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Geist ist geil!

Freitag, 20. Februar 2004, 14:17 Uhr
Nordhausen (nnz). Nicht Geiz ist geil, sondern Geist. Bildung kann einiges bewegen, auch für Nordhausen. Wie die Fachhochschule ihrem Werbespruch gerecht werden will und noch mehr Wissen unters Volk bringen kann, verriet Rektor Prof. Dr. Christian C. Juckenack der nnz.


Im vergangenen Jahr konnte einiges erreicht werden. Zwei neue Studiengänge entstanden mit Regenerativer Energietechnik und der öffentlichen Betriebswirtschaft. Die Zahl der Studenten stieg über 1000, 1005 sind es genau, dazu noch rund 180 im Studienkolleg.

Nach wie vor kommen 2/3 der Lernwilligen aus Thüringen, davon wieder zwei Drittel aus Nordthüringen. Die angrenzenden Bundesländer Niedersachsen und Sachsen Anhalt sind mit 13 % beteiligt, die restlichen Bundesländer mit 12 %. Nur 4 % kommen aus dem Ausland. Die beliebtesten Studiengänge waren auch 2003 Sozialmanagement und Betriebswirtschaft.

Juckenack Zum Unwort des Jahres hat es die Kooperationsvereinbarung nicht geschafft, knapp geschlagen von Gabionen. Dafür sieht Prof. Dr. Christian C. Juckenack diese zahlreichen Projekte als ein Zukunftsmodell. Im vergangenen Jahr kamen unter anderem Schachtbau, die TEAG, das Landratsamt und das Studentenwerk Erfurt-Ilmenau dazu. Die Kooperationen bestehen nicht nur auf dem Papier. In erster Linie sorgen sie für die Möglichkeit der Praxisausbildung.


Auch gemeinsame Forschungsprojekte gibt es. In Sachen Forschung soll es 2004 konkretisiert vorangehen. Die Zusammenarbeit mit den regionalen Firmen wird verstärkt, zum Beispiel mit einer Existenzgründerinitiative in Gemeinschaft mit dem BIC.

Ein weiterer Schwerpunkt muß die Weiterbildung sein. Grade im Gesundheitswesen besteht eine große Nachfrage, aber auch in CNC/CAD Kursen oder Sprachen. Die Fachhochschule wird diesen Bereich nur zu einem kleinen Teil mit den eigenen Lehrkräften abdecken. Externe Dozenten sollen die Infrastuktur der Bildungseinrichtung nutzen. Auch eine Gasthörerschaft ist möglich.

International ist die Fachhochschule nicht nur wegen des Studienkollegs. 25 Partnerschulen liegen in Europa, zwei in den USA. Vor allem Finnland, Polen und litauen sind Schwerpunkte, die zunehmend fachlich miteinander kooperieren, nicht nur zum Studentenaustausch. Die EU- Osterweiterung bietet reichlich Raum für sich erneuernde Hochschulen. Besonders die Polen sind sehr motiviert. 2 Millionen Menschen studieren dort, genau so viele wie in Deutschland, und das bei der halben Einwohnerzahl. Ostdeutschland könnte laut Juckenack zu dem idealen Bindeglied zwischen dem Westen und den EU- Neuzugängen werden.

Hervorzuheben ist ebenfalls das Kompetenzzentrum dessen Bau in diesem Jahr beginnt. Rund 6 Millionen Euro wird es kosten. Schon 2005 können die ersten Projekte starten. Zahlreiche Gebäude auf dem Campus wurden inzwischen zum Teil saniert, 2004 geht es natürlich weiter. Das Hauptgebäude soll im Sommer fertig sein.

Geld ist auch im Bildungsbereich ein entscheidendes Thema, da manche Verantwortlichen hier tatsächlich Geiz geil finden. 7,5 Millionen Euro stehen in diesem Jahr zur Verfügung. Zur Deckung von Sachkosten sind 2 Millionen gedacht, der Rest sind Personalkosten.

Nötig sind daher Drittmittel vor allem für anwendungsbezogene Forschungsaufträge. Regionale Firmen haben schon ihr Interesse bekundet. Die TEAG will unter anderem Brennstoffzellen im Kompetenzzentrum untersuchen lassen. Gelder und Projekte vom Bund, Land und sogar der EU, sowie freien Trägern seien für eine Fachhochschule sehr wichtig, so der Rektor.

Neben der Landesgartenschau, die allein für die Belebung der Innenstadt große Impulse gibt, setzt Juckenack auf den Weiterbau der A 38 als Zubringer für Innovationen, Studenten und neue Firmen, z.B. aus dem Bereich der Automobilbranche.

Für die Studenten selbst wird jedoch erstmal die 6. Internationale Projektwoche vom 26.-30. April von Interesse sein. 20 Dozenten aus 10 Ländern werden ihr Wissen an der Fachhochschule weitergeben.
Autor: wf

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