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Erinnerungen an die "Weiße Rose"

Sonntag, 21. April 2013, 12:09 Uhr
In der kommenden Woche (23. April) um 19 Uhr veranstaltet die Regionale Arbeitsgruppe Thüringen der bundesweiten Vereinigung „Gegen Vergessen - Für Demokratie“ gemeinsam mit der Stadt Nordhausen im Veranstaltungssaal der „Flohburg“ einen Vortragsabend mit unveröffentlichten Zeitzeugenaufnahmen der „Weißen Rose Hamburg“. Als Referent konnte der Berliner Autor und Schriftsteller Siegmar Faust gewonnen werden....


Das Thema des Vortragsabends lautet „Weiße Rose auch in Hamburg und Cottbus“.

Aus einer humanistisch gebildeten Grundhaltung heraus lehnte eine Interessengemeinschaft von Hamburger Studenten und Intellektuellen das nationalsozialistische Regime ab. Zur Jahreswende 1942/43 schlossen sich einige aktive Mitglieder zu der später sogenannten Widerstandsgruppe „Weiße Rose Hamburg“ zusammen, um nach dem Vorbild der Studenten aus München in Norddeutschland Flugblätter gegen den Krieg und das NS-Regime zu verbreiten.

Beide Gruppen hielten engen Kontakt und tauschten sich aus. Nach der Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl, 1943, übernahmen Angehörige der „Weißen Rose Hamburg“ die Flugblätter aus München, vervielfältigten diese und verbreiteten sie von Hand zu Hand

Der Hamburger Widerstandskreis nannte sich selbst nicht „Weiße Rose“ oder „Weiße Rose Hamburg“, den Namen verwendete erstmals 1948 die VVN in einem Bericht über den Widerstand gegen das NS-Regime in Hamburg.

Welche Rolle die charakterfeste Lehrerin Erna Stahl für die Studenten Traute Lafrenz und Heinz Kucharski spielte, erfährt man während des Vortrags von und mit Siegmar Faust. Durch seine Recherchen und Kenntnisse stellt er auch den Bezug der „Weißen Rose Hamburg“ zum Gefängnis Cottbus her, er schildert sein Verhältnis zu Heinz Kucharski.

Zur Person des Referenten:
Siegmar Faust wurde 1944 in Dohna/Sachsen geboren, legte das Abitur ab, wurde 1964 Kandidat der SED. An der Karl-Marx-Universität Leipzig nahm er ein Studium für Geschichte und Kunst auf, wurde 1966 wegen nicht systemkonformen Verhaltens exmatrikuliert. Nach Bewährung in der Produktion führte er das Studium am Literaturinstitut fort und wurde 1968 wieder aus politischen Gründen exmatrikuliert.

Ab 1968 wurde er durch das MfS observiert, 1971/72 und 1974/76 wegen „Staatsfeindlicher Hetze“ inhaftiert. Im Zuchthaus Cottbus schrieb er in Anlehnung an den Namen des SED-Parteiorgans „Neues Deutschland“ die illegale Häftlingszeitung „Armes Deutschland“, dafür musste er 400 Tage in Einzelhaft unter verschärften Bedingungen in einer kalten Kellerzelle zubringen. Auf Intervention Robert Havemanns bei Honecker entließ man ihn aus der Haft und er reiste 6 Monate später in den Westen aus.
Autor: red

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