nnz-Bücherkiste: Gottesdiener
Samstag, 13. März 2004, 10:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Von Petra Morsbach ist ein neuer Roman auf den Markt gekommen. In Gottesdiener erzählt die Schriftstellerin über ein kleines katholisches Dorf in Bayern, einen Gemeindepfarrer und ein Leben zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die nnz hat in dem Buch schon mal für Sie geblättert...
Weder Studie über Katholizismus oder Religion, noch Herz-Schmerz-Geschichte im klerikalen Rahmen und schon gar kein kirchenpolitisches Pamphlet: Petra Morsbachs neuer Roman Gottesdiener ist ein literarisches Ereignis: ein Roman, der um das gewöhnliche Leben eines außergewöhnlichen Gemeindepfarrers in einem kleinen, niederbayerischen und strengkatholischen Dorf kreist.
Isidor Rattenhuber hat von der Kirche keinen geringeren Auftrag bekommen, als sich um die Seelen seiner Gemeinde zu sorgen. Und so organisiert er Wallfahrten, Prozessionen, Buß- und Festgottesdienste, segnet die zahlreichen Feste und Feiern, schlägt sich mit schwierigen Mitbrüdern herum und kümmert sich um die vielen "schwarzen Schafe" seiner eigenwilligen Gemeinde: Quartalskatholiken, Gottverlassene, Weltentrückte. Und immer wieder sucht Isidor Gott, kämpft mit seinen eigenen Schwächen und Bedürfnissen, fragt sich, was das Leben eigentlich ausmacht - und erfährt schließlich eine unerwartete Befreiung.
Überaus intelligent komponiert, erzählt uns Petra Morsbach in Rückblenden und eingebetteten Geschichten von der Kindheit des rothaarigen, stotternden Isidor, der schon früh begreift, dass er in die Kirche gehört. Sie schildert, wie er als Pfarrer an den Widersprüchen zwischen Amt und Alltag fast zerbricht. Und sie lässt den Leser über Isidors Rolle als Beichtvater und klugen Beobachter an einer Vielzahl menschlicher Schicksale teil haben: ein Reichtum an Lebenserfahrung, Resignation und Hoffnung durchzieht den Roman, in dem Tragik und Komik oft sehr nahe beieinander liegen.
Gottesdiener weist damit weit über die Lebensgeschichte eines Priesters und seiner kleinen Gemeinde hinaus. Denn Isidors Auseinandersetzung mit den Ansprüchen der Kirche steht stellvertretend für die Suche eines jeden nach Hoffnung, Liebe, Freundschaft, Glauben, nach Selbstbehauptung und Identität. Und die kleine Welt, die Petra Morsbach beschreibt, spiegelt die ganz große. Erschienen ist das Buch im Eichborn Verlag.
Autor: nnzWeder Studie über Katholizismus oder Religion, noch Herz-Schmerz-Geschichte im klerikalen Rahmen und schon gar kein kirchenpolitisches Pamphlet: Petra Morsbachs neuer Roman Gottesdiener ist ein literarisches Ereignis: ein Roman, der um das gewöhnliche Leben eines außergewöhnlichen Gemeindepfarrers in einem kleinen, niederbayerischen und strengkatholischen Dorf kreist.
Isidor Rattenhuber hat von der Kirche keinen geringeren Auftrag bekommen, als sich um die Seelen seiner Gemeinde zu sorgen. Und so organisiert er Wallfahrten, Prozessionen, Buß- und Festgottesdienste, segnet die zahlreichen Feste und Feiern, schlägt sich mit schwierigen Mitbrüdern herum und kümmert sich um die vielen "schwarzen Schafe" seiner eigenwilligen Gemeinde: Quartalskatholiken, Gottverlassene, Weltentrückte. Und immer wieder sucht Isidor Gott, kämpft mit seinen eigenen Schwächen und Bedürfnissen, fragt sich, was das Leben eigentlich ausmacht - und erfährt schließlich eine unerwartete Befreiung.
Überaus intelligent komponiert, erzählt uns Petra Morsbach in Rückblenden und eingebetteten Geschichten von der Kindheit des rothaarigen, stotternden Isidor, der schon früh begreift, dass er in die Kirche gehört. Sie schildert, wie er als Pfarrer an den Widersprüchen zwischen Amt und Alltag fast zerbricht. Und sie lässt den Leser über Isidors Rolle als Beichtvater und klugen Beobachter an einer Vielzahl menschlicher Schicksale teil haben: ein Reichtum an Lebenserfahrung, Resignation und Hoffnung durchzieht den Roman, in dem Tragik und Komik oft sehr nahe beieinander liegen.
Gottesdiener weist damit weit über die Lebensgeschichte eines Priesters und seiner kleinen Gemeinde hinaus. Denn Isidors Auseinandersetzung mit den Ansprüchen der Kirche steht stellvertretend für die Suche eines jeden nach Hoffnung, Liebe, Freundschaft, Glauben, nach Selbstbehauptung und Identität. Und die kleine Welt, die Petra Morsbach beschreibt, spiegelt die ganz große. Erschienen ist das Buch im Eichborn Verlag.
