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Endlich mal eine Konzeption

Mittwoch, 25. Februar 2004, 19:57 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Nordhäuser Stadträte haben heute Abend die Kulturkonzeption für die Stadt verabschiedet. Der Entwurf war zuvor über mehrere Monate hinweg u.a. auch in den Fachausschüssen des Stadtrates vorberaten und diskutiert worden. Was nun rausgekommen ist, das erfahren Sie mit dem bekannten Klick.


Die Kulturkonzeption - erstellt von Kultur-Mangement-Berater Professor Werner Hartung und der Amtsleiterin für Kultur, Soziales und Bildung, Dr. Cornelia Klose - hat das Ziel, die in Nordhausen zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel zur Förderung der Kultur auch in den Folgejahren nicht abzusenken und "einen Kahlschlag und eine profillose, nicht mehr an Bürgerinteressen orientierte und kollabierende Angebotsstruktur zu verhindern. Daher sollen ab sofort Ausgaben bzw. nur getätigt werden, die den hier beschlossenen Zielen und Kriterien für die Kulturentwicklung entsprechen", wie es in der Konzeption heißt.

"Unter den Prämissen profilieren, strukturieren und konzentrieren sollen die finanziellen Zwänge abgefangen sowie mit Hilfe von Kooperation und Vernetzung Wege in die Zukunft gefunden werden", heißt es im Beschluss. Mit Genugtuung nehme man das Ergebnis der Bürgerumfrage "Leben in Nordhausen" zur Kenntnis, deren Ergebnisse eine hohe Akzeptanz des Kultur-Lebens in Nordhausen widerspiegele.

An erster Stelle in der Konzeption steht der Erhalt des Theaters als produzierender Standort auf hohem Niveau, wobei unter anderem Wirtschaftlichkeit, Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen, Vielfältigkeit, die Bedeutung des Kinder- und Jugendtheaters sowie die Erweiterung der Spieltätigkeit in den Sommermonaten besonders wichtig sei. Darüber hinaus wird in der Konzeption gefordert bzw. festgeschrieben:

- die bessere unternehmerische Steuerung des Theaters durch die Gremien der Gesellschaft, "damit der politische Wille der Stadt Nordhausen und der anderen Gesellschafter hinsichtlich Profilierung, Strukturanpassung und Finanzcontrolling durchgesetzt werden kann." Einmal jährlich werde durch den Nordhäuser Stadtrat ein Richtungsbeschluss mit entsprechender Zielvorgabe gefasst. Das betreffe allerdings nicht den künstlerischen Bereich.

- die landesseitig bewirkte Kooperation mit dem Theater Rudolstadt strikt danach zu bewerten, ob sich Effekte bei Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit einstellen. Die Stadt Nordhausen wird ermächtigt, in der Gesellschafterversammlung eine Änderung bzw. Kündigung des Kooperationsvertrages zu erwirken, sofern Nachteile erkennbar sind, die den Bestand der Gesellschaft gefährdeten

- dass die Verwaltung beauftragt wird, gemeinsam mit den Co-Gesellschaftern ein verbindliches Szenario für Ziele und Entwicklung der Gesellschaft zu vereinbaren und evtl. nötige Veränderung einzuleiten. Dazu gehörten Alternativ-Varianten für den Fall, dass die Finanzierung im bisherigen Umfang nicht mehr möglich sei.

- Die Prüfung von erweiterten regionalen Kooperationsmöglichkeiten, vorzugsweise im Harz und in Thüringen.

Die klare Positionierung zu den Museen der Stadt und deren Profilierung ist ein weiterer wichtiger Aspekt im Konzept. Unter anderem werde man eine gemeinsame wissenschaftliche Leitung von Stadtarchiv und Museen umsetzen. Die Konzeption sieht auch vor, die Informations- und Kooperationsdefizite in der Kinder- und Jugendarbeit zu beheben. Regelmäßige Treffen zwischen dem Kulturamt und freien Trägern der Jugendarbeit sollen dazu beitragen, aber auch neue Angebote für Jugendliche entstehen lassen.

Neu ist auch, dass das Amt für Kultur, Soziales und Bildung künftig verstärkt als Veranstalter auftrete, gleichzeitig aber auch Koordinator, Berater und Vermittler für Veranstaltungen in der Stadt ist. Das Rolandsfest und Martini sollen stärker als Fest der Stadt und der Region herausgestellt werden und der Kultursommer und erstmals 2004 das Liedermacherfestival sich als neue zentrale Veranstaltungen profilieren. Bildende Kunst und Literatur soll in Nordhausen gefördert werden. Dazu wolle man zum Beispiel im 2-jährigen Turnus ein "Künstlerstipendium der Stadt Nordhausen" für Bildende Kunst und Literatur ausschreiben.

"Nordhausen ist eine lebenswerte Stadt, die mehr zu bieten hat, als vermutet wird", heißt es in der Konzeption. Deshalb solle die Stadt Nordhausen die Besonderheiten und dabei auch die "alltäglichen" in seiner besonderen Qualität herausstellen und "inszenieren", um sich zu einem urbanen Mittelpunkt einer natürlichen und kulturell interessanten Region zu entwickeln. Eine entscheidende Rolle in der Kulturarbeit solle in Zukunft dem freiwilligen bürgerschaftlichen Engagement in den Museen und der Bibliothek, zum Beispiel mit einem ehrenamtlichen Bibliotheksdienst, zukommen.

Die Nordhäuser Kulturkonzeption als PDF zum Download gibt es hier (320 kByte).
Autor: nnz

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