nnz-Forum: In welcher Welt?
Samstag, 20. April 2013, 12:24 Uhr
Zu der Explosion in Sollstedt, über die nnz ausführlich berichtete, gibt es eine Leser-Meinung, die wir im Forum dieser Zeitung veröffentlichen...
Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich noch in meiner Welt lebe oder ob die Welt schon über mich hinweggegangen ist oder ob sie mir erst nachfolgt: In Boston sollen zwei Brüder hereingelegt worden sein, als sie Bomben bauten und bei einer Sportveranstaltung platzierten und in Sollstedt verdichtet ein Mann mit der Intelligenz eines 35-Jährigen mit einem Hammer Sprengstoff: Wo sind die Grenzen des Irrsinns?
Mit Sprengstoff hatte ich es zuletzt Anfang 1945 im gymnasialen Chemieunterricht zu tun. Ich weiß bis heute nicht recht, warum man uns damals mit solch gefährlichem Unterricht beschäftigt hat. Es könnte die Absicht dahinter gestanden haben, uns mit allen Mitteln zu befähigen, den Endsieg noch sicher zu stellen, als die Sowjettruppen schon in Ostpreußen standen. Der von uns produzierte Sprengstoff war allerdings so geringwertig, dass er nur dazu taugte, auf Feldern in Mäuselöcher gesteckt und dort zur Abwehr einer Mäuseplage zur Explosion gebracht zu werden – ein Vorgang, den wir auch ohne Schulunterricht mit Karbid und Wasser schon fleißig geübt hatten.
Nach 1945 habe ich jedoch nie wieder ein Gewehr oder Sprengstoff irgendwelcher Art in die Hand genommen. Mit einem Hammer auf Sprengstoff zu schlagen – da muss ich trotz allem wohl noch unseren Lehrern von damals dankbar sein, dass sie uns bei aller der damaligen Zeit geschuldeten Gefährlichkeit des Unterrichts vor solchem Blödsinn so energisch gewarnt haben, dass ihn keiner von uns damaligen Schülern je versucht hat!
Eduard Seifert, Großlohra
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Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob ich noch in meiner Welt lebe oder ob die Welt schon über mich hinweggegangen ist oder ob sie mir erst nachfolgt: In Boston sollen zwei Brüder hereingelegt worden sein, als sie Bomben bauten und bei einer Sportveranstaltung platzierten und in Sollstedt verdichtet ein Mann mit der Intelligenz eines 35-Jährigen mit einem Hammer Sprengstoff: Wo sind die Grenzen des Irrsinns?
Mit Sprengstoff hatte ich es zuletzt Anfang 1945 im gymnasialen Chemieunterricht zu tun. Ich weiß bis heute nicht recht, warum man uns damals mit solch gefährlichem Unterricht beschäftigt hat. Es könnte die Absicht dahinter gestanden haben, uns mit allen Mitteln zu befähigen, den Endsieg noch sicher zu stellen, als die Sowjettruppen schon in Ostpreußen standen. Der von uns produzierte Sprengstoff war allerdings so geringwertig, dass er nur dazu taugte, auf Feldern in Mäuselöcher gesteckt und dort zur Abwehr einer Mäuseplage zur Explosion gebracht zu werden – ein Vorgang, den wir auch ohne Schulunterricht mit Karbid und Wasser schon fleißig geübt hatten.
Nach 1945 habe ich jedoch nie wieder ein Gewehr oder Sprengstoff irgendwelcher Art in die Hand genommen. Mit einem Hammer auf Sprengstoff zu schlagen – da muss ich trotz allem wohl noch unseren Lehrern von damals dankbar sein, dass sie uns bei aller der damaligen Zeit geschuldeten Gefährlichkeit des Unterrichts vor solchem Blödsinn so energisch gewarnt haben, dass ihn keiner von uns damaligen Schülern je versucht hat!
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Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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