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Stockhausens Platt (3)

Freitag, 15. März 2013, 17:33 Uhr
nnz-Leser Hans-Dieter Stockhausen schreibt für sein Leben gern Gedichte. Am liebsten in Nordhäuser Platt. In seinen heutigen Versen wendet er sich einer längst von allen ersehnten Jahreszeit zu...

Friehlink

Dr Friehlink aes ne scheene Ziet,

daenn er aes Balsam fer´s Jemiet.

Noch aesses kolt in dunkler Noocht,

doch morjens, waenn de Sunne loocht,

dann kamme triste doruff worten,

daß do drussene in´n Gorten

sich de erschten Tullepen

mett ihren bunten Nullepen

munter in de Höchte recken

un domet au de Bienens wecken.

Die summen an de Bliemchens raan

ob die schunt etwas Honeck haahn.

Jetzt wird in´n Gorten rimjekläjet,

de Erde haen un her bewejet.

Do waerd jegrabet un jehackt,

de Sunnenschörme uusjepackt,

hier Somen rin, do Unkraut ruus,

un bold sitt alles propper uus.



Dr Voter leift, un dos aes schlimm

mett buntjefaerbten Fingern rim.

Er mutte, dos aes sinne Sache,

de Eiersch wedder bunt jemache,

die dann met Krieschen un met Juuchen

de Kingersch Ostern in´n Gorten suchen.

es aes doch werklich aenne Proocht,

wie die Natur sich scheene moocht.

Keinen hält es me in´n Huus,

alles will in´s Freie ruus,

un jeder saht, waenn´s grient un blieht:

"Dr Frielink aes ne scheene Ziet."
Horst-Dieter Stockhausen
Autor: red

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