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Drall und prall in Nordhausen?

Freitag, 05. März 2004, 10:20 Uhr
Nordhausen (nnz). Mit dem Maler Rubens verbindet viele Menschen große Bilder mit unbekleideten Frauen, die über pralle Rundungen verfügen. In Nordhausen soll es jetzt einen Rubens-Garten geben. Was Sie da erwartet, das hat die nnz aus dem Rathaus erfahren.


Der Architekt, der künftige Garten Mit einem "Rubens-Garten" wird sich die belgische Stadt Antwerpen für die Zeit der Landesgartenschau in der Nordhäuser Altstadt präsentieren. Architekt Walter De Backer vom Antwerpener Stadtplanungsamt hat gestern die künftige Präsentations-Fläche zwischen "Flohburg" und Humboldt-Gymnasium in der Blasiistraße in Augenschein genommen, für die zur Zeit noch die Eigentumsfrage endgültig geklärt wird. Zuvor hatte der Architekt sein Projekt der Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und dem Bau- und Wirtschaftsdezernenten Dietrich Beyse vorgestellt.

"Für die Präsentation gestalten wir zwei Teile des Gartens des Antwerpener Rubens-Hauses in Nordhausen nach - sie werden auf der Fläche in der Altstadt diagonal gegenüber liegen, verbunden durch einen Weg. Charakteristisch für den Rubens-Garten sind voneinander isolierte Blumen- bzw. Staudenflächen, Rabatten und Hecken", erklärte De Backer. Die Gärten wiederum würden in Kontrast zu modernen Elementen gesetzt. So würden neben großen Blumenkrügen, die in ihrer Form einem Rubens-Gemälde entnommen wurden, moderne Pflanzschalen aus Metall und rechteckige Pflanzbänke aufgestellt, die exklusiv für Antwerpen entwickelt worden seien. Hinzu kämen moderne Sitzbänke und Papierkörbe. Die Pflanzbehälter werde man mit Sommerblumen bestücken, die zum Teil aus den stadteigenen Antwerpener Gewächshäusern stammten, hinzu kämen Orangerie-Gewächse und Stauden.

Weiteres prägendes Element der Antwerpen-Fläche werde eine großes rotes Element sein: "Es ist das ‚A’ - der Anfangsbuchstabe aus unserem Stadtnamen, zwei Meter groß und aus Holz gefertigt", erklärte De Backer. Dieses `A´ schmücke auch in Antwerpen Wege und Plätze. Sämtliche Flächen zwischen den Elementen würden mit Rasen begrünt, das Areal insgesamt werde ringsum von einer sogenannten "sandgeschlämmten" Decke begrenzt. Das Antwerpener Ausstellungsgelände wird sich den Nordhäusern und ihren Gästen ab Mitte Mai in voller (Blüten)pracht präsentieren. Während sich Nordhausen um die Herrichtung des Geländes kümmert, kommen sämtliche bewegliche Installationen für die Ausstellungsfläche aus Antwerpen.

Dass sich die Stadt Antwerpen präsentiert, geht auf die ins Auge zusammengefasste engere Zusammenarbeit beider Städte zurück. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sagte beim Treffen mit dem Architekten: "Antwerpen hat immer wieder den Wunsch nach einer Zusammenarbeit und an einer Präsentation im Rahmen der Landesgartenschau an uns herangetragen. Dem stehen wir offen gegenüber. Antwerpen wurde im 2. Weltkrieg durch Waffen zerstört, die im ehemaligen Nordhäuser KZ "Mittelbau Dora" produziert wurden. Deshalb sind die Beziehungen zwischen unseren Städte auch besondere - und deshalb sollte sich Antwerpen nicht irgendwo präsentieren, sondern an einer exponierten Stelle, die im Stadtgedächtnis bleibt."
Autor: nnz

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