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Nicht viel teuerer?

Donnerstag, 26. Februar 2004, 12:52 Uhr
Nordhausen (nnz). Uns Verbrauchern kommt es immer so vor, als ob alles unwahrscheinlich teuerer geworden ist. Stimmt gar nicht, so die Statistiker. Den Beweis dieser Aussagen können Sie mit einem Klick nachvollziehen.


Der Verbraucherpreisindex für Thüringen stieg nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik im Februar dieses Jahres im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent. Auf der Basis Jahresdurchschnitt 2000 = 100 wurde ein Indexstand von 105,6 ermittelt. Der gemäßigte Preisanstieg um 0,2 Prozent resultierte aus gegenläufigen Entwicklungen in den einzelnen Teilindizes.

So stiegen die Preise im Bereich Freizeit, Unterhaltung und Kultur gegenüber Januar 2004 um 1,9 Prozent. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf die Preissteigerung bei Pauschalreisen um 10,4 Prozent zurückzuführen. Auch für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen musste tiefer in die Tasche gegriffen werden (+ 0,8 Prozent). Hier waren es insbesondere die Beherbergungsdienstleistungen, die mit einem Preisanstieg um 3,1 Prozent das Preisniveau insgesamt bestimmten. Bei Einrichtungsgegenständen (Möbel), Apparaten, Geräten und Ausrüstungen für den Haushalt sowie deren Instandhaltung lag die Preissteigung bei 0,3 Prozent. Diese wurde verursacht durch höhere Preise für Möbel und Einrichtungsgegenstände (+ 0,9 Prozent) sowie für Teppiche und anderen Bodenbeläge (+ 0,7 Prozent).

Preissenkungen gegenüber Januar 2004 gab es u.a. bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken (- 0,5 Prozent). Entgegen der Tendenz der Vormonate, waren es Obst (- 1,8 Prozent) und Gemüse (- 4,4 Prozent), die die rückläufige Preisentwicklung bei den Nahrungsmitteln (- 0,6 Prozent) bestimmten. Deutliche Preisnachlässe konnten bei Obst und Gemüse u.a. für Weintrauben (- 13,3 Prozent), Eisbergsalat (- 36,3 Prozent) und Kopfsalat (- 25,2 Prozent) registriert werden.

Die Jahresteuerungsrate fiel im Februar 2004 mit 0,6 Prozent wesentlich niedriger aus als im Vormonat. Im Januar 2004 betrug sie noch 1,2 Prozent. Der Rückgang der Jahresteuerungsrate um die Hälfte ist auf überdurchschnittliche Preissteigerungen von Mitte Januar bis Mitte Februar im vergangenen Jahr zurückzuführen. Dies betraf insbesondere Waren und Dienstleistungen der Bereiche: Freizeit, Unterhaltung und Kultur + 1,9 Prozent, Verkehr + 1,4 Prozent, Bildungswesen + 1,2 Prozent, alkoholische Getränke, Tabakwaren + 1,1 Prozent sowie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke + 0,9 Prozent. Die seit Januar in Kraft getretenen Maßnahmen der Gesundheitsreform wirkten einem weiteren Absinken der Jahresteuerungsrate entgegen. Der Anstieg der Jahresteuerungsrate bei der Gesundheitspflege betrug im Februar 19,0 Prozent. Dabei erhöhten sich die Preise für ambulante Gesundheitsdienstleistungen um 21,8 Prozent und für stationäre Dienstleistungen um 17,8 Prozent. Für medizinische Erzeugnisse, Geräte und Ausrüstungen betrug die Preissteigerung 17,1 Prozent.

Im deutschen Verbraucherpreisindex wird die Gesundheitspflege mit 3,5 Prozent gewichtet, d.h. rund 3,5 Prozent aller Verbrauchsausgaben der Haushalte in Deutschland entfallen auf die Gesundheitspflege.
Autor: nnz

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