarktes. Im vergangenen Jahr begann sich dieser Trend auf die fest angestellten Mitarbeiter auszuwirken. Waren Anfang 2003 noch 25 an den Standorten in Nordhausen und Mühlhausen tätig, so wurde das Personal Ende 2003 auf fünf „runtergefahren“. Jetzt ist gänzlich Schluß. In den Hochzeiten den 1996 gegründeten Vereins wurden monatlich 130 junge Leute ausgebildet oder umgeschult und somit für einen neuen Job fit gemacht.
Autor: nnz

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