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Konjunktureller Sonnenschein

Mittwoch, 08. Mai 2013, 12:17 Uhr
Die Hoffnungen auf eine schnelle Konjunkturerholung haben einen Dämpfer bekommen – so das Fazit der jüngsten Unternehmensbefragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Ausnahme in positiver Hinsicht ist der Landkreis Nordhausen, hier zeigt sich sowohl rückblickend als auch vorausschauend ein durchaus erfreuliches Stimmungsbild...


Der Klimaindex, der sowohl die aktuelle Situation als auch die Erwartungen und Pläne für die nächsten Monate berücksichtigt, ist um ganze sieben Punkte zur vorhergehenden Analyse gefallen und erreicht damit nur noch 100 von 200 möglichen Prozentpunkten. Vor allem die gegenwärtige Geschäftslage wird im Kammerbezirk Erfurt deutlich schlechter beurteilt als noch zu Jahresbeginn.

Branchen übergreifend schätzen deshalb nur noch 28 Prozent der Befragten ihre derzeitige Situation mit gut ein, zu Jahresbeginn waren es noch 37 Prozent. Dagegen berichten 24 Prozent von schlechter laufenden Geschäften, vor gut vier Monaten taten dies gerade einmal 14 Prozent.

Im Landkreis Nordhausen jedoch bewerten 41 Prozent die gegenwärtige Geschäftslage mit gut (Vorjahr 33 Prozent, vorangegangene Umfrage ebenfalls 33 Prozent) und 18 Prozent als schlecht (Vorjahr 23 Prozent, vorangegangene Umfrage 15 Prozent).

Während im Kammerbezirk Erfurt der Blick der befragten Unternehmen auf die kommenden Monate etwas hoffnungsvoller ausfällt, sind die Erwartungen und Pläne im Landkreis Nordhausen wesentlich höher geschraubt. Hier gehen 40 Prozent von einer günstigeren Entwicklung (Vorjahr 27 Prozent, vorangegangene Befragung 15 Prozent), 45 Prozent von gleich bleibender und lediglich 15 Prozent von einer ungünstigeren (Vorjahr 33 Prozent, vorangegangene Befragung 7 Prozent) Entwicklung aus.

Das gegenwärtig gute Stimmungsbild im Landkreis Nordhausen darf jedoch nicht über die im globalen Wirtschaftsgeschehen bestehenden Probleme hinwegtäuschen. Die Wirtschaft ist anfällig und das Stimmungsbild kann sich schnell wandeln.

So sind die Auswirkungen der ungelösten Schuldenkrise in Europa, die politischen Zustände in Italien, die Rekordarbeitslosigkeit in Spanien, Frankreich und Griechenland, insbesondere die hohe Jugendarbeitslosigkeit, nach wie vor nicht einzuschätzen. Die Rezession in Südeuropa macht sich auch zunehmend in Thüringer Unternehmen bemerkbar.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Nordhausen erweist sich gegenwärtig recht robust. Die Beschäftigungspläne der Firmen lassen auf eine, wenn auch nur schwache, Fortsetzung des positiven Trends hoffen. So geht die überwiegende Mehrheit (85 Prozent) von gleich bleibenden Beschäftigtenzahlen aus, bei 10 Prozent sind Einstellungen möglich und lediglich 5 Prozent signalisieren fallende Beschäftigtenzahlen.

Fazit: Vor allem die Erwartungen der Firmen sind viel besser als im vergangenen Herbst. Die Euphorie ist verflogen, aber die Hoffnung auf eine moderate Erholung bleibt.
Autor: red

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