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Unangreifbares Steinmühlental

Freitag, 26. April 2013, 09:04 Uhr
Angesichts der Bedrohung des bisher weitgehend naturbelassenen Steinmühlentals zwischen Appenrode und Rothesütte durch ein Pumpspeicherwerk, plant der Botaniker und Naturschützer Bodo Schwarzberg eine fortlaufende Fotoserie...


"Es ist eine Anmaßung der Planer um Minister Machnig und Bürgermeister Ehrhold, in der Öffentlichkeit zu behaupten, die Bevölkerung würde die absurden Pläne zur Zerstörung des Steinmühlentales akzeptiieren", so Schwarzberg gegenüber der nnz. Zu DDR-Zeiten hätte Generalsekretär Honecker auch bei jeder Gelegenheit verlauten lassen, wie geschlossen die Arbeiterklasse hinter ihrer "Vorhut" steht (zur Erinnerung: Vorhut sollte die SED sein).

Derartige Behauptungen seien nichts als Wunschdenken im Interesse der Industrie-Lobbyisten und all der anderen Personen und Gruppen, die von einer Zerstörung des Tales profitieren.

Die Fotos sollen alle wesentlichen Naturschönheiten, Eigenarten und Besonderheiten des Tales berücksichtigen. Sie werden fortlaufend in der nnz veröffentlicht. Zudem könne man versuchen, eventuell über den BUND eine Ausstellung zu organisieren, so der Nordhäuser.

"Viele Menschen kennen das Steinmühlental überhaupt nicht, obwohl es das vielleicht schönste und naturnächste Tal im Landkreis ist. Das muss sich ändern", so Schwarzberg.

Ein weiterer Gedanke wäre, so Schwarzberg, regionale oder überregionale Prominente und Medien ins Steinmühlental zu holen, um gegen die Pläne Flagge zu zeigen bzw. auf das "zu zerstörende Potential" aufmerksam zu machen. Öffentliche Exkursionen seien eine weitere Möglichkeit. Auch überlegt er, eine seiner 100-Kilometerwanderungen durch das Gebiet zu legen.

"Es ist zu zeigen, dass es vollkommen absurd ist, einen Eingriff, wie ein Pumpspeicherwerk im Steinmühlental, umweltseitig ausgleichen zu können. Wenn die Ausgleichsregelungen in den Gesetzen tatsächlich greifen würden, dann hätten wir ja nicht einen immer größeren Artenschwund. Das Problem ist den Behörden und Regierungen tatsächlich längst entglitten", so Schwarzberg, der selbst große Bereiche des Landkreises Nordhausen floristisch kartierte, gegenüber der nnz.

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Autor: red

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