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nnz-Forum: Kachelmann!, Wulff!, Hoeneß?

Montag, 22. April 2013, 22:40 Uhr
Mit den "Vorgang" Hoeneß beschäftigt sich ein Leser der nnz im Forum unserer Zeitung und kommt zu einem interessanten Schluss...


Was von Megaanklagen bei K. und W. übrig geblieben ist, ist bekannt. Bei H. weiß man es noch nicht, was übrig bleibt. Nehmen wir zum Nachdenken mal alles, was zum Fall Hoeneß wirklich bekannt ist.

Und schon kommt die erste Frage: Wieso wird vor Abschluss der Ermittlungen überhaupt was bekannt? Der bayrische Ministerpräsident verkündet: „Er wird behandelt wie jeder Bürger.“ Und hat schon gelogen. Für alle Bürger gilt: Bei einer Selbstanzeige vor Aufnahme von Ermittlungen gegen den Bürger muss er die hinterzogenen Steuern plus Zinsen nachzahlen und bleibt ansonsten straffrei. Man mag darüber nicht begeistert sein und kann darüber diskutieren, aber es ist nun mal geltendes Recht, dass dann selbstverständlich auch der Bürger Hoeneß in Anspruch nehmen kann. Gleichfalls kann er verlangen, dass von der sehr schwerwiegenden Zusatzstrafe Rufmord Abstand genommen wird.

Nächste Frage (bei Jauch im 300 Euro-Bereich): Wem nützt zurzeit Unruhe beim FC Bayern? Allerdings kommt man hier mit vier Auswahlantworten nicht weiter und noch schlimmer ist, alle wären richtig.

Dritte Frage: Warum wird an die nnz, die bekanntlich regionalen Nordthüringer Charakter trägt, ein vorverurteilender Leserbrief zu Münchner Ereignissen geschrieben, der unter dem Boulevard-Zeitungsniveau liegt? Müssen wir die „Haarprobe“ des Verfassers abwarten?

Egal, wieviel Schuld der Herr Hoeneß auf sich geladen hat, kann er, wie jeder andere Bürger auch, verlangen, dass vor einer Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt. Danach muss er entweder in den Knast oder kann weiter seine Ämter im Fußball behalten. Es geht nämlich nur um eine Sportart, nicht um Arbeit und erst recht nicht um Krieg oder Frieden.

Wenn wir dann den Fall abschließend diskutieren konnten, sollten wir uns Gedanken machen, wie wir die Bürger bestrafen, die nicht nur ihr Geld, sondern sich selbst ins Ausland gebracht haben und damit für deutsche Steuerfahnder nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich kann sie jetzt nicht alle aufzählen, denn einige von den Lesern wollen bis morgen ja auch noch ein paar Stunden schlafen. Auch sind keinesfalls alle prominent.
Jürgen Wiethoff

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Autor: red

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