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Umweltsünder sollen zahlen

Donnerstag, 11. März 2004, 14:08 Uhr
Nordhausen (nnz). Täglich 20 bis 40 große 120 Liter Säcke voller Kleinmüll ist die Ausbeute der städtischen Handreiniger-Truppe, die seit kurzem in der Stadt unterwegs ist. Derzeit wird ein Bußgeldkatalog zusammengestellt, der schon vor der Landesgartenschau in Kraft treten soll.

Handreinigertruppe unterwegs „In der Stadt gibt es insgesamt 300 Papierkörbe. Hinzu kommen noch etliche andere Möglichkeiten, Müll kostenlos zu entsorgen – vielen Zeitgenossen ist das allerdings völlig egal. Sie lassen den Abfall einfach an Ort und Stelle fallen“, sagte Wolfram Thiele, Koordinator für Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit bei der Stadt Nordhausen. „Mit der Truppe versuchen wir, dieser Vermüllung Herr zu werden.“

Insgesamt 20 Frauen und Männer, unter ihnen Zivildienstleistende und Sozialhilfeempfänger, sind ab 7 Uhr morgens mit Besen, Greifern und Schaufel in der Stadt unterwegs. „Es gibt 12 feste Tourenpläne, hinzu kommen noch Sondereinsätze zum Beispiel in der Altstadt oder, wie zuletzt, in Nordhausen-Ost, als die Männer die große Freifläche vor der Eigenheimsiedlung an der Leimbacher Straße gereinigt haben“, erklärte Thiele. Darüber hinaus sei man auch in den Nordhäuser Ortsteilen unterwegs, dort sei das Müllproblem aber längst nicht so akut wie zum Beispiel in der Innenstadt.

Auch am Wochenende werde gereinigt. Nach Beschwerden von Anwohnern über vermeintliche Lärmbelästigung durch die Reinigungstruppe sind die Sonntags-Einsätze vorerst allerdings eingestellt.

Bei ihren „Beutezügen“ durch die Stadt stoßen die Männer auf verschiedene Sorten Abfall bzw. Müll. Thiele: „Wegen des Pfands sind zwar kaum noch Getränke-Dosen zu finden, dafür wieder vermehrt Glasflaschen. Hinzu kommen Fast-Food-Verpackungen, Plastiktüten und die vielen Zigarettenschachteln und –kippen; es reicht bis hin zu Kühlschränken, Fernsehern und Kinderwagen. Auch auf Möbelteile sind wir schon gestoßen.“

Auf die erhöhten Anforderungen mit Beginn der Landesgartenschau hat sich die Brigade schon eingestellt: „Wir werden so umstrukturieren, dass von April bis Oktober zweischichtig gereinigt werden kann. Schwerpunkte sind dann die Kernstadt und die Bereiche rings um das Ausstellungsgelände, dessen Ein- und Ausgänge und die Parkplätze“, erklärte Thiele.

Beim Wegräumen der Müll-Hinterlassenschaften wird es künftig allerdings nicht mehr bleiben: „Bis zum Beginn der Landesgartenschau wird die Stadt einen Bußgeldkatalog erstellen, mit dessen Hilfe wir diejenigen zur Verantwortung ziehen können, die davon ausgehen, dass ihren Dreck schon irgendjemand wegräumen wird“, sagte der Koordinator.
Autor: nnz

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