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nnz-CD-Tipp: Die Art "Last"

Mittwoch, 28. März 2001, 12:08 Uhr
Die Art Nordhausen (nnz). Seit 1985 besteht die Band um das geistige Oberhaupt der "Leipziger düsteren Schule", der seine melancholisch schwermütigen Texte nun schon im zweiten Jahrzehnt teils in gedruckter Form teils mit Verstärkung eines stabilen Musikerstammes unters begierige Kulturvolk streut. Die Art beglückt uns nach 3 Jahren endlich mit einem neuen Klang-Output (erschienen bei Upart-Produktionen/Tis/Vielklang). Holger Oley alias "Makarius" und seine Mannen melden sich zurück im Kampf um den Thron von Deutschlands bester Indie-Gitarrenband. Um es gleich vorwegzunehmen - sie kommen dem Ziel erstaunlich nahe. Zumindest was Stimmung und Intensität der Klangkonserve angeht. Die Band besinnt sich nämlich wieder auf die Schattenseiten gitarrenlastiger Musik, sprich feinster popiger, rockender Darkwave. Als Reminiszenzen fallen mir da nur ausgesuchte erste Adressen wie "Cure", "Joy Division" und die wiederauferstandenen "Jesus and Mary Jane" ein.
Die sonore Stimme des Frontmannes "Makarius" in Verbindung mit den im Raum stehenden flirrenden Gitarrensounds des Gründungsmitgliedes Thomas Gumprecht und nicht zu vergessen einer gelassen treibenden Rhythmussektion lassen aber einen originären "Art"-Sound entstehen, der sich Vergleichen entzieht. Ohne sich modischen Trends anzubiedern wird das Scheibchen durch den effektvollen Einsatz von Loops und Studiosounds verfeinert und erhält so einen zeitlosen Anstrich. Obwohl sie nie zahm klingen, vermisse ich schon ein bisschen die immer mal wieder präsenten punkigen Kracher ihrer vergangenen acht Alben. Aber das kostet sie höchstens ein bis zwei Punkte in der Höchstbewertung.
Leuten, die beseelte mitteleuropäische Gitarrenmusik mögen, die sich abseits von Massentrends a la "Limp Bizkit" behauptet, sei der Gang zum Plattendealer ihres Vertrauens empfohlen. Dort steht nämlich seit Ende Januar oben erwähnter Silberling zum Kauf bereit. Zauderern aus der Sparte der Chartkonsumenten sei folgendes mit auf den Weg gegeben: Musikerkollege Joachim Witt lobt das neue Werk auf der Homepage der Band bestimmt nicht umsonst. Oder doch?!
Steffen Wieltsch
Autor: nnz

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