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Bestens gerüstet

Mittwoch, 18. Februar 2004, 22:04 Uhr
Nordhausen (nnz). In 67 Tagen öffnet die Landesgartenschau in Nordhausen ihre Pforten. Es soll ein Ereignis der Superlative werden. Bis zu 400.000 Besucher aus ganz Deutschland werden dazu in der Stadt am Südharz erwartet. Über die heiße Phase vor dem Start sprach die nnz mit Inge Klaan, Geschäftsführerin der LGS 2004 GmbH.


Klaan nnz: In rund zehn Wochen beginnt die LGS. Hat sich das inzwischen in allen Teilen Thüringens herumgesprochen?
Klaan: Die Resonanz aus der Reisebranche zeigt uns, dass man inzwischen deutschlandweit die Landesgartenschau in Nordhausen wahrgenommen hat. Wir haben durch die Kooperation mit der Deutschen Bahn eine Präsentation auf den Bahnhöfen. In allen Zügen, die von den näheren Oberzentren Halle, Göttingen, Fulda und Kassel auf dem Weg nach Nordhausen sind, werden wir als Veranstaltung angekündigt. Durch die Kooperation mit der Thüringer Tourismus GmbH und dem Harzer Verkehrsverbund erfolgt sowohl in ganz Thüringen als auch im Harz eine ganz gezielte Vermarktung der Landesgartenschau.

nnz: Wie ist der derzeitige Stand der Vorbereitungen?

Klaan: Die Veranstaltungsplanung für die Landesgartenschau steht exakt auf den Tag und die Uhrzeit genau und kann schon im Internet nachgelesen werden. Wir haben rund 1.000 Veranstaltungen innerhalb des Gartenschaugeländes. Das fängt bei Ausstellungen an und hört bei kulturellen Veranstaltungen auf. Dazu kommen noch geschlossene Veranstaltungen, wie Gesellenfreisprechungen der Steinmetze u. a. Wir haben als wesentliche Bausteine des Veranstaltungsbetriebes u. a. den Thüringentreff als Ausstellung des Freistaates sowie das Grüne Klassenzimmer für Kinder und Jugendliche mit völlig eigenem Programmablauf in Zusammenarbeit mit den örtlichen freien Jugendträgern.

nnz: Die LGS freut sich über jeden Bürger, der sich ehrenamtlich in irgendeiner Form während der LGS nützlich machen möchte. Welche Arbeiten stehen an und wohin kann er sich wenden?

Klaan: Natürlich können wir ehrenamtliches, das heißt unentgeltliches Engagement gut gebrauchen. Beispielsweise bei der Betreuung von Kindern im Rahmen des Programmpunktes Grünes Klassenzimmer und als Aufsichtspersonal bei Ausstellungen.
Alle die sich einbringen möchten, melden sich bitte in der Freiwilligenagentur des Jugendhilfevereins HORIZONT, Grimmelallee 46 ­ Tel.: 03631 ­ 46 59 562. Dort werden die ersten Gespräche geführt und dort erhalten sie auch nähere Informationen.

nnz: Es gibt Gerüchte, dass Hunde nicht auf das Landesgartenschaugelände dürfen. Stimmt das?

Klaan: Ja, das ist in der Tat so. Das ist auch ein übliches Handling bei großen gärtnerischen Ausstellungen, dass Hunde nicht auf s Gelände dürfen.

nnz: Einige Nordhäuser bezeichnen die LGS als „Landesgranitschau“. Ärgert Sie das?

Klaan: Das ärgert mich heute nicht mehr, nachdem das Stadtbild durch das Fertigwerden der einzelnen Bauabschnitte mit vielen grünen Bereichen auch für jeden normalen Bürger erkennbar ist. Ich denke, dass wir durch die Anlage vieler neuer Grünflächen, beispielsweise das Durchpflanzen von Alleen, auch den Nordhäuser überzeugen konnten, dass das keine Landesgranitschau wird.

nnz: Wird es während der LGS ein Verkehrsleitsystem geben, das beispielsweise die vorhandenen P+R - Plätze und die Straßenbahn als Zubringer zur LGS mit einschließt?

Klaan: Es gibt natürlich zur Landesgartenschau ein eigenes Verkehrskonzept für die Zeit der 169 Tage. Dieses geht im Wesentlichen davon aus, dass wir den Besucher so dicht wie möglich an das Gartenschaugelände heranbringen wollen. Nordhausen hat eine zentrale Parkplatzfläche mitten in der Stadt, die auch der erste Zielpunkt für den PKW-Verkehr ist. Der Busreiseverkehr wird ebenso bis an den Haupteingang Weberstraße geführt, kann dort seine Fahrgäste absetzen und wird von dort aus auf einen Standplatz weiter verwiesen. Die Überlauffunktion für das PKW-Parken ist in Richtung Leimbacher Straße. Wir haben gemeinsam mit dem Städtischen Verkehrsbetrieb eine Kooperation abgeschlossen, die es möglich macht, mit der Tageskarte, dem Tagesstempel und mit dem Parkticket den Öffentlichen Personennahverkehr in den Tarifzonen 1 bis 3 kostenfrei zu nutzen.

nnz: Gibt es zwischen der LGS und der Landesausstellung eine Zusammenarbeit zwecks gemeinsamer touristischer Vermarktung?

Klaan: Das sind zwei wichtige Landesveranstaltungen, die in diesem Jahr in Sondershausen und in Nordhausen stattfinden. Beide Veranstaltungen haben ein sehr unterschiedliches Zielpublikum. Deshalb haben wir uns entschieden, keine Kartenkombination anzubieten, weil die logistischen Fragen, die in diesem Zusammenhang zu klären wären, für uns einfach zu spät kamen. Wir haben uns mit Sondershausen darauf verständigt, dass wir auf Messen und Ausstellungen eine gemeinsame Vermarktung bezüglich der beiden großen Veranstaltungen anstreben. Auf unserem Ausstellungsgelände wird es außerdem einen Querverweis auf Sondershausen geben. Karten für die Landesausstellung können aller Voraussicht nach in der Stadtinformation erworben werden.

nnz: Wie sieht es mit der Nachnutzung des Landesgartenschaugelände aus, was bleibt bestehen, was wird verschwinden?

Klaan: Wir haben mit der Landesgartenschau lediglich neun Hektar neue Grünfläche mit erhöhtem Pflegestandard in die Stadt gelegt. Das ist unser innerstädtische Konzept. Die Stadt hat sich im Rahmen der Bewerbung für die Landesgartenschau verpflichtet, die Pflegekosten auch nach dem Ereignis abzusichern. Das heißt, so wie sich das Gelände im Moment darstellt wird es auch der Nachnutzung überlassen. Rückgebaut werden lediglich die Wechselflorflächen und die temporären Bauten.
Autor: rh

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