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Achtung Wild!!

Montag, 06. Mai 2013, 11:33 Uhr
Jedes Jahr ereignen sich auf Deutschlands Straßen etwa 200.000 Wildunfälle. Bei diesen werden rund 2.500 Personen verletzt und rund 50 sogar getötet. Speziell in den frühen Morgen- und in den Abendstunden kommt es zu dieser Art von Unfällen. Wir haben Tipps aus dem Forstamt Bleicherode-Südharz...


Um dies zu vermeiden sind eine vorausschauende Fahrweise und angepasste Geschwindigkeit besonders wichtig. Doch was ist zu tun wenn es zu einem Zusammenstoß mit Wild kam oder er nicht mehr vermeidbar ist?

Auch im Bereich des Thüringer Forstamtes Bleicherode-Südharz kommt es immer wieder zu Wildunfällen. Diese ereignen sich häufig in den frühen Morgenstunden oder in der Abenddämmerung.

Das Verkehrsschild Wildwechsel weist auf Straßenabschnitte hin, die häufig vom Wild als Wechsel genutzt werden. Schwerpunkte stellen die B4 und die B81 zwischen Netzkater und Rotheshütte bzw. Hasselfelde dar. Auf diesen Streckenabschnitten ereigneten sich im letzten Jahr 17 Wildunfälle.

Diese Hinweisschilder stehen häufig in Waldgebieten und an Wald- Feldgrenzen. Das Wild wechselt aus dem Wald in die Feldgebiete, um seinen Nahrungsbedarf zu decken, anschließende kehrt es in den Wald zurück.

Eine vorausschauende Fahrweise und angepasste Geschwindigkeit sind in diesen Bereichen besonders wichtig. Mit verschiedenen Reflektoren, die an die Leitbaken angebracht oder in angrenzende Bäume gehangen werden, versucht man die Zahl der Wildunfälle zu minimieren.

Das Wild wird durch das reflektierende Licht irritiert und bleibt stehen, ehe es die Straße überquert. Entlang von Autobahnen versucht man Wildtiere entlang von Zäunen zu Wildbrücken zu leiten. Über die es Straße ohne Gefahr für Mensch überqueren kann. Ebenfalls finden speziellen Duftstoffe Verwendung die Wild am Überqueren von Straßen zu hindern sollen.

Viele Autofahrer kennen das Bild, wenn plötzlich Wild auf der Straße steht. Doch wie verhält man sich richtig in diesem Moment? Ausweichen oder nicht? Was muss man tun wenn es zu einem Zusammenstoß kam? Wer sind die Ansprechpartner?

Falls sich Wild auf der Fahrbahn oder am Fahrbahnrand befindet, ist sofort zu bremsen. Auch wenn das Tier schon die Fahrbahn überquert hat, ist Vorsicht geboten, denn oftmals kommen weitere Stücken nach. Von Ausweichmanövern ist abzuraten, denn das Verreißen des Lenkrades kann zum Kontrollverlust über das Fahrzeug führen. In dessen Folge man in den Straßengraben, vor einen Baum oder in den Gegenverkehr gerät was meist folgenschwerer ist als die Kollision mit dem Wild.

Vor allem sind jedoch Unfälle mit Wild durch die Teilkaskoversicherung des Fahrzeuges abgedeckt und entstandener Schaden wird durch sie in einem solchen Fall ersetzt. Nach einem Zusammenstoß gilt es Ruhe zu bewahren.

Wichtig ist, dass Anhalten des Fahrzeuges und die Absicherung der Unfallstelle. Diese sollte mittels Warnblinklicht und Warndreieck erfolgen. Das durch den Unfall zu Tode gekommene Tier darf nicht mit nach Hause genommen werden! Diese Handlung wäre Wilderei und somit sogar strafbar. Nachdem die Sicherheit an der Unfallstelle hergestellt ist, sollte die Polizei in Kenntnis gesetzt werden. Sie alarmiert in der Regel den für das jeweilige Gebiet zuständigen Jäger oder Revierförster.

Um die Unfallgefahr für weitere Autofahrer zu verringern sollte das verendete Tier von der Straße entfernt werden. Hierzu empfiehlt es sich auf Grund verschiedener Wildkrankheiten die auftreten können, Einweghandschuhe zu tragen. Falls das Stück nach dem Zusammenstoß verletzt geflohen ist, kann man es mit speziell ausgebildeten Hunden der Jäger und Revierförster nachsuchen.

Die für die Versicherung wichtige Wildschadensbescheinigung kann von der Polizei, dem Thüringer Forstamt Bleicherode-Südharz oder dem zuständigen Jäger ausgestellt werden.
Autor: red

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