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nnz-doku: Offener Brief

Montag, 22. März 2004, 09:12 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz berichtete heute über ausladende Aktivitäten des Nordhäuser Theaters. An dieser Stelle veröffentlichen wir einen offenen Brief eines „Betroffenen“ an die Intendantin der Theaters, Dr. Priklbauer.


Sehr geehrte Frau Intendantin Dr. Pirklbauer,

mit Verwunderung habe ich Ihre Entscheidung zur Kenntnis genommen, mir keine Pressekarten für die Premiere des Schauspiels „Die Affäre Rue de Lourcine“ zur Verfügung zu stellen. Am 23. Februar hatten Sie mich schriftlich offiziell dazu eingeladen. Am Dienstag, 16. März erhielt ich einen Anruf Ihrer Pressesprecherin, die mir mitteilte, es könnten leider keine Pressekarten für mich bereit gelegt werden, gern würde sie mir aber eine normale Kaufkarte reservieren.

Nach reiflicher Überlegung empfinde ich dieses Verhalten als Ausladung von der Premiere und glaube darin auch eine bewusste Einschränkung der Pressefreiheit zu erkennen. Bestärkt wird diese Vermutung durch die Tatsache, dass einzelne Presseorgane in Nordhausen inzwischen keine Informationen mehr aus ihrem Hause bekommen.

Ich halte das nicht für den richtigen Weg mit den Pressevertretern umzugehen, auch wenn deren Berichterstattungen nicht immer mit Ihren eigenen Intentionen konform gehen. Deshalb bitte ich Sie, Ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken und so den Eindruck zu vermeiden, Sie wären kleinlich oder gar nachtragend.

Im Sinne der vom deutschen Grundgesetz verbrieften Rechte auf freie Meinungsäußerung und besonders auf die Rechte der Presse zur uneingeschränkten und unbeeinflussten Berichterstattung würde ich mich freuen, bald eine Antwort von Ihnen zu bekommen, die etwaige Irritationen aus der Welt schaffen kann.
Hochachtungsvoll, Olaf Schulze
Autor: nnz

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