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Standortentscheidung im Mai

Mittwoch, 24. April 2013, 21:34 Uhr
Der Kreistag wird sich am 28. Mai für oder gegen den Ilfelder Standort des Herder Gymnasiums entscheiden. Heute wurde in einer öffentlichen Elternsprechstunde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht...

Keller bei der Elternversammlung (Foto: S. Witzel) Keller bei der Elternversammlung (Foto: S. Witzel)

Über 60 interessierte Eltern kamen in die Aula der Ilfelder Schule, um endlich zu erfahren, wie die Zukunft des Ilfelder Gymnasiums aussieht. Im vergangenen Schuljahr hatten die Gymnasiasten weniger Unterricht als die Grundschüler, berichtete Uwe Spieß, Schulleiter des Herder-Gymnasiums und machte damit deutlich, dass sich der Lehrermangel weiter auf den Stundenplan auswirkt.

Das Schulamt Worbis hat Auflagen ausgesprochen, die realisiert werden konnten. So darf es in Ilfeld nur noch eine 5. Klasse mit maximal 30 Schülern geben, es besteht ein eingeschränktes Angebot für eine zweite Fremdsprache, die Schüler dürfen nur noch im Nordhäuser Schulteil angemeldet werden und der Schulwechsel ist nur noch nach der 8. Klasse möglich.

Doch Lehrer gingen und der Unterrichtsausfall war erheblich, sagte Spieß. Aktuell wurden nur noch 11 Schüler für die 5. Klasse angemeldet, von insgesamt 112 Anmeldungen im Herder Gymnasium. Mit diesen 11 Schülerinnen und Schülern kann keine Klasse eröffnet werden, sagte der Schulleiter. Er bot den Eltern einen scharfen Schnitt an, also die Schließung des Standortes, damit dann im Nordhäuser Schulteil alles angeboten werden kann, was für die Schüler möglich und wichtig ist oder die Reduzierung der Ausbildung in Ilfeld.

Stephan Klante, Bürgermeister der Landgemeinde Harztor, brachte es auf den Punkt: Es ist eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera – soll eine Schule ohne Unterricht erhalten werden oder soll man die Schulschließung in Kauf nehmen. Im Beschluss zur Schulnetzplanung bis 2015 ist der Ilfelder Standort enthalten, gibt er zu bedenken.

Wenn der Ilfelder Standort aufgelöst wird, dann könnte am Hauptstandort mehr angeboten und einige Probleme gelöst werden, sagte Hans Rumpf, Fachbereichsleiter für Schulen im Landkreis. Er hat auch schon mit Vertretern der Verkehrsbetriebe über den Schülertransport gesprochen. Der Maßstab für die richtige Entscheidung sollte die Bildung der Kinder sein, erklärte Rumpf.

Die Personalfragen müssen vom Schulamt Worbis, von denen kein Vertreter zur öffentlichen Elternsprechstunde eingeladen wurde, geklärt werden. Die Standortfrage entscheidet der Schulträger, also der Kreistag. Im morgigen Bildungs- und Schulausschuss wird der Ilfelder Schulteil wieder ein Thema sein.

Landrätin Birgit Keller schlug den Eltern vor, eine Arbeitsgruppe mit Schulelternvertretern, Bürgermeistern, Lehrervertretern und einem Teil der Verwaltung des Landkreises zu bilden, um nochmal über das Für und Wider zu diskutieren. Eine Entscheidung wird dann am 28. Mai von den Mitgliedern des Kreistages getroffen.
Sandra Witzel
Autor: red

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