Stockhausens Platt (2)
Samstag, 09. März 2013, 08:55 Uhr
nnz-Leser Hans-Dieter Stockhausen schreibt für sein Leben gern Gedichte. Am liebsten in Nordhäuser Platt. In seinen heutigen Versen wendet er sich der Umstellung auf die Sommerzeit zu, die ja auch in diesem Monat noch dran ist...
met dr Umstellungk zer Sommerziet wor.
Ich benn extra lange uffjeblewwen
un ha mich verzweifelt de Ziet vertrewwen.
Worim, su wollte sicher wissen,
iche hae doch de Uhren imstelle missen.
Aes wor doch wedder mol su wiet,
an naechsten Tag war Summerziet.
Un ich wusste, dos me zu dissen Jenuss
de Uhren im Zweie imstelle muss.
Iche hae naemich noch suun poor ohle Dinger,
die me imstelle muss, met Dumen un Finger.
Funkuhren ha´ich awer au.
Die äwerprüfte ich natierlich jenau.
Worte, dochte iche, ich ha uch erwischt,
´s aes gliech im zweie, un aes titt sich nischt.
Wie von Geisterhand haet sich awer jetzt
dr gruße Zeijer in Bewejung jesetzt.
Dr klinne Zeijer, behäwich un schwer,
dolterte langksam hingerher.
Ob dos mant gut gett, hae ich noch jedocht
doch do haette de Runne ze Enge jebrocht,
daenn korze Ziet später wor der Schpuk verbei
dr klinne Zeijer schtant uff dr Drei.
Fer mich wor awer besonners wichtich,
alle Funkuhren gingen uff einmal richtich.
Minne annern Uhren, trotz besessener Kraft,
ha´ich nich su schnelle ze schtellen jeschafft.
Un wejen daen Schtress, dos wor de Schtrofe
kunnt ich dann ewich nich injeschlofe.
Min Goorten bruucht kinne `Sommerziet´
dr weiß vun sellewer, wanne blieht.
Kaemmet de Sonne an Himmel ruff
machen de Blumens de Blieten uff.
Un egal, ob´s finnefe aes, oder veer
min Kater sitzt pünklich ver der Teer.
Der will ganz einfach sinn Futter ha´n,
daen gett de Sommerziet au nischt aan.
Un sitzt me obens jemietlich inn Gorten
muss me ewich uff de Dunkelheit worten.
Waenn schpät dann de Fackeln un Kerzen brennen,
aes me ´ miede un derf nich pennen.
Su besehen, aes titt mich lied
bruche ich kinne Sommerziet.
mit dem Wechsel zur Sommerzeit war.
Ich bin extra lange aufgeblieben
und hab´ mir verzweifelt die Zeit vertrieben.
Warum, so wollt ihr sicher wissen,
ich hab doch die Uhren umstellen müssen.
Es war doch wieder mal so weit,
am nächsten Tag war Sommerzeit.
Und ich wusste, dass man zu diesem Genuss
die Uhren um zwei Uhr umstellen muss.
Ich habe noch so´n paar alte Dinger,
die man umstellen muss, mit Daumen und Finger.
Funkuhren hab´ ich auch ein paar.
Ob das funktioniert, war mir nicht klar.
Warte, dachte ich, frohen Gesichts,
es ist gleich um zwei, und es tut sich nichts.
Wie von Geisterhand hat sich aber jetzt
der große Zeiger in Bewegung gesetzt.
Der kleine Zeiger, behäbig und schwer,
dolterte langsam hinterher.
Ob das nur gut geht, hab ich noch gedacht
doch da hatt´ er die Runde zu Ende gebracht,
denn kurze Zeit später war der Spuk vorbei
der kleine Zeiger stand auf der Drei.
Für mich war aber besonders wichtig,
alle Funkuhren gingen auf einmal richtig.
Meine anderen Uhren, trotz besessener Kraft,
hab´ ich nicht so schnell zu stellen geschafft.
Und wegen dem Stress, das war die Straf´
fand ich danach stundenlang keinen Schlaf.
Mein Garten braucht keine `Sommerzeit´
der weiß von selbst: jetzt ist es so weit.
Kommt die Sonne an den Himmel rauf
machen die Blumen die Blüten auf.
Und egal, ob´s fünf ist, oder vier
mein Kater sitzt pünktlich vor der Tür.
Der will einfach an sein Futter ran,
den geht die Sommerzeit nichts an.
Und sitzt man abends gemütlich im Garten
muss man ewig auf die Dunkelheit warten.
Wenn spät dann die Fackeln und Kerzen brennen,
ist man müde und möchte pennen.
So besehen, es tut mir leid
brauche ich keine Sommerzeit.Horst-Dieter Stockhausen
Autor: redSommerziet
Ich ha aewwerlaeht, wies verchtes Johrmet dr Umstellungk zer Sommerziet wor.
Ich benn extra lange uffjeblewwen
un ha mich verzweifelt de Ziet vertrewwen.
Worim, su wollte sicher wissen,
iche hae doch de Uhren imstelle missen.
Aes wor doch wedder mol su wiet,
an naechsten Tag war Summerziet.
Un ich wusste, dos me zu dissen Jenuss
de Uhren im Zweie imstelle muss.
Iche hae naemich noch suun poor ohle Dinger,
die me imstelle muss, met Dumen un Finger.
Funkuhren ha´ich awer au.
Die äwerprüfte ich natierlich jenau.
Worte, dochte iche, ich ha uch erwischt,
´s aes gliech im zweie, un aes titt sich nischt.
Wie von Geisterhand haet sich awer jetzt
dr gruße Zeijer in Bewejung jesetzt.
Dr klinne Zeijer, behäwich un schwer,
dolterte langksam hingerher.
Ob dos mant gut gett, hae ich noch jedocht
doch do haette de Runne ze Enge jebrocht,
daenn korze Ziet später wor der Schpuk verbei
dr klinne Zeijer schtant uff dr Drei.
Fer mich wor awer besonners wichtich,
alle Funkuhren gingen uff einmal richtich.
Minne annern Uhren, trotz besessener Kraft,
ha´ich nich su schnelle ze schtellen jeschafft.
Un wejen daen Schtress, dos wor de Schtrofe
kunnt ich dann ewich nich injeschlofe.
Min Goorten bruucht kinne `Sommerziet´
dr weiß vun sellewer, wanne blieht.
Kaemmet de Sonne an Himmel ruff
machen de Blumens de Blieten uff.
Un egal, ob´s finnefe aes, oder veer
min Kater sitzt pünklich ver der Teer.
Der will ganz einfach sinn Futter ha´n,
daen gett de Sommerziet au nischt aan.
Un sitzt me obens jemietlich inn Gorten
muss me ewich uff de Dunkelheit worten.
Waenn schpät dann de Fackeln un Kerzen brennen,
aes me ´ miede un derf nich pennen.
Su besehen, aes titt mich lied
bruche ich kinne Sommerziet.
Sommerziet
Ich hab´ überlegt, wie es voriges Jahrmit dem Wechsel zur Sommerzeit war.
Ich bin extra lange aufgeblieben
und hab´ mir verzweifelt die Zeit vertrieben.
Warum, so wollt ihr sicher wissen,
ich hab doch die Uhren umstellen müssen.
Es war doch wieder mal so weit,
am nächsten Tag war Sommerzeit.
Und ich wusste, dass man zu diesem Genuss
die Uhren um zwei Uhr umstellen muss.
Ich habe noch so´n paar alte Dinger,
die man umstellen muss, mit Daumen und Finger.
Funkuhren hab´ ich auch ein paar.
Ob das funktioniert, war mir nicht klar.
Warte, dachte ich, frohen Gesichts,
es ist gleich um zwei, und es tut sich nichts.
Wie von Geisterhand hat sich aber jetzt
der große Zeiger in Bewegung gesetzt.
Der kleine Zeiger, behäbig und schwer,
dolterte langsam hinterher.
Ob das nur gut geht, hab ich noch gedacht
doch da hatt´ er die Runde zu Ende gebracht,
denn kurze Zeit später war der Spuk vorbei
der kleine Zeiger stand auf der Drei.
Für mich war aber besonders wichtig,
alle Funkuhren gingen auf einmal richtig.
Meine anderen Uhren, trotz besessener Kraft,
hab´ ich nicht so schnell zu stellen geschafft.
Und wegen dem Stress, das war die Straf´
fand ich danach stundenlang keinen Schlaf.
Mein Garten braucht keine `Sommerzeit´
der weiß von selbst: jetzt ist es so weit.
Kommt die Sonne an den Himmel rauf
machen die Blumen die Blüten auf.
Und egal, ob´s fünf ist, oder vier
mein Kater sitzt pünktlich vor der Tür.
Der will einfach an sein Futter ran,
den geht die Sommerzeit nichts an.
Und sitzt man abends gemütlich im Garten
muss man ewig auf die Dunkelheit warten.
Wenn spät dann die Fackeln und Kerzen brennen,
ist man müde und möchte pennen.
So besehen, es tut mir leid
brauche ich keine Sommerzeit.
