Ausbauen statt Ausbremsen
Donnerstag, 25. April 2013, 11:02 Uhr
Auch in Nordhausen wird die Ankündigung der Telekom, in Zukunft auf drosselbare Internetzugänge zu setzen, mit deutlichen Worten abgelehnt. Zudem geht der Blick aber auch in Richtung der Stadtverwaltung, die das Thema Breitband nun endlich auf die Tagesordnung setzen muss...
Hier wird mit Bandbreiten wie in den 90er Jahren gedroht, während in anderen Staaten bereits Gigabit-Leitungen angeboten werden. Das ist lächerlich und wird so hoffentlich nicht umgesetzt. Es wird eine Strategie erkennbar: Offenbar verdient die Telekom zu wenig – zumindest nach ihrer eigenen Meinung. Für Darr ist dies nicht hinnehmbar. Er erinnert daran, dass die Bundesnetzagentur der Telekom vor Ostern eine Erhöhung der Miete für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die so genannte letzte Meile, genehmigt hatte.
Zudem versuche die Telekom mit diesem Vorstoß die Neutralität der verschiedenen Datenströme nunmehr offen in Frage zu stellen. Das Unternehmen hatte angekündigt die eigenen Telefonie- und Fernsehangebote über das Internet von der angekündigten Begrenzung auszuklammern.
Darr fordert nunmehr das Thema Internetzugang auch in Nordhausen endlich auf die Tagesordnung zu setzen: Die Anforderungen werden weiter steigen, soviel ist sicher. Während in einigen Teilen der Republik für Geschwindigkeiten von 50 MBit/s und mehr ausgebaut wird gibt es in manchen Gegenden nur niedrige einstellige Übertragungsraten – ohne Aussicht auf Besserung.
Besonders in der Nordhäuser Altstadt ist bereits erkennbar welche Auswirkungen der fehlende Ausbau hat. Im Gespräch mit Unternehmern wird klar dass der Internet-Handel sich oftmals zum Haupterwerb entwickelt hat, während das klassische Ladengeschäft zum zweiten Standbein geworden ist. Der Breitbandausbau ist daher auch ein effektives Instrument zur Wirtschaftsförderung: Wenn nicht gehandelt wird, ist sich Darr sicher, werden bald auch die letzten Geschäfte die Altstadt verlassen müssen.
Auch Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt sind dann zu befürchten: Viele Interessenten fragen ihre Vermieter bereits vor dem Einzug nach den Möglichkeiten eines Internetzugangs. In Gesprächen mit den Wohnungsunternehmen wurde deutlich, dass diese die Tragweite verstanden haben und bereits handeln, sagt Darr und verweist beispielhaft auf die Aktivitäten der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG). Er fordert nun die Stadtverwaltung auf, sich des Themas anzunehmen.
Wenn in der Altstadt neue Gebäude entstehen, muss auch das Thema Breitband auf den Tisch. Auch beim Neubau der Kanalisation in Steigerthal muss über die Versorgung mit Breitbandanschlüssen nachgedacht und entschieden werden.
Dabei kritisiert er die zurückhaltende Haltung der Stadt gegenüber den Versorgern. Mehrfach hatte man erklärt, dass man besonders die Telekom nicht an den Tisch bekommt. Damit kann sich die Stadt doch nicht zufrieden geben! sagt Darr. Er schlägt daher vor, den Ausbau nun selbst in die Hand zu nehmen. Wir dürfen nicht länger warten. Die Stadt muss sich selbst helfen, da mit einem Ausbau durch große Unternehmen offenbar weder mittel- noch langfristig zu rechnen ist. Dazu verweist er auf die städtischen Unternehmen, welche nach seinem Standpunkt ideale Voraussetzungen bieten, um den Ausbau in eigener Regie voranzutreiben. Um nur einige zu nennen: Der Bauhof, die Stadtbeleuchtung oder auch die Energieversorgung verlegen oder erneuern im gesamten Stadtgebiet ihre Leitungen. Da wäre der schrittweise Aufbau eines Netzes oder zumindest die Verlegung von Leerrohren durchaus möglich.
Doch dafür fehle offenbar die Bereitschaft. Jeder Unternehmer ist bestrebt seine Angebotspalette seinen Fähigkeiten entsprechend auszubauen. Für die Stadt und ihre Unternehmen gilt das offenbar nicht, obwohl für Kommunen und kommunale Unternehmen oftmals sogar Fördermittel bereitgestellt werden.
Der Ausbau innerhalb des Stadtgebiets sei dabei der wichtigste Teil: Auf den Leitungen, welche die Stadt mit Elektrizität versorgen liegen Glasfaserkabel. Damit sollten die notwendigen Bandbreiten in den kommenden Jahren ermöglicht werden. Auch hier ist also eine Alternative zur Telekom vorhanden.
Zum Hintergrund:Für das Telefonnetz existieren in Nordhausen zwei so genannte Hauptverteiler (HVT), nämlich im Stadtteil Ost sowie am Kommunikationsweg. Dies kann man sich auch grafisch bei Google Maps ansehen. Dazu muss lediglich folgender Link in die Suchleiste kopiert werden: http://selke.de/data/uploads/DSL-Hauptverteiler.kml
Für die Übertragungsgeschwindigkeit ist die Länge und Beschaffenheit der Leitung vom HVT bis zum Netzabschluss (Router) der Nutzer ausschlaggebend. Je kürzer die Leitung, je größer die Querschnitte und je geringer die Anzahl möglicher Fehlerquellen (schlechte Verlegung etc.) desto größer die mögliche Übertragungsgeschwindigkeit.
Neben dem Telefonnetz bieten auch die Betreiber von Kabel-TV-Netzen Internetzugänge an. Diese erreichen oftmals bereits deutlich höhere Übertragungsraten, sind jedoch nicht in allen Stadtteilen verfügbar.
Zudem werden in den letzten Jahren die Funknetze weiter ausgebaut. Diese verfügen oftmals auch über zahlreiche Nachteile wie Volumentarife, Empfangsstörungen und -lücken, zunehmende Belastungen durch elektromagnetische Felder sowie zum Teil deutlich höhere Energiebedarfe gegenüber kabelgebundenen Lösungen.
Die Thüringer Netkom GmbH, eine Tochter des Energieversorgers E.ON Thüringer Energie AG, bietet ebenfalls Breitbandzugänge an. Diese werden über Glasfaserkabel, welche auf den Freileitungstrassen der TEN Thüringer Energienetze GmbH mitgeführt werden, realisiert.
Autor: redHier wird mit Bandbreiten wie in den 90er Jahren gedroht, während in anderen Staaten bereits Gigabit-Leitungen angeboten werden. Das ist lächerlich und wird so hoffentlich nicht umgesetzt. Es wird eine Strategie erkennbar: Offenbar verdient die Telekom zu wenig – zumindest nach ihrer eigenen Meinung. Für Darr ist dies nicht hinnehmbar. Er erinnert daran, dass die Bundesnetzagentur der Telekom vor Ostern eine Erhöhung der Miete für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die so genannte letzte Meile, genehmigt hatte.
Zudem versuche die Telekom mit diesem Vorstoß die Neutralität der verschiedenen Datenströme nunmehr offen in Frage zu stellen. Das Unternehmen hatte angekündigt die eigenen Telefonie- und Fernsehangebote über das Internet von der angekündigten Begrenzung auszuklammern.
Darr fordert nunmehr das Thema Internetzugang auch in Nordhausen endlich auf die Tagesordnung zu setzen: Die Anforderungen werden weiter steigen, soviel ist sicher. Während in einigen Teilen der Republik für Geschwindigkeiten von 50 MBit/s und mehr ausgebaut wird gibt es in manchen Gegenden nur niedrige einstellige Übertragungsraten – ohne Aussicht auf Besserung.
Besonders in der Nordhäuser Altstadt ist bereits erkennbar welche Auswirkungen der fehlende Ausbau hat. Im Gespräch mit Unternehmern wird klar dass der Internet-Handel sich oftmals zum Haupterwerb entwickelt hat, während das klassische Ladengeschäft zum zweiten Standbein geworden ist. Der Breitbandausbau ist daher auch ein effektives Instrument zur Wirtschaftsförderung: Wenn nicht gehandelt wird, ist sich Darr sicher, werden bald auch die letzten Geschäfte die Altstadt verlassen müssen.
Auch Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt sind dann zu befürchten: Viele Interessenten fragen ihre Vermieter bereits vor dem Einzug nach den Möglichkeiten eines Internetzugangs. In Gesprächen mit den Wohnungsunternehmen wurde deutlich, dass diese die Tragweite verstanden haben und bereits handeln, sagt Darr und verweist beispielhaft auf die Aktivitäten der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG). Er fordert nun die Stadtverwaltung auf, sich des Themas anzunehmen.
Wenn in der Altstadt neue Gebäude entstehen, muss auch das Thema Breitband auf den Tisch. Auch beim Neubau der Kanalisation in Steigerthal muss über die Versorgung mit Breitbandanschlüssen nachgedacht und entschieden werden.
Dabei kritisiert er die zurückhaltende Haltung der Stadt gegenüber den Versorgern. Mehrfach hatte man erklärt, dass man besonders die Telekom nicht an den Tisch bekommt. Damit kann sich die Stadt doch nicht zufrieden geben! sagt Darr. Er schlägt daher vor, den Ausbau nun selbst in die Hand zu nehmen. Wir dürfen nicht länger warten. Die Stadt muss sich selbst helfen, da mit einem Ausbau durch große Unternehmen offenbar weder mittel- noch langfristig zu rechnen ist. Dazu verweist er auf die städtischen Unternehmen, welche nach seinem Standpunkt ideale Voraussetzungen bieten, um den Ausbau in eigener Regie voranzutreiben. Um nur einige zu nennen: Der Bauhof, die Stadtbeleuchtung oder auch die Energieversorgung verlegen oder erneuern im gesamten Stadtgebiet ihre Leitungen. Da wäre der schrittweise Aufbau eines Netzes oder zumindest die Verlegung von Leerrohren durchaus möglich.
Doch dafür fehle offenbar die Bereitschaft. Jeder Unternehmer ist bestrebt seine Angebotspalette seinen Fähigkeiten entsprechend auszubauen. Für die Stadt und ihre Unternehmen gilt das offenbar nicht, obwohl für Kommunen und kommunale Unternehmen oftmals sogar Fördermittel bereitgestellt werden.
Der Ausbau innerhalb des Stadtgebiets sei dabei der wichtigste Teil: Auf den Leitungen, welche die Stadt mit Elektrizität versorgen liegen Glasfaserkabel. Damit sollten die notwendigen Bandbreiten in den kommenden Jahren ermöglicht werden. Auch hier ist also eine Alternative zur Telekom vorhanden.
Zum Hintergrund:Für das Telefonnetz existieren in Nordhausen zwei so genannte Hauptverteiler (HVT), nämlich im Stadtteil Ost sowie am Kommunikationsweg. Dies kann man sich auch grafisch bei Google Maps ansehen. Dazu muss lediglich folgender Link in die Suchleiste kopiert werden: http://selke.de/data/uploads/DSL-Hauptverteiler.kml
Für die Übertragungsgeschwindigkeit ist die Länge und Beschaffenheit der Leitung vom HVT bis zum Netzabschluss (Router) der Nutzer ausschlaggebend. Je kürzer die Leitung, je größer die Querschnitte und je geringer die Anzahl möglicher Fehlerquellen (schlechte Verlegung etc.) desto größer die mögliche Übertragungsgeschwindigkeit.
Neben dem Telefonnetz bieten auch die Betreiber von Kabel-TV-Netzen Internetzugänge an. Diese erreichen oftmals bereits deutlich höhere Übertragungsraten, sind jedoch nicht in allen Stadtteilen verfügbar.
Zudem werden in den letzten Jahren die Funknetze weiter ausgebaut. Diese verfügen oftmals auch über zahlreiche Nachteile wie Volumentarife, Empfangsstörungen und -lücken, zunehmende Belastungen durch elektromagnetische Felder sowie zum Teil deutlich höhere Energiebedarfe gegenüber kabelgebundenen Lösungen.
Die Thüringer Netkom GmbH, eine Tochter des Energieversorgers E.ON Thüringer Energie AG, bietet ebenfalls Breitbandzugänge an. Diese werden über Glasfaserkabel, welche auf den Freileitungstrassen der TEN Thüringer Energienetze GmbH mitgeführt werden, realisiert.
