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Neidfaktor Oberzentrum

Mittwoch, 17. März 2004, 19:14 Uhr
Nordhausen (nnz). Können Sie sich erinnern? Es gab mal eine gemeinsame Stadtratssitzung. Da waren sich die Nordhäuser Stadträte mit ihren Sondershäuser Kollegen einig: Nordhausen soll Oberzentrum werden. Doch nicht überall in Nordthüringen stößt dieses Ansinnen auf Gegenliebe.


Offiziell wird da zwischen Landräten oder (Ober)Bürgermeistern eine eitle Welt demonstriert. Man reicht sich die Hände, tauscht Nettigkeiten und Artigkeiten aus. Doch: wenn eine Kommune vielleicht einen Vorteil erheischen könnte, dann werden die Nachbarn neidisch. Auch das angestrebte Oberzentrum ist eigentlich solch ein Neidfaktor. Vor allem im Unstrut-Hainich-Kreis und im Kyffhäuserkreis. Im Gegensatz zu Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) sieht Landrat Peter Hengstermann die Partnerschaft zwischen beiden Kreisstädten nicht so gern. All zu sehr könnte die Arterner Sorgenregion eventuell leiden.

Doch die Nordhäuser wollen sich in ihrer Absicht nicht beirren lassen. "Nordhausen hält am Entwicklungsziel Oberzentrum fest!": Mit diesem Votum hat der Nordhäuser Hauptausschuss auf seiner heutigen Sitzung noch einmal einen entsprechenden Stadtratsbeschluss bekräftigt und damit sorgt man gleich für klare Fronten. Man habe mit Befriedigung die Entscheidung der Landerstregierung zur Kenntnis genommen, dass im aktuellen Entwurf des Landesentwicklungsplanes Nordhausen den Status eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums behalten soll.

"Dass wir Oberzentrum werden, bleibt allerdings unser langfristiges Ziel, und daran festzuhalten, ist nicht nur aus Sicht der Wirtschaftsentwicklung wichtig und vernünftig", sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).
Autor: nnz

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