In Nordhausen gelesen
Mittwoch, 17. April 2013, 12:36 Uhr
Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” Von Heinrich Heine stammt dieser Satz. Er schrieb ihn 1821 in seiner Tragödie Almansor. In Nordhausen wurde jetzt daran erinnert...
Der Moslem Almansor ben Abdullah sagt diesen Satz Hassan, der verzweifelt gegen die christliche Besatzung kämpft und bezieht sich auf die historisch verbürgte Verbrennung eines Korans nach der Eroberung des spanischen Granada durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Gonzalo Jiménez de Cisneros 1499/1500.
Groß im Herder-Gymnasium (Foto: privat)
Ein Jahrhundert nach Heinrich Heines mahnenden Worten schichteten in Berlin Studenten Bücher auf Scheiterhaufen und entzündeten sie.
80 Jahre danach besuchte Evelin Groß eine 12. Klasse des Herder-Gymnasiums in Nordhausen. Die CDU-Landtagsabgeordnete suchte das Gespräch mit den Abiturienten, um über diesen Akt der Barbarei zu sprechen. Sie zitierte zunächst Thesen aus Wider den undeutschen Geist, die der Deutschen Studentenschaft 1933 Handlungsanleitung waren.
Groß verdeutlichte, dass diese kulturelle Barbarei auf den Boden der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus‘ basierte. Unmittelbar nach der Machtübernahme durch Hitler war eine Welle der Verfolgung durch Deutschland gerast. Oppositionelle, Andersdenkende fielen ihr zum Opfer.
Die ideologischen Brandstifter hielten auch nicht vor der Kultur inne: Autoren wie Erich Kästner, Anna Seghers und Bertolt Brecht erlitten Repressalien. Ausgerechnet in jenem Land, das sich rühmte, das der Denker und Dichter zu sein …
Am 10. Mai 1933 dann steigerte sich der Wahn: In Berlin und vielen anderen Städten wurden Bücher jüdischer, pazifistischer und anderer oppositioneller Schriftsteller öffentlich verbrannt. Solche Bücherverbrennungen haben Tradition. Sie sind beileibe nicht nur ein Zeichen kultureller Intoleranz, die es auch heute noch gibt , mahnte Groß. Sie seien auch ein unübersehbares Signal der Gewaltbereitschaft gegen Andersdenkende. Das habe sich nicht nur, aber besonders deutlich in Deutschland 1933 gezeigt.
Evelin Groß spannte den Bogen bis ins Heute: Rechtes Gedankengut vergifte auch jetzt noch zunächst den Geist. Geschehe dies nur ausreichend intensiv, würden nicht Bücher brennen, sondern auch Wohnhäuser, wie es in Deutschland mehrfach passierte.
Diese Sichtweise befeuerte die Debatte. Unglaublich schnell verging diese Schulstunde, staunte deshalb auch Evelin Groß. Die Schülerinnen und Schülern waren sich am Ende einig, dass gegen menschenverachtende Propaganda nur Aufklärung hilft. Und der Mut, Stellung zu beziehen statt wegzuschauen.
Als Kursleiterin Kerstin Wünsche sich zum Schluss herzlich bei Evelin Groß bedankte, sagte sie: Ich war gern hier und komme ebenso gern wieder …
Autor: redDer Moslem Almansor ben Abdullah sagt diesen Satz Hassan, der verzweifelt gegen die christliche Besatzung kämpft und bezieht sich auf die historisch verbürgte Verbrennung eines Korans nach der Eroberung des spanischen Granada durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Gonzalo Jiménez de Cisneros 1499/1500.
Groß im Herder-Gymnasium (Foto: privat)
Ein Jahrhundert nach Heinrich Heines mahnenden Worten schichteten in Berlin Studenten Bücher auf Scheiterhaufen und entzündeten sie.
80 Jahre danach besuchte Evelin Groß eine 12. Klasse des Herder-Gymnasiums in Nordhausen. Die CDU-Landtagsabgeordnete suchte das Gespräch mit den Abiturienten, um über diesen Akt der Barbarei zu sprechen. Sie zitierte zunächst Thesen aus Wider den undeutschen Geist, die der Deutschen Studentenschaft 1933 Handlungsanleitung waren.
Groß verdeutlichte, dass diese kulturelle Barbarei auf den Boden der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus‘ basierte. Unmittelbar nach der Machtübernahme durch Hitler war eine Welle der Verfolgung durch Deutschland gerast. Oppositionelle, Andersdenkende fielen ihr zum Opfer.
Die ideologischen Brandstifter hielten auch nicht vor der Kultur inne: Autoren wie Erich Kästner, Anna Seghers und Bertolt Brecht erlitten Repressalien. Ausgerechnet in jenem Land, das sich rühmte, das der Denker und Dichter zu sein …
Am 10. Mai 1933 dann steigerte sich der Wahn: In Berlin und vielen anderen Städten wurden Bücher jüdischer, pazifistischer und anderer oppositioneller Schriftsteller öffentlich verbrannt. Solche Bücherverbrennungen haben Tradition. Sie sind beileibe nicht nur ein Zeichen kultureller Intoleranz, die es auch heute noch gibt , mahnte Groß. Sie seien auch ein unübersehbares Signal der Gewaltbereitschaft gegen Andersdenkende. Das habe sich nicht nur, aber besonders deutlich in Deutschland 1933 gezeigt.
Evelin Groß spannte den Bogen bis ins Heute: Rechtes Gedankengut vergifte auch jetzt noch zunächst den Geist. Geschehe dies nur ausreichend intensiv, würden nicht Bücher brennen, sondern auch Wohnhäuser, wie es in Deutschland mehrfach passierte.
Diese Sichtweise befeuerte die Debatte. Unglaublich schnell verging diese Schulstunde, staunte deshalb auch Evelin Groß. Die Schülerinnen und Schülern waren sich am Ende einig, dass gegen menschenverachtende Propaganda nur Aufklärung hilft. Und der Mut, Stellung zu beziehen statt wegzuschauen.
Als Kursleiterin Kerstin Wünsche sich zum Schluss herzlich bei Evelin Groß bedankte, sagte sie: Ich war gern hier und komme ebenso gern wieder …
